Meldungsdatum: 19.08.2020

Sonderausstellungen in Osnabrück im Oktober 2020

Museumsquartier Osnabrück:


Felix-Nussbaum-Haus:

Bis 01.11. „Nussbaum anders sehen – Neue Perspektiven auf die Sammlung Felix Nussbaum“

In der Sonderausstellung werden die Bilder des Malers Felix Nussbaum auf ungewöhnliche Weise präsentiert. Es werden unbekannte und überraschende Perspektiven auf seine Arbeiten aufgezeigt. Der Blick hinter die Bilder, unerwartete Entdeckungen unter der Malschicht, selten ausgestellte Werke und Einblicke in die Motiv- und Themenkreise des Malers machen die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis. 

Felix Nussbaum verwendete für seine Bilder immer wieder von ihm bereits bemalte Leinwände. Röntgenuntersuchungen bringen die unter der Malschicht verborgenen Bilder wieder zum Vorschein. Ein verloren geglaubtes Gemälde und ein bislang unbekanntes, frühes Werk des Künstlers kommen wieder zum Vorschein. Alte Ausstellungskataloge oder Magazine geben Hinweise, um die Bilder zu identifizieren und einzuordnen. Auch ein Blick hinter einige Gemälde offenbart Überraschendes: Nussbaum hat eigene Werke, aber auch Leinwände anderer Künstlerinnen und Künstler oftmals doppelseitig bemalt.

Vielen ist Nussbaum als „Maler des Holocaust“ bekannt. Die Ausstellung „Nussbaum anders sehen“ zeigt eine weitere, weniger bekannte Seite des Künstlers: Zeitgenossen schätzen den Maler Nussbaum als „ungemein liebeswürdiges Talent“, dessen Bilderwelt „voller Unschuld und kindlichem Entzücken“ begeisterte. Arbeiten aus dem angewandten Bereich wie ein Filmprojekt oder Buchillustrationen verdeutlichen die wechselseitigen Bezüge zwischen heiter humorvollen Bildergeschichten und dem künstlerischen Werk Nussbaums. Noch im Versteck in Brüssel – ab 1942 – entstanden Bilder mit fröhlichen und kindlichen Motiven, seine Illustrationen und Kinderzeichnungen. 

Die Präsentation, die neue Perspektiven auf den eigenen Bestand der Sammlung Felix Nussbaum wirft, lädt zum Entdecken und Erforschen ein und bietet unterschiedlichsten Zielgruppen diverse Möglichkeiten der Interaktion.

 

Bis 15.11. Nasan Tur: „Gegenwärtig“. Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler begegnen Felix Nussbaum

In der zweiten Ausstellung der Reihe „Gegenwärtig“ trifft der Konzeptkünstler Nasan Tur auf das Leben und Werk des Malers Felix Nussbaum. Machtstrukturen, Flucht, Exil und Fragen der Identität sind Themen, die beide Künstler zu ihrem Schaffen antreiben. Nasan Turs kritische Stimme zu Gesellschaft und Politik macht ihn zu einem politischen Künstler. 

Die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus zeigt ältere Arbeiten – die in diesem Kontext eine neue Aktualität bekommen – und für die Ausstellung entwickelte neue Arbeiten als Reaktion und Kommentar auf Nussbaums Werk.

Innere Unruhe und Getriebensein vermittelt das Video „Run“ (2004). Die Kamera folgt einem Mann in Rückenansicht, der pausenlos, in höchst angespannter Eile, ohne erkennbaren Grund, durch enge Räumlichkeiten rennt. Ohne Anfang und Ende ist der Läufer in einer Endlosschleife gefangen – ein Zustand, der an einen Angsttraum erinnert, aus dem zu erwachen nicht möglich ist.

 Im Zentrum der Ausstellung steht das Soundobjekt „Deutschland“ (2019): eine von Nasan Tur präparierten Drehorgel. Tur reagiert mit dieser Arbeit auf das von Nussbaum häufig ins Bild gesetzte Motiv der Drehorgel – ein Instrument, das auf die ständige Wiederholung einer vorgegebenen Tonfolge festgelegt ist, unfrei und monoton. Tur verwandelt einen alten Leierkasten in einen zeitgenössischen Kommentar auf unsere aktuelle Gesellschaft, indem er das alte Lochband durch eine neues ersetzt: Die Drehorgel spielt die Melodie der deutschen Nationalhymne, allerdings so sehr verlangsamt, dass sie verzerrt leiert und kaum erkennbar ist. Tur betrachtet als Künstler Begriffe wie „Nation“ oder „national“, die zwar in identitätsstiftenden Kulturprodukten wie der Nationalhymne ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, doch gleichzeitig einen be- und ausgrenzenden Charakter besitzen.

Die Fotografie „Agony“ (2019), thematisiert die Bedingungen, die Lebewesen in Täter und Opfer, Jäger und Gejagte, Starke und Schwache kategorisieren. Als Nasan Tur während einer friedlichen Demonstration in der Türkei selbst zum Gejagten wurde, wuchs der Wunsch, Widerstand zu leisten. Es entstanden Skulpturen – metaphorische Bilder – in denen er die „Naturgesetze“ umkehrt: Der Fasan stürzt sich auf das Frettchen, das Rehkitz drückt den Fuchs zu Boden und das Schaf springt dem Wolf an die Kehle. Die Unterdrückten werden zu den Unterdrückern. „Was ist richtig, was falsch? Es gibt keine einfachen Erklärungen“ (Nasan Tur). Erst mit der in der Ausstellung präsentierten Fotografie wird das Ungleichgewicht aufgelöst. Eine ausschnitthafte und geänderte Perspektive lässt Fuchs und Lamm geradezu zärtlich einander zugewandt erscheinen.

Während Nasan Turs Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom entstand die Vi-deoarbeit „In My Pants“ (2015). Wie Felix Nussbaum 1932 war Tur 2014 eingeladen, in der Akademie zu arbeiten, die schon zu Nussbaums Zeiten als die „bedeutendste Einrichtung zur Spitzenförderung deutscher Künstlerinnen und Künstler“ (Wikipedia) gilt und dessen Stipendiaten als „Elite deutscher Künstler“ (Homepage Villa Massimo) bezeichnet werden.

Nasan Tur platziert das Selbstbildnis „In My Pants“ in den Raum „Mauern“ der Felix-Nussbaum-Sammlung und stellt damit sein Bild der persönlichen Angst und Unsicherheit Nussbaums Bildern dialogisch zur Seite. Als Ausdruck der Empathie reagiert Tur auf Nussbaums abweisenden und bedrohlichen Mauern, die zu seiner Rom-Zeit, in der die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht ergriffen, als Bildmotiv besonders augenfällig wurden.

Die 2020 parallel zu der Ausstellung entstehenden „Osnabrücker Exilfenster“ entsprechen Turs Arbeitsweise: „Die eigentliche Entwicklung meiner Arbeit findet draußen statt.“ Draußen, in der Gesellschaft, begegnet er seinen Themen. Draußen, außerhalb der Museumsmauern, sieht er auch das Wirkungsfeld seiner Kunst. Für die konzeptuelle Arbeit wird Tur mit im Osnabrücker Exil lebenden Menschen den Austausch suchen. Die Kontaktaufnahme, die wiederum über Menschen unternommen wird, ist der Beginn eines Prozesses, in dem Beziehungen geknüpft werden. Der Kreis weitet sich, wenn die Gespräche aus dem privaten in den öffentlichen Raum verlagert werden oder am Ende Bilder, die „Exilfenster“, in die Stadt und als Mitnahmeplakat wiederum ihren Weg zurück in private Wohnungen finden. Als Kettenreaktion setzt dieses Kunstprojekt über die Ausstellung und das Museum hinaus Menschen in Bewegung, aktiviert Gedanken und regt zum Handeln Vieler an.

 

Kulturgeschichtliches Museum:


Keine Sonderausstellung
 

Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück, Tel. 0541/323-2207
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 - 18 Uhr, Samstag/Sonntag 10 - 18 Uhr.

 

Kunsthalle Osnabrück:

Bis 14.02. „Enttäuschung

Zum Programmauftakt der neuen Direktorinnen Anna Jehle und Juliane Schickedanz rückt das mehrmonatige Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm in sich ergänzenden Einzelpräsentationen der Künstlerinnen und Künstler Aleksandra Domanović, David Polzin, Jovana Reisinger, Rosalie Schweiker und Mickey Yang „die Enttäuschung“ in den Mittelpunkt.

Enttäuschungen, im privaten oder gesellschaftlichen Kontext, entstehen dort, wo sich Erwartungen nicht mehr einlösen. Die für wahr, sicher oder fortschrittlich gehaltenen Vorstellungen stimmen nicht mehr überein mit sich veränderten Perspektiven oder Überzeugungen. Gerade in politischen, sozialen und historischen Betrachtungen wird dies deutlich, wenn die eigene Enttäuschung zum Spiegel gesellschaftlicher Zusammenhänge wird.

Im Rahmen des Ausstellungs- und Vermittlungsprogramms wird die vermeintlich individuell wahrgenommene Enttäuschung als ein gesamtgesellschaftliches Abhängigkeitsverhältnis untersucht, das auf mehr oder weniger vereinbarten Annahmen von Gesetzen, Moralvorstellungen, Sprachen oder Begriffen beruht. „Enttäuschung“ hinterfragt mittels unterschiedlicher Auseinandersetzungen Momente wiederkehrender Frustration und struktureller Illusion. In sich ergänzenden Einzelausstellungen verweisen die Arbeiten der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler auf die Enttäuschung als veränderten Wahrnehmungsprozess und Ausgangspunkt möglicher Neuanfänge.

Zum Auftakt von „Enttäuschung“ erscheint eine Publikation mit Beiträgen von Bini Adamczak, Loren Britton/Helen Pritchard und Anke Stelling sowie mit einer Einführung von Anna Jehle und Juliane Schickedanz.

Anlässlich des Programmauftakts wird die Kunsthalle Osnabrück eine neue grafische Gestaltung erhalten, die von den Leipziger Grafikerinnen und Künstlerinnen Anja Kaiser und Franziska Leiste konzipiert und realisiert wurde. Die neue Website wird durch das Hamburger Designstudio Liebermann Kiepe Reddemann künstlerisch und technisch umgesetzt.

Zudem hat sich die Kunsthalle Osnabrück entschieden, ab sofort alle institutionellen Texte ausschließlich in einfacher Sprache (Deutsch und Englisch) zu veröffentlichen. Diese Pressemitteilung sowie die Publikation mit Autorinnen- und Autorentexten sind davon ausgenommen.

Das Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt „Enttäuschung“ wird unterstützt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen, die Oldenburgischen Landesbank, den Mondriaan Fund sowie durch die Freunde der Kunsthalle Osnabrück.

 

Rosalie Schweiker: Crisis Communication

bis 14. Februar

Mit Beiträgen von Teresa Cisneros, Joon Lynn Goh, Sahra Hersi, Kerri Jefferis, Jean Joseph, Sarah Jury, Sofia Niazi, Rose Nordin, Lisa Rahman, Nicola Singh, Sam Whetton

Rosalie Schweiker versteht Kunst als soziales Ereignis. Im Zuge der Corona-Krise, die maßgeblich die Ausstellungsplanung beeinflusste, hat Rosalie Schweiker entschieden, ihre Sichtbarkeit und ihr Budget mit anderen Kulturproduzentinnen und -produzenten zu teilen. Die Installation mit verschiedenen grafischen Beiträgen, die von den Besucherinnen und Besuchern als Buch zusammengefasst werden können, funktioniert als Geschenk und schafft eine Verbindung zwischen dem öffentlichen und privaten Raum. „Crisis Communication“ ist damit ein modularer Produktionsort, der private Einblicke in die fragilen Lebensrealitäten unter den derzeitigen Bedingungen gewährt und gleichzeitig aktiv dazu auffordert, gesellschaftliche Ungleichheiten nicht als Normalität zu tolerieren. Konflikte und Konversationen sind Teil der Ausstellung, die mit dem Team der Kunsthalle in Vermittlungsangeboten bearbeitet werden.

 

Jovana Reisinger: Men in Trouble

bis 14. Februar

Mit Ludwig Abraham, Jana Fitzner, Sophia Grüdelbach, Anna Lena von Helldorff, Katharina Merten, Lilli-Rose Pongratz, Katharina Pia Schütz, Mirko Schütz, Elke von Sievers

Die Künstlerin, Filmemacherin und Schriftstellerin Jovana Reisinger interessiert sich für neue feministische, sozialkritische und humorvolle Erzählformen im Film. In einer funktional vielfältigen Installation für die Kirche der Kunsthalle Osnabrück werden einerseits ältere Filme von ihr zu sehen sein und anderseits wird die Kirche selbst zum Film-Set ihrer neuen Video-Serie „Men in Trouble“. Dabei geht es um wieder erstarkende stereotype Vorstellungen von Männlichkeit, Weiblichkeit und vor allem um Fragen nach Gleichberechtigung, Schönheitsstandards, Macht und Ausgrenzung. Neben der Schauspielerin Julia Riedler wird die Produktion mit Darstellerinnen und Darstellern des Spielclubs des Theaters Osnabrück realisiert. Anschließend werden die neu produzierten Filme in der Ausstellung sowie im Cinema-Arthouse in Osnabrück zu sehen sein.

Jovana Reisinger (*1989 in München) lebt und arbeitet in München. Nach ihrem Abschluss in Kommunikationsdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München studierte sie Drehbuch an der Hochschule für Fernsehen und Film München und wird zudem ein Diplom in Dokumentarfilmregie erhalten. Ihr Debütroman „Still Halten“ wurde 2017 im Verbrecher Verlag veröffentlicht, der 2018 mit dem Bayern 2-Wortspiele-Preis und einem Aufenthaltsstipendium im Literarischen Kolloquium Berlin sowie 2019 mit einem Aufenthaltsstipendium des Goethe Institut China ausgezeichnet wurde. Sie drehte diverse Kurzfilme, die in Ausstellungen und Festivals unter anderem im Goethe Institut Paris (2020), im yi: project space Beijing (2019), im KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig (2019), im Kunstverein München (2018) oder bei den Kurzfilmtagen Oberhausen (2017, 2019) gezeigt wurden. Für den Kurzfilm „pretty boyz don’t die“ bekam sie den ZONTA-Preis der Festspielleitung der Oberhausener Kurzfilmtage (2017) und für „pretty girls don’t lie“ den STARTER Filmpreis der Stadt München (2018). 2021 erscheint ihr zweiter Roman ebenfalls im Verbrecher Verlag.

 

David Polzin: Ossi Osnabrück

bis 18. Oktober

David Polzin setzt sich in seinen Installationen und Skulpturen mit der kollektiven Erinnerung und medialen Darstellung der ehemaligen DDR und Nachwendezeit auseinander und befragt aus Perspektive der zeitgenössischen Kunst, welche Enttäuschungen mit der Wiedervereinigung verbunden sind. Ausgehend von einer intensiven Auseinandersetzung mit der ostdeutschen sowie westdeutschen Architektur- und Designgeschichte erzählt David Polzin anhand bildhauerisch bearbeiteter Stühle, die produziert für die Massenherstellung in Ost und West zugleich auf Entwürfe historischer Designklassiker beruhen, wie Geschichtsschreibung und die Wahrnehmung von Geschichte durch vermarktete Formsprache und Gestaltungskonzepte unserer Wohnräume geprägt werden. Mittels einer museumsähnlichen Inszenierung verweist er auf humorvolle Weise auf die parallele Prägung zweier politischer Systeme, die gleichermaßen auf unterschiedlichen, sich teils in nichts nachstehenden Machtstrukturen basierten.

David Polzin (*1982 in Henningsdorf) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei Eran Schaerf und Karin Sander. Zuletzt erhielt er 2016 das Kulturaustausch-Stipendium des Berliner Senats für Los Angeles/Pasadena, daran geknüpft war eine Gastprofessur am Art Center College of Design in Pasadena. 2008 gründete er zusammen mit Wilhelm Klotzek das Kollektiv Klozin, mit dem sie seither regelmäßig ausstellen. Polzins Arbeiten wurden bereits vielfach in renommierten Institutionen gezeigt, wie unter anderem: dem Mitte Museum Berlin (2020), dem Museum für bildenden Künste Leipzig (2019), dem Neuen Berliner Kunstverein (2018), dem LAMOA, Los Angeles (2017), dem Heidelberger Kunstverein (2016) und dem MMW Frankfurt (2013). 

 

Mickey Yang: Upaya

25. Oktober bis 6. Dezember
Eröffnung: 24. Oktober 2020, 18 Uhr

Die Künstlerin Mickey Yang beschäftigt sich in ihren Installationen, Objekten und Videos mit unserer individuellen Wahrnehmung von Gegenständen, Natur oder Ritualen, die immer von sozialen, medialen sowie kulturellen Einflüssen bestimmt werden und sich auch in unterschiedlichen Kontexten widersprechen. „Upaya“ beschreibt den Weg der Erkenntnis im Buddhismus und umfasst damit den Wandel und die Prägung von Wahrnehmung auf Grundlage von spirituellen und kulturellen Einflüssen gleichermaßen. Diese Momente der Verschiebung und Fehlinterpretation von Inhalten und die damit verbundene Enttäuschung sind Kern ihrer Ausstellung, die unsere unterschiedlichen Sinne als Teil menschlicher Kommunikation miteinander verbindet. Sich ergänzende Mittel der Verständigung wie Sprache, Codes, Hören oder Tasten werden auf poetische und überraschende Weise miteinander verbunden, sodass die Zuversicht gegenüber unserer Wahrnehmung auf den Prüfstand gestellt wird.

Mickey Yang (*1988 in Eindhoven) lebt und arbeitet in Eindhoven. Sie studierte bildende Kunst an der Royal Academy The Hague und der ArtEZ University of the Arts Arnhem. 2017 und 2018 war sie Stipendiatin am Beeldenstorm/Daglicht, 2019 bei De Fabriek und 2020/2021 bei der Jan van Eyck Academy (alle Niederlande). Mickey Yang hat ihre Arbeiten vielfach in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem: bei P////AKT, Amsterdam, auf der Art Rotterdam (beide 2019) und im Kunstvereniging Diepenheim (2017). Die Kunsthalle Osnabrück richtet der Künstlerin ihre erste Einzelausstellung in Deutschland aus.

 

Aleksandra Domanović: (Untitled) In My Feelings

13. Dezember bis 14. Februar
Eröffnung: 12. Dezember 2020, 18 Uhr

Aleksandra Domanović verbindet in ihren Arbeiten gegenwärtige und historische Betrachtungsweisen der Technikrezeption. Damit liefern ihre Videos, Skulpturen, Installationen und Druckgrafiken die Chance, einen fortwährenden Fortschrittsglauben in verschiedenen Abschnitten der Geschichte gegeneinander abzugleichen. Die ethische Verantwortlichkeit von Wissenschaft sowie das systematische Vergessen von Frauenbiografien in der Technikgeschichte stehen dabei gleichermaßen zur Diskussion wie die Angst und Enttäuschung, die an immer abstrakteren Disziplinen wie Automatisierung, Robotik oder Gentechnologie geknüpft sind. In Osnabrück beschäftigt sie sich mit verschiedenen, teils genmanipulierenden Technologien, die bei der Züchtung von Tieren und Pflanzen Anwendung finden oder zukünftig wirtschaftlich genutzt werden sollen. In einer künstlerischen Übersetzung in Form von Skulpturen und einer neu produzierten Video-Arbeit verweist ihre Praxis auf die intensive aber auch widersprüchliche Beziehung zwischen Mensch und Natur seit tausenden von Jahren.
Aleksandra Domanović (*1981 in Novi Sad, Serbien/ehemals Jugoslawien) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte sowohl Architektur an der University of Ljublijana in Slowenien als auch Bildende Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Für ihre Arbeiten gewann sie zahlreiche Preise, unter anderem den ars viva Award 2014/15 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft oder jüngst den Arnaldo Pomodoro Sculpture Prize der Stadt Mailand (2019). Domanovićs Arbeiten werden international in Gruppen- und auch Einzelausstellungen gezeigt, vornehmlich in renommierten Institutionen wie unter anderem: dem Kunsthaus Hamburg, dem New Museum in New York, dem Center for Contemporary Art, Tel Aviv (alle 2019), dem HMKV Dortmund, dem MOCA Cleveland (beides 2018) oder dem MAK Museum für angewandte Kunst Wien und der Bundeskunsthalle Bonn (beide 2017).

Hasemauer 1, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/323-2190

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 - 18 Uhr 

 

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum:

Bis 22.06. „Weltweit Remarque“

Anlässlich des 50. Todestages Erich Maria Remarques ist es an der Zeit, eine Bilanz der internationalen Wirkung des Schriftstellers zu ziehen. Welchen Stellenwert nimmt sein Werk - auch über „Im Westen nichts Neues“ hinaus - heute in unterschiedlichen Kulturen ein? In welchen Zusammenhängen werden seine humanistischen Positionen und sein Einsatz für Frieden und Toleranz heute aktualisiert? Die Sonderausstellung wird sich dieser Frage aus unterschiedlichen Perspektiven nähern, darunter die weltweite aktuelle Verbreitung seiner Schriften, die Präsenz Remarques in unterschiedlichen Medien von Literatur und Film über Musik und Graphic Novel bis hin zu Blogs und Diskussionsforen. Angebunden wird diese Darstellung, die global ansetzt, an den jeweiligen kulturellen und politischen Hintergrund. So kann unter Einsatz unterschiedlicher Vermittlungsmedien verdeutlicht werden, dass Remarque weiterhin ein höchst aktueller Autor ist und sein Werk in unterschiedlichen Zusammenhängen vom schulischen Unterricht bis hin zu aktuellen kriegerischen Konflikten kontinuierlich eine aufklärerische Aktualisierung erfährt.

An die Ausstellung angebunden ist ein einzelne Aspekte vertiefendes Begleitprogramm. Die Schau eröffnet zudem die Möglichkeit, Projekte und Veranstaltungen diverser lokaler und überregionaler Initiativen einzubeziehen.

Markt 6, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/323-2109

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Samstag und Sonntag: 11–17 Uhr

 

Museum am Schölerberg - Natur und Umwelt - :


Bis 03.01. Mission 2030 – Globale Ziele erleben

17 Ziele, die die Welt verändern. Keine Armut, kein Hunger, saubere Energie sind nur drei der insgesamt 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen (UN), die weltweit vorangetrieben und bis 2030 realisiert werden sollen. Das klingt nach einer wirklich großen Aufgabe. Einer Aufgabe, die von Politik und Wirtschaft auf der ganzen Welt gelöst werden muss. Doch betrifft das auch uns in Deutschland, in Osnabrück?

Die Kinderrechtsorganisation Plan International hat die Wanderausstellung „Mission 2030“ entwickelt, die Besucherinnen und Besucher mit den SDGs vertraut machen und sie motivieren will, selbst aktiv zu werden. Eingängige Mitmachstationen bieten eine virtuelle Reise nach Asien, Lateinamerika, Afrika sowie in zwei deutsche Großstädte. Wie schafft man es, sich als Mädchen in Kairo eine Stimme zu verschaffen? Welche Hürden müssen Jugendliche in Kambodscha auf dem Weg zu einer Ausbildung überwinden? Dazu schlüpft das Publikum in die Rolle von UN-Delegierten und ermittelt, welche Probleme einer nachhaltigen Entwicklung derzeit noch entgegenstehen und wie diese bewältigt werden können.

Klaus-Strick-Weg 10, 49082 Osnabrück, Tel. 0541/323-7000

Öffnungszeiten: Dienstag 9 - 20 Uhr, Mittwoch bis Freitag 9 - 18 Uhr, Samstag 14 - 18 Uhr und Sonntag 10 - 18 Uhr

 

Pressekontakt: Heiko Mitlewski | Fachbereich Kultur | Tel. 0541 323-3217 | E-Mail: mitlewski@osnabrueck.de