Digital für alle! Stadt Kassel geht kreative Wege bei der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie

18. Juni 2020.

Am Freitag, 19. Juni, findet deutschlandweit der 1. Digitaltag statt. Thema ist unter anderem die Förderung der digitalen Teilhabe. Bereits seit Monaten sind Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und Lehrkräfte aufgrund der Corona-Pandemie in einer Art Reallabor für digitales Lernen. Homeschooling hat dabei nicht nur den Schul- und Unterrichtsalltag und das Familienleben verändert, sondern Einrichtungen und Schulen fehlen Kindern und Jugendlichen auch als Begegnungsorte mit Gleichaltrigen. Erst langsam lassen die Öffnungen auch wieder mehr Kontakte zu. Die Stadt Kassel hat Kinder und Jugendliche auch während der letzten Monate gut begleitet und dabei analoge und digitale Formate entwickelt.

 

Ungleiche Bildungschancen

Die Umstellung auf digitales Lernen birgt Chancen und führt gleichzeitig auch zu besonderen Herausforderungen. „Die Corona-Pandemie könnte die Ungleichheit von Bildungschancen noch verstärken“ so Jugend- und Bildungsdezernentin Ulrike Gote, „denn Kinder aus sozial belasteten Haushalten leiden ganz besonders darunter, nicht in die Kita oder Schule gehen zu können, um dort vor Ort gefördert zu werden. Als Schülerinnen und Schüler haben sie oft keinen geeigneten, ruhigen Arbeitsplatz, keinen oder nur instabilen Internetzugang und auch kein digitales Endgerät wie Tablet oder Laptop für die Erledigung der Aufgaben im Distanzunterricht. Hier haben wir schnell reagiert.“

 

Zugang zu Ausstattung

Das Amt für Schule und Bildung konnte aus den Beständen der Stadt Kassel schnell über die Schulen rund 1.000 Laptops und Tablets bereitstellen, zusätzliche Geräte gab es aus dem Bestand des Medienzentrums. In Planung ist die Anschaffung weiterer mobiler IT-Geräte über das Programm des Bundes, damit weitere bedürftige Schülerinnen und Schülern nach den Sommerferien diese über die Schulen erhalten können.

 

Neue digitale Bildungsformate im Ganztag an Grundschulen und am Übergang Schule-Beruf

An den Ganztagsgrundschulstandorten unterstützt die Stadt mit dem Team SchubS (Schulbezogene Sozialarbeit) die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler unter anderem bei der Elternberatung und bei Kindersprechstunden. Gerade für die Jüngeren wurden kreative Ideen entwickelt, wie z.B. Videoclips zu Unterrichtsinhalten platziert auf der Schulhomepage oder gleich eine „Fernsehschule“, die die Schule am Wall“ mit dem Offenen Kanal produziert hat. Das städtische Sprachförderprojekt „TiGa-Theater im Ganztag“ trifft auch im digitalen Format auf Begeisterung. Dies alles und noch mehr aus dem Ganztag an Grundschulstandorten ist hier gebündelt: www.kassel.de/ganztag

 

Auch in den oberen Klassen der Gesamtschulen stehen die Fachkräfte des kommunalen Übergangsmanagements den Jugendlichen zur Seite – mit individueller Telefon- und Online-Beratung oder durch Video-Chats. Es geht um die Bewerbungsunterlagen, die Vorbereitung auf Einstellungstests und Kurzvideos zu Regeln beim Vorstellungsgespräch, denn ausgefallene Betriebspraktika und Ausbildungsmessen treffen die Schüler in diesem Jahrgang hart. Das jährliche Speed-Casting „Kurz vor Knapp! - 6.0 digital“ findet jetzt in neuer Form statt. Vom 06.07.2020 bis17.07.2020 können Betriebe mit noch unbesetzten Ausbildungsplätzen auf interessierte Jugendliche per Telefon-oder Videointerview treffen. Kooperationspartner sind IHK, HWK und der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Die Website für die Online-Anmeldung unter www.kurzvorknapp.azubi-match.com wird ab dem 29.06.2020 freigeschaltet.

 

Lernspaß auch in den Ferien

Tradition hat bereits das beliebte Ferienbildungsprogramm „TalentCAMPus“ zur Sprachförderung und kulturellen Bildung in Kooperation mit der Vhs Region Kassel und vielen weiteren Trägern. Als talentCampus@home wird es 2020 in digitaler Form und vor Ort wieder heißen „Auf der Suche nach…..“. Nähere Informationen gibt es bei Instagram und Facebook unter talentCampus@home und unter E-Mail: talentcampusks@gmail.com

 

In Vorbereitung: „Bildung in Gespräch“

Die Digitalisierung bietet viele Chancen auch in der Bildung, aber bislang können längst nicht alle daran teilhaben. Darauf will der heutige bundesweite Aktionstag hinweisen. Mit dem Start einer neuen Reihe „Bildung im Gespräch“ will die Stadt Kassel regelmäßig Themen rund um Zukunftsfragen der Bildung aufgreifen. Dabei kommen regionale Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zu Bildungsthemen miteinander ins Gespräch. Der im Videoformat geplante Auftakt wird unter Beteiligung von Jugend- und Bildungsdezernentin Ulrike Gote Ende Juni zum Thema „Corona – die große Zäsur in der digitalen Bildung?“ stattfinden. Ausgangspunkt sind die  Erfahrungen und Lehren aus dem Homeschooling. Weitere Informationen dazu folgen.

 

 

 

Hintergrund

Mit dem Start eines jährlichen bundesweiten Digitaltages möchte die Initiative »Digital für alle« die digitale Teilhabe fördern: „Jede und jeder muss in die Lage versetzt werden, sich souverän und sicher, selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.“ Dazu haben sich mehr als 25 Partner aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis zusammengeschlossen (siehe www.digitaltag.eu)

 

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