Stadtmuseum Kassel erhält Schenkung eines Porträts von Sigmund Aschrott

14. Januar 2021.

Eine neue Schenkung bereichert ab sofort die Sammlung des Stadtmuseums: Aus Großbritannien hat das Museum ein Porträt erhalten, das Sigmund Aschrott (1826 bis 1915) zeigt. Der Fabrikant Aschrott zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt Kassel und das Gemälde ist eine der wenigen bildlichen Darstellungen des Fabrikanten, der das Stadtbild Kassels wesentlich mitgeprägt hat.

 

Ein erster Kontakt zu den Nachkommen Sigmund Aschrotts entstand 2017 im Zuge der Sonderausstellung „Hingucker. Kasseler Persönlichkeiten und ihr Wirken“. Damals erfuhr das Stadtmuseum, dass die seit Generationen in England lebende Familie im Besitz eines Gemäldes von Sigmund Aschrott ist. Im Dezember 2019 wandte sich Penelope McLaughlan, eine Nachfahrin Aschrotts, mit dem Angebot einer Schenkung des Gemäldes an das Stadtmuseum.

 

Anlässlich des Übergangs des Gemäldes in die Sammlung des Stadtmuseums sagte Kulturdezernentin Susanne Völker: „Spuren von Siegmund Aschrotts Wirken finden sich vielfach in der Stadtgeschichte und sind bis heute im Kasseler Stadtbild sichtbar. Eindrucksvolle Fassaden und Straßenzüge im Vorderen Westen, ebenso wie der nach ihm benannte Aschrottpark und die Aschrottstraße sind bleibende Beispiele dafür. Herzlicher Dank gilt Frau Penelope McLaughlan für die großzügige und für Kassel bedeutsame Schenkung.“

 

Der Leiter der Städtischen Museen Dr. Kai Füldner freut sich über den neuesten Zuwachs der Sammlung: „Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie auch auf das Stadtmuseum hat das Team des Stadtmuseums hinter den Kulissen weiterhin Projekte wie diese Gemälde-Übernahme verfolgt, um die Geschichte der Stadt Kassel in vielfältiger Art und Weise für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar zu machen. Es ist ein Gewinn für unser Haus, dass der Eingang des Gemäldes Aschrotts in die Sammlung des Stadtmuseums sein Wirken repräsentiert und würdigt."

 

Sigmund Aschrott modernisierte die traditionsreiche Textilherstellung in Kassel und leitete den Übergang zur industriellen Fertigung textiler Produkte ein. Über 100 Jahre lang war die Textilindustrie ein wichtiges Standbein der Kasseler Wirtschaft. Seit Ende der 1860er Jahre trieb Sigmund Aschrott maßgeblich den Ausbau des Gebietes westlich des Stadtzentrums voran; er finanzierte die Erschließung und teils auch dessen Bebauung. Er gilt damit als Gründer des Stadtteils Vorderer Westen. Heute erinnern noch der Aschrottpark, die Aschrottstraße und die Annastraße (nach seiner Frau Anna benannt) im Vorderen Westen an den Stadtteilentwickler. Im hohen Alter verließ der Unternehmer Kassel und ging nach Berlin, wo er 1915 starb. Aschrotts Familie, die jüdischen Glaubens war, wanderte später nach England aus.

 

Aschrott zählt zu den bedeutendsten Stiftern der Stadt Kassel: So schenkte er der Stadt das Grundstück der heutigen Stadthalle und stiftete 1909 zur Einweihung des neuen Rathauses einen nach ihm benannten Brunnen im Ehrenhof. Dieser Brunnen, der angeblich jüdische und freimaurerische Symbole aufwies, wurde 1939 von den Nationalsozialisten zerstört. 1987 wurde zur mahnenden Erinnerung an diese „offene Wunde der Stadtgeschichte“ ein neuer Aschrottbrunnen von dem Künstler Dr. Horst Hoheisel (*1944) installiert. Zu seinen weiteren wohltätigen Leistungen zählen das Dr. Aschrott-Wohlfahrtshaus, das Marie v. Boschan-Aschrott Altersheim sowie zahlreiche Grundstücksschenkungen durch seine Kinder.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Susanne Albert

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Schenkung eines Porträts von Sigmund Aschrott
©Stadt Kassel, Fotograf: Sascha Mannel

Schenkung eines Porträts von Sigmund Aschrott Susanne Völker, Kulturdezernentin der Stadt Kassel, und Dr. Kai Füldner, Leiter der Städtischen Museen Kassel



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