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Magdeburg, 22. April 2020
Drei neue Straßen, drei neue Namen
Vorschlag für Straßenbenennungen/Stadtrat entscheidet im Juni

In der Landeshauptstadt sollen bald drei Straßen die Namen bedeutsamer Magdeburger*innen tragen. Diese liegen in den Stadtteilen Neu-Olvenstedt und Neue Neustadt, wie aus den jetzt vorgelegten Beschlussvorlagen zu entnehmen ist. Demnach soll je eine Straße nach den bekannten Magdeburger Persönlichkeiten Selma Rudolph, Frank Giering und Walter Basan benannt werden. Der Stadtrat beschließt darüber voraussichtlich am 4. Juni 2020.

 

Laut Beschlussvorschlag soll eine neu entstehende Straße westlich der Hans-Grade-Straße nach dem 2010 verstorbenen Magdeburger Fernseh- und Filmschauspieler Frank Giering benannt werden. Eine von der Hans-Grade-Straße östlich neu entstehende Straße soll künftig „Walter-Basan-Straße“ heißen – benannt nach dem gleichnamigen Magdeburger Schriftsteller und Hörspielautor.

 

In der Neuen Neustadt bedarf es durch die Bebauung des B-Plan-Gebietes „Am Polderdeich 25“ ebenfalls einer neuen Straße: Diese soll künftig den Namen „Selma-Rudolph-Weg“ tragen und die gleichnamige Magdeburger Unternehmerin und Stifterin ehren.

 

Die Bebauung der Flächen grenzend an die Hans-Gerade-Straße in Neu-Olvenstedt und „Am Polderdeich 25“ in der Neuen Neustadt erfordern im Hinblick auf eine sinnvolle Hausnummerierung die Benennung von drei neuen Straßen.

 

Biografisches zu den neuen Straßennamen

 

Selma Rudolph (1853-1931) war eine erfolgreiche Magdeburger Unternehmerin und Stifterin. Die Tochter Christian Friedrich Budenbergs, dem Begründer der international agierenden Maschinenbau- und Armaturenfabrik „Schäffer & Budenberg GmbH“ war mit dem Unternehmer Carl R. Rudolph verheiratet, der die erste Maschinenfabrik und Eisengießerei in der Neustadt besaß. Nach dessen frühem Tod und aufgrund fehlender männlicher Erben übernahm Selma Rudolph bereits mit Anfang 30 führende Funktionen sowohl im Unternehmen ihres Vaters als auch in dem ihres verstorbenen Ehemannes. Zudem war sie fernab dieser Tätigkeiten eine engagierte Förderin karitativer und künstlerischer Vereine; so war sie beispielsweise Vorstandsmitglied im Frauenverein und unterstützte in ihrem Wirken insbesondere Arme und Kranke und setzte sich für die Ausbildung und das Studium von Frauen ein.

 

Walter Basan (1920-1999) war bis zu seinem Tod Ende der Neunziger Jahre ein bekannter Magdeburger Schriftsteller und Hörspielautor. 1946 war er Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Kulturbundes – dem Vorläufer des späteren Schriftstellerverbandes Sachsen-Anhalts. Von 1953 bis 1959 und ab 1973 war er Mitglied des Bezirksvorstandes des Schriftstellerverbandes im Bezirk Magdeburg und wurde Nachwuchsbeauftragter des Bezirksverbandes und Interessenvertreter beim UNESCO-Literatur-Institut Wien. 16 Jahre leitete Walter Basan zudem den 1961 gegründeten „Zirkel schreibender Arbeiter“ in Magdeburg. Er wurde für seine Verdienste mit der Johannes-R.-Becher-Medaille des Kulturbundes und der Verdienstmedaille der DDR ausgezeichnet. Walter Basan verfasste neben Romanen, Erzählungen und populärwissenschaftlichen Jugendbüchern auch Hörspiele und Hörbilder sowie Funkfeuilletons und Features.

 

Frank Giering (1971-2010) war ein deutschlandweit bekannter Schauspieler. Geboren und aufgewachsen in Magdeburg, sammelte er erste Bühnenerfahrung als Komparse im ehemaligen Maxim-Gorki-Theater der Landeshauptstadt. Nach weiteren Engagements als Bühnenschauspieler bekam er 1995 seine erste Hauptrolle in dem Fernsehspiel „Der Verräter“. 1997 erhielt er die Hauptrolle in Michael Hanekes Kinofilm „Funny Games“: Die Darstellung eines psychopathischen Mörders machte Frank Giering bundesweit bekannt. Der endgültige Durchbruch gelang ihm schließlich 1999 in der Rolle des Floyd in Sebastian Schippers „Absolute Giganten“, für die er 2000 die Auszeichnung als bester Darsteller beim Internationalen Filmfest in Sotschi erhielt. Giering wurde zudem zweimal für den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller nominiert: 2001 für seine Rolle des Nazis Edwin in „Gran Paradiso“ und 2004 für seine Rolle des Kai Wegner in „Der Mörder ist unter uns“. Frank Giering wirkte als Schauspieler in zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mit. Seine letzte große Rolle war die des Kriminalkommissars Henry Weber in der Fernsehserie „Der Kriminalist“, die er seit der ersten Folge im Jahr 2006 bis zu seinem Tod 2010 verkörperte. Er starb in Berlin, wurde aber auf dem Neustädter Friedhof in seiner Heimatstadt Magdeburg beigesetzt.



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