Gewerbepark Niederzwehren vereint wirtschaftliche Entwicklung und hohe städtebauliche Qualität

30. Juni 2020.

Im Juli 2012 wurde der Bebauungsplan zur Entwicklung eines Gewerbegebiets auf dem Langen Feld beschlossen. Seither hat der Gewerbepark Kassel-Niederzwehren sein Erscheinungsbild rasant verändert - nicht nur durch den Bau von Straßen und großen Gewerbehallen auf der Hochfläche, sondern insbesondere auch durch die umfangreichen landschaftspflegerischen Maßnahmen im Umfeld, die im Bebauungsplan zur Kompensation der Eingriffe in Natur und Landschaft festgesetzt und inzwischen großteils realisiert wurden. Die städtebauliche Gestaltung geht somit weit über den gängigen Standard von Gewerbegebieten hinaus. Mehr als ein Drittel der Gesamtfläche nehmen gebietsinterne Ausgleichsflächen sowie öffentliche Grünflächen ein.

 

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst etwa 179 ha, davon entfallen auf das Gewerbegebiet 76 ha. Der Bereich im Süden der Stadt Kassel liegt in der Gemarkung von Niederzwehren. Er umfasst die geplante Baufläche, die Erschließungsstraße und Anschlussstelle an die Autobahn A49, die erforderlichen Regenrückhaltebecken sowie die geplanten Flächen für landschaftspflegerische Maßnahmen im unmittelbaren Umfeld des geplanten Gewerbegebiets.

 

Die Entscheidung zur Entwicklung des neuen Gewerbeparks Kassel-Niederzwehren sei goldrichtig gewesen, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. Die starke Nachfrage zeige, wie attraktiv das Gewerbegebiet für Unternehmen und wie wichtig es für Kassel ist. Der zweite Bauabschnitt werde Ende des Jahres fertiggestellt sein, der letzte Abschnitt beginne dann im Frühjahr 2021. Geselle: „Der insgesamt 76 Hektar große Gewerbepark ist ein zentraler Faktor für die weitere wirtschaftliche Dynamik unserer Stadt, für die Sicherung von Arbeitsplätzen und für mehr Beschäftigung.“ Das Erscheinungsbild des Geländes besteche darüber hinaus zunehmend durch viele Grünanlagen und Orte zum Verweilen.

 

„Diese zum Teil bereits schon deutlich vor der Bebauung angelegten und nunmehr schon prächtig entwickelten Kompensationsmaßnahmen zeigen, dass zusammen mit gewerblicher Entwicklung auf vormals unbebautem Land auch neue ökologische Qualitäten und zugleich attraktive Grünräume geschaffen werden können – konkret, vor Ort, für den Erholungssuchenden, für Flora und Fauna“, so Stadtbaurat Christof Nolda.  Dies sei der Erfolg ausdauernden Engagements, wenn alle Fachdisziplinen streitbar und doch Hand in Hand arbeiten.

 

Durch die im Bebauungsplan festgesetzten landschaftspflegerischen Maßnahmen werden vorhandene Flächen weiterentwickelt und aufgewertet, bereits existierende Biotope geschützt und erhalten, Ackerflächen in Frischwiesen umgewandelt und Feuchtvegetation angesiedelt. Ein Großteil dieser Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden und übertreffen die Flächengröße des Gewerbegebiets deutlich:

 

 

Weitere Maßnahmen werden innerhalb des Gewerbegebiets schrittweise umgesetzt. Entlang der Erschließungsstraßen werden nach ihrer Fertigstellung noch über 500 Bäume gepflanzt. Darüber hinaus sieht der Bebauungsplan zwei große Grünachsen innerhalb des Gewerbegebiets vor. Für die Erholungsnutzung der Menschen in angrenzenden Bereichen wurde das vorhandene Wegenetz ergänzt. Damit bleiben die landschaftlich attraktiven Bereiche am Rand der Hochfläche mit reizvollen Fernblicken über das Kasseler Becken weiterhin für die Naherholung nutzbar.

 

Durch die vorhandenen und geplanten Gehölzflächen entlang der Ränder wird dieser 'Panoramaweg' von Beeinträchtigungen durch die Bebauung soweit wie möglich abgeschirmt. Die vorgeschlagene Wegenetzergänzung am Nordrand des geplanten Gewerbegebiets wird annähernd höhenparallel auf der von der geplanten Bebauung abgewandten Seite der vorhandenen Feldgehölze trassiert, um den Weg möglichst attraktiv zu gestalten. An geeigneten Aussichtspunkten wurden Sitzplätze eingerichtet und mit Baumgruppen begrünt.

 

Im Bebauungsplan wurde extensive Dachbegrünung (Substratstärke mindestens fünf Zentimeter) auf mindestens 60 Prozent aller Dachflächen festgesetzt. Dies dient der Verbesserung des Kleinklimas (Verminderung der Oberflächenaufheizung bei starker Sonneneinstrahlung, Verdunstung, Staubsedimentation), der Rückhaltung und Verdunstung bzw. verzögerter Abfluss von Regenwasser bei Starkregen. Zudem verbessert es das Erscheinungsbild der Bauflächen von höher gelegenen Standorten aus betrachtet, der Wiederherstellung von Vegetationsstandorten, gleicht teilweise den Verlust von Bodenfunktionen aus und verbessert die Wärmedämmung der Gebäude nicht zuletzt wird die Dachhaut vor Witterungseinflüssen geschützt.

 

Im Hinblick auf die Schutzgüter Wasser, Klima, Landschaft/freiraumbezogene Erholung konnten die zu erwartenden Auswirkungen soweit gemindert oder ausgeglichen werden, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen verbleiben. Ebenso konnten die Eingriffe soweit gemindert werden, dass der Erhaltungszustand der betroffenen lokalen Tierpopulationen nicht verschlechtert wird.

 

(6435 Zeichen)

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Michael Schwab

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Panoramaweg Langes Feld
©Andreas Weber/Stadt Kassel

Panoramaweg Langes FeldAm Panoramaweg im Langen Feld können Erholungssuchende auf den zahlreichen Bänken und steinernen Sitzgelegenheiten den herrlichen Fernblick auf Kassel genießen.

Ausgleichsmaßnahmen Langes Feld
©Andreas Weber/Stadt Kassel

Ausgleichsmaßnahmen Langes FeldDurch Ausgleichsmaßnahmen rund um den Gewerbepark Niederzwehren auf dem Langen Feld entstanden wertvolle Freiräume zur Naherholung und Biotope. Entlang des neu angelegten Panoramawegs haben Spaziergänger einen herrlichen Blick auf das Kasseler Becken, wie Stadtbaurat Christof Nolda, Oberbürgermeister Christian Geselle, Erwin Lamm (Umwelt- und Gartenamt, Abteilung Umweltplanung), Volker Lange (Leiter Freiraumplanung beim Umwelt- und Gartenamt) und Dr. Anja Starick (Leiterin Umwelt- und Gartenamt) demonstrieren.



Stadt Kassel
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de

Pressesprecher:
Claas Michaelis
Michael Schwab

Kassel im Internet: www.kassel.de

Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.