18. Dezember 2020.
Das Angebot von qualifizierten Arbeitskräften im Bereich der ambulanten, haushaltsnahen Dienst- und Betreuungsleistungen ist knapp und die Nachfrage wächst zunehmend. Dabei werden für die Unterstützungsbedürftigen und ihre Angehörigen die Qualität, Verlässlichkeit und Sicherheit dieser Dienstleistungen immer wichtiger. Darauf hat jetzt die Stadt Kassel reagiert und das Projekt „Sozialwirtschaft integriert - Sorgearbeit im Quartier“ aufgelegt.
„Mit diesem Projekt wollen wir einen Beitrag leisten, um die zunehmend problematischen Angebotslücken bei den ambulanten haushaltsnahen Dienst- und Betreuungsleistungen zu schließen“, erläutert Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich. „Die demografische Entwicklung und die Zunahme von Ein-Personen-Haushalten wird auch in den kommenden Jahren zu wachsendem Unterstützungsbedarf führen. Hier setzt unser Projekt an; die Teilnehmenden sollen zu Sorgeassistentinnen und –assistenten ausgebildet werden. Zielgruppe sind langzeitarbeitslose Frauen und Männer, auch mit Migrations- und Fluchthintergrund, denen langfristig sozialversicherungspflichtige Beschäftigungschancen eröffnet werden.“
„Sorgearbeit im Quartier“ wird vom Land Hessen mit über 1,4 Mio. Euro unterstützt, die städtischen Eigenmittel belaufen sich auf ca. 160.000 Euro. Bereits 2018 ist im Dezernat von Bürgermeisterin Friedrich das Projekt „Sozialwirtschaft integriert“ erarbeitet worden, um erwerbslose Migrantinnen in einen Pflegeberuf zu bringen. Auch mit dem neuen Projekt wird eng mit weiteren Partnern zusammengearbeitet: der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen (AWO) und der StadtBild gGmbH, die seit 2011 Qualifizierungs-, Beschäftigungs-, Bildungs- und Beratungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen durchführt.
Dazu AWO-Geschäftsführer Michael Schmidt: „Die Unterstützung älterer Menschen in ihrer gewohnten Umgebung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Deshalb soll das Projekt "Sorgearbeit im Quartier" dazu beitragen, Menschen für hauswirtschaftliche und betreuerische Aufgaben zu qualifizieren. Im Einzelfall ist dafür eine qualifizierte berufs- und fachintegrierte Sprachförderung erforderlich, die die AWO parallel zu der Qualifizierung anbietet.“
Auch StadtBild-Geschäftsführer Jürgen Hartrumpf freut sich auf die Zusammenarbeit: „Wir setzen dieses Projekt gerne um. Im Rahmen einer gezielten Förderung und Qualifizierung haben die Teilnehmende so die Möglichkeit, in das Erwerbsleben einsteigen zu können. Bildung bedeutet gesellschaftliche Teilhabe. Auch im Namen der Teilnehmenden danke ich dem Hessischen Sozialministerium und der Stadt Kassel, dass sie dieses Projekt durch die Bereitstellung von Mitteln ermöglicht haben.“
StadtBild-Projektkoordinatorin Cornelia Henze ergänzt: „Ich freue mich über die hohe Motivation der Teilnehmenden. Sie sehen hier ihre Chance zum Einstieg in die Erwerbstätigkeit und eine gute Perspektive für die Zukunft. Sie haben Interesse an hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und Pflege, bringen viel Power mit und unterstützen sich gegenseitig beim Lernen. Der Unterricht zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr praxisorientiert ist und individuell durch kompetente Ausbilderinnen und eine integrierte Sprachfachkraft gefördert und begleitet wird.“
Auf städtischer Seite wird das Projekt „Sorgearbeit im Quartier“ von Ronja Faustini von der Kommunalen Arbeitsförderung geleitet. Sie unterstreicht das gute Zusammenspiel der Kooperationspartner: „Durch die engmaschige und sozialpädagogische Begleitung und die Kombination von Qualifizierung, Coaching und integriertem Fach- und Sprachenlernen bekommen die Teilnehmenden eine gute Beschäftigungsperspektive in privaten Haushalten und weiteren Einrichtungen.“
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