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16. Juli 2020
Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise: Rückblick und Ausblick

Braunschweig.

Die Covid-19-Pandemie hat nicht nur den Alltag von Erwachsenen, sondern auch den der Kinder und Jugendlichen vollkommen verändert. Sie führte während des Lockdowns zu weitreichenden Einschränkungen, die erst langsam wieder gelockert werden.

„Der Lockdown sowie die aktuellen Lockerungsprozesse forderten und fordern alle Beteiligten - die Familien, die Fachkräfte in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und die Verantwortlichen auf kommunaler Ebene in höchstem Maß“, stellt Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast fest. „In Braunschweig wurde eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Situation der Kinder und Jugendlichen abzumildern.“

Während der regulären Betreuungs- und Schulzeit erhalten Kinder und Jugendliche aus von Armut betroffenen Familien Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT), die zum Beispiel zu einem kostenlosen Mittagessen in der Ganztagsbetreuung oder zu Nachhilfeunterricht berechtigen. Diese Leistungen fielen in der Pandemie weg. Um einen Beitrag zum Ausgleich dieser nicht erhaltenen Leistungen für die Familien zu schaffen, widmete die Stadt Braunschweig den Schulmittelfonds in diesem Schuljahr um und ermöglichte eine einmalige Unterstützung in Höhe von 30 Euro für knapp 7.000 Braunschweiger BuT-berechtigte Kinder und Jugendliche. Auch der spendenbasierte Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche hat sich an dieser Maßnahme beteiligt und die Mittel aufgestockt. „Es war allen Beteiligten wichtig, damit auch ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität in die Stadtgesellschaft zu senden“, betont Arbogast.

Mitte März wurden Kindertageseinrichtungen, Schulen und so gut wie alle Freizeit- und Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche geschlossen. Viele Familien gestalteten fortan ihren Alltag weitestgehend isoliert. Wichtige Versorgungsinfrastrukturangebote wie gemeinschaftliches Mittagessen in der Ganztagsbetreuung oder Hausaufgabenhilfe waren nicht verfügbar. In dieser Situation fehlte allen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu den Einrichtungen, die ihnen Unterstützung und Begleitung beim Lernen und sozialen Miteinander bieten und die Möglichkeit, Gleichaltrige und Freunde zu treffen.

Laut einer aktuellen Studie des DJI / Deutsches Jugendinstitut mit dem Titel „Kind sein in Zeiten von Corona“ hat insgesamt ca. ein Drittel der Kinder Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Besonders hart war und ist die Lage für Kinder und Jugendliche, deren familiäres Umfeld die fehlende Struktur nicht kompensieren kann. Die Covid-19-Pandemie ist für von Armut betroffene Kinder und ihre Familien besonders schwierig, da sie deutlich weniger Ressourcen zur Verfügung haben, den Herausforderungen der Krise zu begegnen.

Der Slogan „Wir sind für Euch da“ wurde und wird in den Kindertagesstätten, den Familienzentren, in der Schulkindbetreuung und in den Kinder- und Jugendzentren ernst genommen. In der Zeit der Schließungen und Notbetreuung ist ein System zur Kontaktpflege aufgebaut, Beratungsmöglichkeiten intensiviert und eine Erreichbarkeit der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort sichergestellt worden. Dank dem Engagement der Fachkräfte der Freien Träger und der städtischen Einrichtungen ist es trotz allen Einschränkungen gelungen, mit vielen Kindern und Jugendlichen im Kontakt zu bleiben und ihre Bedürfnisse im Blick zu behalten. Eine tragende Basis bildete dabei die in der bisherigen Arbeit aufgebauten vertrauensvollen Bindungen und Beziehungen.

Ein Beispiel für die kreativen Ideen und Lösungen, die entwickelt worden sind, ist die Aktion „KiTa zu – Fenster auf! Spielzeugausleihe im Bebelhof“ des AWO Familienzentrum Schefflerstraße. Bei diesen „Fenstergesprächen“ bleiben die Erzieherinnen und Erzieher im Austausch mit den Eltern und Kindern. Andere Einrichtungen boten ein Kindertelefon oder Wundertüten mit Koch- und Basteltipps an. Die Beratungszeiten des "Sorgentelefons für Kinder-und Jugendliche" sowie des "Elterntelefons" des DKSB wurden nahezu verdoppelt.

Auf Initiative des Kinder- und Jugendzentrums Rotation haben Jugendliche, Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mai unangekündigte Hinterhofkonzerte in der Weststadt gegeben. Medientauschbörsen vor verschiedenen Einrichtungen wurden als Kontaktpunkte genutzt. Die Spielmeile, das Highlight zum Ferieneinstieg, wurde nicht abgesagt, sondern fand in diesem Jahr dezentral und stadtweit in allen Kinder –und Jugendzentren für die jeweiligen Quartiere statt.

Es ist damit zu rechnen, dass sich im Besonderen bei Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien die isolierte Phase ohne Unterstützungsangebote langfristig ungünstig auf ihre (Bildungs-)Biografie auswirken wird. Um die Kinder und Jugendlichen vor diesem Hintergrund in Zukunft zu unterstützen, richtet die Verwaltung einen Runden Tisch „Bildung in Zeiten von Corona“ ein, in dessen Rahmen passende Angebote abgestimmt und weiterentwickelt werden. Die Krise zeigt, wie wichtig es ist, die Bildungs- und Teilhabechancen von allen Kindern und Jugendlichen weiterhin im Blick zu behalten und unterstützende Rahmenbedingungen zu bieten.

 






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