Meldungsdatum: 28.08.2020

Jugendhilfeausschuss berät darüber, die Familienbegleitung auszuweiten

Erst im Juli dieses Jahres haben zehn Osnabrückerinnen ihre Zertifikate bekommen. Sie haben eine Weiterbildung zur Familienbegleiterin absolviert und unterstützen fortan Familien in den Stadtteilen Schinkel und Dodesheide bei Herausforderungen des Alltags. Der Jugendhilfeausschuss berät in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 2. September, ab 17 Uhr in Raum 10 der OsnabrückHalle über eine Ausweitung des Programms.

„Der Einsatz der Familienbegleiterinnen ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann. „Sie unterstützen Familien unbürokratisch dort, wo vermeintliche Kleinigkeiten schnell zu unüberwindbaren Hürden zu werden drohen.“ Die bisherigen Erfahrungen zeigen beispielsweise, dass durch den Einsatz der Familienbegleiterinnen der Zugang zur frühen Bildung insbesondere für Kinder aus einkommensschwachen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund stärker geöffnet wird. Zudem wird die gesamte Familie gesellschaftlich stärker integriert, die Gesundheitsförderung für die Kinder optimiert und die Sprachfähigkeiten der Kinder und damit der Schuleinstieg gestärkt. Bislang sind die Familienbegleiterinnen an vier Kitas in den Stadtteilen Schinkel und Dodesheide im Einsatz. Zu der städtischen Kita Heiligenweg kam im Schinkel die katholische Kita Heilig Kreuz hinzu. In der Dodesheide kamen die Kitas am Limberg und die Kita in der Dodesheide in Trägerschaft des evangelischen Kirchenkreises dazu. „Wegen der äußerst positiven Erfahrungen, die alle Träger mit den Familienbegleiterinnen gemacht haben, möchten wir das Projekt gerne auf den Stadtteil Eversburg ausweiten“, erklärt Beckermann.

Der Bedeutung der Familienbegleiterinnen, deren Arbeit durch das Bundesprogramm Kita-Einstieg gefördert wird, möchte die Stadt darüber hinaus Rechnung tragen, indem sie sie fest anstellt. „Bislang sind die Familienbegleiterinnen auf Honorarbasis angestellt“, sagt Marcus Luttmer, Leiter des städtischen Fachdienstes Kinder. „Das möchten wir gerne ändern.“ So soll die Familienbegleitung in den beteiligten Einrichtungen wöchentlich für 20 Stunden angeboten werden. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre, den Rückmeldungen von Familienbegleitungen, Kindertagesstätten, den Koordinatorinnen und vor allem den Eltern würde eine Anhebung der Stunden die Qualität nochmals erheblich verbessern und den aktuellen Bedarfen entsprechen“, ist Luttmer überzeugt.

Familienbegleiterinnen sind auch in der Kita Heiligenweg aktiv. Dort gibt es ein Familienzentrum, das sich an Eltern richtet, deren Kinder die Einrichtung besuchen und an Eltern mit jungen Kindern aus dem Stadtteil. Der Schwerpunkt der Angebote liegt bei Themen aus dem Erziehungsalltag. Zusätzlich gibt es zwei Mutter-Kind-Gruppen für Kinder unter drei Jahren. Gefördert wird das Zentrum durch das Land Niedersachsen. Allerdings hat das Land bereits angekündigt, das Programm Familienförderung, aus dessen Töpfen die Zuwendungen stammen, ab 2021 mit erheblich geringeren Mitteln auszustatten. Das könnte auch Auswirkungen auf das Familienzentrum haben. „Deshalb empfehlen wir, die Förderung in der Kita Heiligenweg 2021 und 2022 mit städtischen Mitteln aufrechtzuerhalten, falls die Landesförderung für dieses Projekt gekürzt oder gestrichen wird“, erklärt Luttmer. Um den Bedarfen vor Ort gerecht zu werden, müsste neben der Aufstockung der Familienbegleitung auf 20 Wochenstunden auch eine halbe Koordinierungsstelle geschaffen werden.

Pressekontakt: Simon Vonstein | Telefon: 0541/323-4557 | E-Mail: vonstein@osnabrueck.de