Gesundheitsamt Region Kassel und Betriebskrankenkassen starten Pilotprojekt zur Gesundheitsförderung

17. Februar 2020.

In einem hessenweit einmaligen Pilotprojekt kooperieren das Gesundheitsamt Region Kassel und vier ortsansässige Betriebskrankenkassen, um mit der Unterstützung von Mikroprojekten positive, gesundheitsförderliche Lebensbedingungen in Kasseler Stadtteilen sowie Städten und Gemeinden im Landkreis Kassel zu fördern. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Die Betriebskrankenkassen BKK Herkules, BKK Werra-Meissner, BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN sowie die Continentale BKK stellen in diesem Jahr 10.000 Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen in den folgenden Jahren noch erhöht werden.

 

Mit den Fördergeldern der Betriebskrankenkassen sollen Projektideen und innovative Handlungsansätze der Gesundheitsförderung kleinerer Träger, Vereine oder Initiativen unterstützt werden. „Das Pilotprojekt baut eine Brücke für diese wichtigen Akteure, damit sie ihre guten Projektideen und innovative Handlungsansätze der Gesundheitsförderung aus Mitteln des Präventionsgesetzes fördern lassen können“, erklärt Stadträtin Ulrike Gote. Gerade Kleinstprojekte fielen oft durch das Raster, weil die formalen Hürden und der Aufwand einer Antragsstellung auf Förderung nach dem Präventionsgesetz oft sehr hoch seien. „Hierdurch gehen der Stadt und dem Landkreis Kassel vielversprechende, attraktive Angebote der Gesundheitsförderung verloren. Dies soll durch das hessenweit einmalige Pilotprojekt verhindert werden.“

 

Die geförderten Mikroprojekte kommen Kasseler Stadtteilen und Gemeinden im Landkreis Kassel mit besonderem Handlungsbedarf zugute. Im Fokus stehen dabei Projekte mit einem Schwerpunkt in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressreduktion oder dem Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln. Das Förderangebot richtet sich an weltanschaulich neutrale, gemeinnützige und freie Träger in der Region Kassel, die vorzugsweise in Stadtteilen oder Gemeinden mit besonderem Handlungsbedarf tätig sind (Vereine, Initiativen, Seniorentreffs, Jugendclubs, Nachbarschaftshilfe, Kindertagesstätten, Familienzentren, Einrichtungen der Drogenhilfe).

 

„Antragstellende werden vom Gesundheitsamt während der gesamte Antragsphase beraten und unterstützt. Verbindliche Grundlage einer Projektförderung ist das Präventionsgesetz, das Krankenkassen seit 2015 verstärkt dazu verpflichtet, sich gemeinsam, kassenübergreifend und in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen für gesunde Lebensverhältnisse einzusetzen“, erläutert Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel.

 

„Für uns bietet das Projekt erstmals die Chance einer koordinierten Zusammenarbeit“, so Thorben Weichgrebe (BKK W&F) stellvertretend für die beteiligten Betriebskrankenkassen. Hinzu kommt: „Während wir bislang häufig als Ideengeber auftreten, hoffen wir nun auf Impulse aus erster Hand. Denn die Hemmschwelle zum durch viele Aktivitäten mit den Stadtteilen und Kommunen vernetzten Gesundheitsamt ist sicherlich geringer als die Kontaktaufnahme mit einer Krankenkasse“.

 

 

Hintergrund: Kassenübergreifende Förderung von Mikroprojekten für Gesundheit

 

Gegenstand des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung einer systematischen, niederschwelligen und nachhaltigen Struktur zur Förderung von Mikroprojekten in Stadt und Landkreis Kassel, die der Erhaltung und Stärkung der Gesundheit von Menschen in schwierigen sozialen Lagen dient. Durch eine trägerübergreifende Kooperation zwischen gesetzlichen Krankenkassen und dem Gesundheitsamt soll eine tragfähige Koordinations- und Förderstruktur geschaffen werden, die unter Wahrung der Selbstverwaltung der gesetzlichen Krankenkassen Mittel nach § 20a SGB V bedarfsgerecht und zielgruppenspezifisch zur Ermöglichung von Kleinstprojekten der Gesundheitsförderung und Prävention zur Verfügung stellt.

 

Ziele und Handlungsfelder

Die Möglichkeit der Finanzierung von gesundheitsfördernden Kleinstprojekten nach §20a SGB V stellt insbesondere kleine Träger wie Vereine und Initiativen oft vor unüberwindbare Hindernisse, da die Antragsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen in aller Regel sehr komplex und umfangreich sind und einen hohen Zeitaufwand erforderlich machen. Der Region Kassel gehen hierdurch sehr gute Ansätze und bedarfsgerechte Angebote der Gesundheitsförderung verloren. Eine Förderung nach KaFöG dient der zeitlich begrenzten Anschubfinanzierung von strukturbildenden, gesundheitsförderlichen Mikroprojekten in Stadt und Landkreis Kassel, durch die insbesondere sozial benachteiligte Personen in ihrer Lebenswelt erreicht werden sollen. Die Förderung richtet sich auf die Handlungsfelder Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Sucht.

 

Zielgruppen

Das Förderangebot richtet sich an weltanschaulich neutrale, gemeinnützige und freie Träger in der Region Kassel, die vorzugsweise in Stadtteilen oder Gemeinden mit besonderem Handlungsbedarf tätig sind (Vereine, Initiativen, Seniorentreffs, Jugendclubs, Nachbarschaftshilfe, Kindertagesstätten, Familienzentren, Einrichtungen der Drogenhilfe, etc.). Als besonders zu berücksichtigende Zielgruppen gelten: werdende, junge Familien und Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche, ältere/alte Menschen sowie arbeitslose Menschen. Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund der Zielgruppen sind zu beachten.

 

Projektpartner

Die Stadt und der Landkreis Kassel sind seit vielen Jahren sehr aktiv für die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger tätig. Im Gesundheitsamt Region Kassel wurden in den vergangenen 10 Jahren nachhaltige Strukturen zur Koordination der kommunalen Gesundheitsförderung geschaffen und verstetigt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Minimierung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit.

 

Die beteiligten Krankenkassen haben einen starken regionalen Bezug und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Region. Gemäß § 1 SGB V wirken sie auch auf gesunde Lebensverhältnisse hin und tragen im Kontext des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (Präventionsgesetz) in erheblichem Maße zur Förderung der Gesundheit und zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheit in nicht betrieblichen Lebenswelten bei.

 

Für Fragen, weitergehende Informationen steht Julia Kretschmer (E-Mail julia.kretschmer@kassel.de) zur Verfügung. Bei ihr können auch Antragsunterlagen angefordert werden.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Michael Schwab

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Kassenübergreifende Förderung von Mikroprojekten für Gesundheit
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Kassenübergreifende Förderung von Mikroprojekten für GesundheitStart der kassenübergreifenden Förderung von Mikroprojekten für Gesundheit (v.l.): Thorben Weichgrebe (BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN), Ina Koch (Continentale BKK), Stadträtin Ulrike Gote, Lisa Wagner (BKK Herkules), Dr. Karin Müller (Leiterin Gesundheitsamt Region Kassel), Julia Kretschmer (Gesundheitsamt Region Kassel), Claudia Küster und Matthias Kullik (BKK Werra-Meissner).



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