Verleihung der Auszeichnung Kasseler Demokratie-Impuls verschoben – Video würdigt Autoren der NSU-Protokolle

23. Dezember 2020.

 

 

In diesem Jahr wollte die Stadt Kassel erstmals die Auszeichnung „Kasseler Demokratie-Impuls“ feierlich verleihen. Mit dem Hauptpreis wird das Autoren-Team der Süddeutschen Zeitung, Annette Ramelsberger, Rainer Stadler, Wiebke Ramm und Prof. Dr. Tanjev Schultz, für die Artikelserie „Der Prozess“ ausgezeichnet. „Aufgrund der Corona-Pandemie muss der Festakt leider auf das kommende Jahr verschoben werden. In einem Video sollen die Preisträger dennoch auch in diesem Jahr gewürdigt werden“, kündigte Oberbürgermeister Christian Geselle an.

 

In dem Filmbeitrag begründen die Juroren ihre Entscheidung für die Leistung des Journalisten-Teams, das den Jahrhundertprozess, bei dem es auch um die Ermordung des Kasseler Bürgers Halit Yozgat im Jahr 2006 durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ging, fünf Jahre lang begleitet und dokumentiert hatte. Die Preisträgerinnen und Preisträger erläutern in dem Video eindrucksvoll, was sie zu dieser aufreibenden Mammutaufgabe, der akribischen Aufzeichnung von 438 Verhandlungstagen, bewegt hat. Das Video ist abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=7eeySNXcw64&t=2s.

 

Die Jury vergab zudem drei Förderpreise für wissenschaftlichen Nachwuchs. Ausgezeichnet werden Rebekka Bonacker, Adriana Fink und Mara Teutsch für ihre Forschungsarbeit mit dem Titel „Kritische Analyse der Dynamiken im Erinnern an den NSU-Komplex“, Ann-Kathrin Mogge für ihre Masterarbeit „Nach der Wende die Wende? Diskussionen um die Nation in zwei neurechten Periodika nach der Wiedervereinigung“ und Andrea Horni für ihre Masterarbeit zu dem Thema „Erinnerungsort: eine Straße für Halit Yozgat – Die Kasseler Diskussion um ein Opfer nazistischer Gewalt“. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind unter https://www.kassel.de/kasselerimpuls im Internet einsehbar.

 

Fast 50 journalistische und wissenschaftliche Arbeiten eingereicht

Die Auszeichnung „Kasseler Demokratie-Impuls“, die verbunden ist mit dem Gedenken an die NSU-Opfer, wurde im Jahr 2019 von der Stadt Kassel erstmals bundesweit ausgeschrieben. Der Hauptpreis ist mit 3.000 Euro dotiert.  Die Förderpreise für wissenschaftliche Arbeiten in Höhe von je 1000 Euro werden von der Kasseler Sparkasse unterstützt.

 

Insgesamt wurden nach der ersten Ausschreibung fast 50 wissenschaftliche und journalistische Arbeiten eingereicht, die sich vor allem mit den Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen.

 

Hintergrund zum „Kasseler Demokratie-Impuls“

Mit der Auszeichnung „Kasseler Demokratie-Impuls“ sollen herausragende wissenschaftliche Arbeiten sowie tiefgreifende, analytische journalistische Arbeiten, die Rassismus, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in der Gesellschaft thematisieren und sich insbesondere mit Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus auseinandersetzen, gewürdigt werden.

 

Die zweite Ausschreibung läuft noch bis zum 15. Januar 2021. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet auf der Kassel-Seite unter www.kassel.de/kasselerimpuls

 

Die Jury besteht aus: Prof. Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer, ihrem Mitarbeiter Taha Kahya, Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister, Hessischer Ministerpräsident und Kasseler Oberbürgermeister, PD Dr. Steffen Kailitz, Politikwissenschaftler und Extremismusforscher am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden, sowie Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Politikwissenschaftler an der Universität Kassel und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Demokratie und Demokratisierung.

 

 

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