28. Februar 2020.
Er stammt aus Syrien und hat dort den Beruf des Vermessungstechnikers erlernt: Rdwan Issa, der im Dezember 2015 nach Deutschland kam. Doch um hier als Vermessungstechniker arbeiten zu können, benötigt er noch Zusatzkenntnisse, die er jetzt im städtischen Amt für Vermessung und Geoinformationen erwirbt. Er ist einer der Teilnehmer des Projekts „Fachkräfte-Offensive - Anerkennungspraktika“, mit dem die Kommunale Arbeitsförderung der Stadt Kassel Menschen mit einer ausländischen Berufsqualifikation für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert.
Es geht darum, Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren
Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich hat Rdwan Issa jetzt an seinem Praktikumsplatz im Amt für Vermessung und Geoinformation besucht und sich von der gelungenen Kooperation der Kommunalen Arbeitsförderung und des Amtes für Vermessung und Geoinformationen überzeugen können. „Die Stadt Kassel stellt sich dem wachsenden Fachkräftebedarf und der Aufgabe, gerade für regionale klein- und mittelständische Unternehmen Maßnahmen zur Förderung qualifizierter Arbeitskräfte zu entwickeln“, sagte sie. Es gehe darum, Menschen mit einer ausländischen Berufsqualifikation zu befähigen, ihren Beruf in Deutschland auch dann auszuüben und eine entsprechende Berufsbezeichnung zu führen, wenn dies zunächst nicht möglich war. Denn oftmals werden die Ausbildungen und Abschlüsse im Ausland nicht als gleichwertig mit den deutschen anerkannt.
Zwar besteht seit 2012 die Möglichkeit, diese hinsichtlich eines deutschen „Referenzberufs“ prüfen zu lassen, doch stellt sich in einigen Fällen heraus, dass keine vollständige Gleichwertigkeit festgestellt werden kann. „Hier wird dann eine Teilanerkennung beschieden. Aus dieser gehen sogenannte Ausgleichsmaßnahmen hervor, welche zur vollständigen Anerkennung notwendig sind. Es werden die Qualifikationsbereiche benannt, die nachgeholt werden müssen, um eine vollständige Anerkennung des vorhandenen Berufsabschlusses in Deutschland zu erzielen“, erläuterte Jan Benedix, der Leiter der Abteilung Kommunale Arbeitsförderung im Sozialamt.
Die Kommunale Arbeitsförderung der Stadt Kassel ist in diesem Segment intensiv tätig und bietet „Anerkennungspraktika“ an, die vergütet werden und mit einem begleitenden Coaching verbunden sind. Die Fachämter der Stadt übernehmen die Qualifizierung analog der benannten Defizite.
Bürgermeisterin Friedrich: „Mit dieser Initiative möchte die Stadt Kassel potenziellen Fachkräften mit ausländischen Qualifikationen die Möglichkeit anbieten, ihre fehlenden Kenntnisse innerhalb der städtischen Einrichtungen zu erwerben und somit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken.“
Die Chancen nutzen: Fachkenntnisse und Sprachkompetenz erlangen
Rdwan Issa selbst ist hochmotiviert, die Chancen zu nutzen, die ihm das Praktikum und die in Aussicht stehende Berufsanerkennung bieten, um in Deutschland beruflich Fuß zu fassen: „Ich bin sehr froh, dass mir die Amtsleiterin Frau Rus das Praktikum ermöglicht hat. Seit drei Monaten erfahre ich hier eine sehr intensive persönliche Betreuung und durchlaufe alle Abteilungen. Dadurch erhalte ich einen sehr guten Einblick in alle Tätigkeiten. So habe ich im ersten Monat des Praktikums Messungsunterlagen für den Außendienst vorbereitet. Anschließend habe ich die Arbeiten im Gutachterausschuss für Immobilienwerte kennengelernt. Hier wurde die theoretische Information immer mit praktischen Beispielen veranschaulicht. So konnte ich beispielsweise vor Ort bei einer Gebäudebesichtigung zur Erstellung eines Gutachtens dabei sein. Zurzeit bin ich in der Abteilung Geoinformation. Hier habe ich den Einsatz von Geodaten für Informationssysteme im städtischen Intranet und Internet kennengelernt.
Zusätzlicher Effekt ist, dass ich sprachlich weitere Fortschritte mache. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass meine Berufsausbildung hier anerkannt wird. Dafür bin ich der Stadt Kassel sehr dankbar. Natürlich würde ich mir anschließend wünschen, als Vermessungstechniker arbeiten zu können. Am liebsten bei der Stadt Kassel im Amt Vermessung und Geoinformation. Die Arbeit hier ist sehr interessant.“
Auch aus Sicht der Amtsleiterin des Amtes für Vermessung und Geoinformation, Sandra Rus, gestaltet sich die Zusammenarbeit positiv: „Eine fundierte und breit gefächerte fachliche Ausbildung ist gerade in diesem anspruchsvollen Berufsfeld Voraussetzung für den erfolgreichen Einstieg in die Arbeitswelt. Gleichzeit ist der Bedarf und die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern im Bereich Vermessung und Geoinformation, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, auf dem Arbeitsmarkt nachweislich vorhanden. Nicht zuletzt deshalb nehmen wir unsere Verantwortung als kommunaler Arbeitgeber sehr ernst und bilden jedes Jahr zwei Vermessungstechnikerinnen und -techniker in diesem zukunftsorientieren Beruf selbst aus.
Herrn Issa mit dem Praktikum hoffentlich seinen beruflichen Einstieg in Deutschland zu ermöglichen, ist uns ein Anliegen, das übrigens auch seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Amtes aktiv mitgetragen wird.“
Hintergrund Ausbildung Vermessungstechniker
Vermessung steckt überall im Alltag: Navigation & Mobilität, Umwelt, Technik & Industrie sowie Grund & Boden. Die Ausbildung zum Vermessungstechniker dauert in Syrien 2 Jahre, in Deutschland sind es 3 Jahre. Inhaltlich werden Fähigkeiten aus den Bereichen Liegenschaftskataster, Ingenieurvermessung, Geoinformationswesen und berufsbezogene Rechts- und Verwaltungsvorschriften vermittelt, aber auch Teamarbeit, Qualitätsmanagement und Kundenorientierung sind Teil der Ausbildung.
Über die Stadt Kassel
Kassel ist mit über 205.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt in der Mitte Deutschlands. Rund 111.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind am Wirtschaftsstandort tätig. Gut 25.000 Menschen studieren an der Universität.
Kassel ist die Stadt der documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst, der Brüder Grimm und des UNESCO-Welterbes Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Herkules, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt.
Rund 3.500 Menschen sind direkt bei der Stadtverwaltung beschäftigt. Zudem ist die Stadt an weiteren großen Unternehmen beteiligt, darunter die Gesundheit Nordhessen Holding sowie die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH mit dem Verkehrsunternehmen KVG und dem Energieversorger Städtische Werke AG.
(7263 Zeichen)
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:
V.l.: Jan Benedix, Kommunale Arbeitsförderung, Johannes Paul, Projektkoordinator, Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich, Sandra Rus, Leiterin des Amtes Vermessung und Geoinformation, Rdwan Issa, angehender Vermessungstechniker
©Stadt Kassel, Fotografin: Petra Bohnenkamp
V.l.: Jan Benedix, Kommunale Arbeitsförderung, Johannes Paul, Projektkoordinator, Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich, Sandra Rus, Leiterin des Amtes Vermessung und Geoinformation, Rdwan Issa, angehender Vermessungstechniker
Stadt Kassel
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher:
Claas Michaelis
Petra Bohnenkamp
Michael Schwab
Kassel im Internet: www.kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.