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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 18.02.2020


Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Iserlohn mit Verleihung des Fanny-van-Hees-Preises und Kabarett – Vorverkauf hat begonnen

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Am 8. März ist Internationaler Frauentag! Der Tag, an dem Frauen - und vermehrt auch Männer (#heforshe) - weltweit seit mehr als hundert Jahren gegen Benachteiligung demonstrieren und Gleichberechtigung fordern.
Anlässlich des Internationalen Frauentages findet auch in Iserlohn eine Veranstaltung statt: Die städtische Gleichstellungsstelle und die Iserlohner Frauen-AG laden am Sonntag, 8. März, um 17 Uhr (Einlass: 16.30 Uhr) alle Interessierten herzlich ins Varnhagenhaus (Piepenstockstraße 27) ein, um die Errungenschaften der Frauenbewegung zu feiern - vom Frauenwahlrecht bis hin zur Wahl der ersten Frau an der Staatsspitze der Bundesrepublik.

„Die Entwicklungen der letzten hundert Jahre bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel sind!“: Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Iserlohn Patricia da Cruz Santos betont, dass die Öffentlichkeit beim Thema Gleichstellung aufmerksam bleiben muss und bestehende Missstände nicht stillschweigend hinnehmen darf! Auch darum soll es am Frauentag in Iserlohn gehen: Um frauenpolitische Forderungen und Veränderungen! Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung steht die ungleiche Verteilung und Anerkennung von Erwerbs- und Sorgearbeit.

Laut dem Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wenden Frauen pro Tag 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Diese Kluft wird als „Gender Care Gap“ bezeichnet. Das bezieht sich konkret auf Aufgaben wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit und ehrenamtliche Arbeiten.
Bei der bezahlten Sorgearbeit liegt ebenfalls ein deutliches Missverhältnis vor. Laut Statistischem Bundesamt wird die berufliche Sorgearbeit in Deutschland zu etwa 80 Prozent von Frauen geleistet, das heißt von Erzieherinnen, Hebammen, weiblichem Pflegepersonal und Reinigungskräften. In Aufsichtsräten und Vorständen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert.
Gründe, warum viele Männer soziale Berufe scheuen und Frauen seltener in Führungspositionen oder in gut bezahlten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) anzutreffen sind, sind vielfältig. Seien es hartnäckige Rollenbilder, die sich auf die Berufswahl und Lebensplanung auswirken oder unzureichende Bezahlung und Wertschätzung von professioneller Fürsorgearbeit. Die verfügbaren familienpolitischen Instrumente, wie Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Elterngeld, liefern ebenfalls keine ausreichende Lösung.
Diese Missverhältnisse bedeuten für Frauen in erster Linie wirtschaftliche Nachteile: Die Löhne im sozialen Bereich sind verhältnismäßig niedrig, Frauen arbeiten öfter in Teilzeitbeschäftigungen als Männer oder verzichten zu Gunsten der Familie auf eine berufliche Karriere. Dieser sogenannte „Gender Pay Gap“ (Lohnlücke) bewirkt, dass Frauen in Deutschland rund 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Umgerechnet ergibt sich, dass Frauen im Vergleich zu Männern 77 Tage im Jahr umsonst arbeiten. Für Frauen besteht folglich ein höheres Armutsrisiko sowie die Gefahr der finanziellen Abhängigkeit.
Massiv ungleich verteilte Machtverhältnisse finden sich ebenso in anderen Bereichen wieder. Mit „Maria 2.0“ protestieren Frauen der katholischen Kirche gegen das Idealbild der schweigenden, dienenden Frau und forderten den Zugang von Frauen zu allen Kirchenämtern.
Das Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau ist also noch nicht endgültig erreicht. Laut dem Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums braucht es noch etwa ein Jahrhundert bis Frauen und Männer gleichgestellt sind.
Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos wirbt im Rahmen des Internationalen Frauentages für die Aufwertung und Umverteilung der Fürsorgearbeit, für Lohngerechtigkeit, berufliche Chancengleichheit und Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Am 8. März wollen die Gleichstellungsstelle und die Iserlohner Frauen-AG die „Heldinnen ins Rampenlicht rücken“, die Tag für Tag wertvolle Führsorgearbeit für Familie und Gesellschaft leisten. Obwohl ihre Arbeit unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben ist, bleibt sie häufig  im Hintergrund. Es fehlt oft an entsprechender Anerkennung. Die Besucher der Veranstaltung erwartet ein vielfältiges Programm. Im Eintrittspreis von fünfzehn Euro enthalten ist das hausgemachte, internationale Buffet von engagierten Iserlohner Frauen. Junge Talente aus der Musikschule Iserlohn liefern die musikalische Begleitung des Abends. Die preisgekrönten Musikerinnen verzaubern am Piano, Querflöte und Fagott.
Zum dritten Mal nun schon wird eine Iserlohnerin mit dem Fanny-van-Hees-Preis ausgezeichnet. Dieses Jahr wird die „Fanny 2020“ einer Frau überreicht, die ihr Leben der Fürsorgearbeit gewidmet hat.
Da das Lachen am Internationalen Frauentag nicht zu kurz kommen darf, überzeugt Ulrike Böhmer in ihrer Paraderolle als Erna Schabiewsky mit ihrem Kabarettprogramm „Glück auf und Halleluja“- aktuell und kritisch, aber nie böse, sondern heiter und tiefgründig. Erna nimmt kein Blatt vor den Mund. Vor allem nicht, wenn es um die Kirche geht. Als rechte und linke Hand vom Pastor, kennt sie sich gut aus und gerät ständig „inne Wallung rein“.

Karten gibt es ab sofort im Vorverkauf bei der Stadtinformation Iserlohn im Stadtbahnhof, Telefon 02371 / 217-1819, Bahnhofsplatz 2.



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Ulrike Böhmer
Kabarettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky unterhält die Gäste der Iserlohner Feier zum Internationalen Frauentag.

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