Meldungsdatum: 03.03.2021

„Solidarität. Grenzenlos“

Osnabrücker Programm der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“

Die bundesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus finden vom 15. bis 28. März auch in Osnabrück unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos“ statt. Die Friedensstadt beteiligt sich in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Initiativen, Gewerkschaften, religiösen Einrichtungen, Verbänden und Einzelpersonen mit vielfältigen Veranstaltungen und setzt dadurch ein deutliches Zeichen gegen Rassismus.

Besonders in diesem Jahr verdeutlichen die Veranstaltungsangebote, die von Diskussionsrunden und Filmvorführungen bis hin zu Stadtrundgängen reichen, dass es mit vereinten Kräften und Zusammenhalt auch unter erschwerten Bedingungen wichtig und möglich ist, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus zu fördern, zu stärken und nachhaltiger zu machen.

Während des vierzehntägigen Zeitraums begleitet das Filmfest die Internationalen Wochen mit dem politischen Kino und die GEW Kreisverband Osnabrück-Stadt bietet einen Blog zum Thema „Rassismus hat viele Gesichter“ an.

Am 15. März startet um 15 Uhr die Aktion „Ohren und Augen auf gegen Rassismus“ des Mädchenzentrums Osnabrück. Mit Digitalkameras und Smartphones ausgerüstet, wird sich medial, kreativ und aktiv mit dem Thema Rassismus beschäftigt. Am 16. März bietet die Osnabrücker Autorin Maria Braig um 19 Uhr eine Lesung aus ihrem Buch „Die Asylentscheiderin“ an.

Mehrere Veranstaltungen stehen am 17. März auf dem Programm: Der Verein Exil präsentiert vom 17. bis zum 21. März den Film „Der zweite Anschlag“, der die Kontinuität rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland mit Hilfe dokumentarischer Zeitzeugen-Interviews thematisiert. Am 19. März wird dieser Film durch ein Filmgespräch ergänzt.

Auch Kinder und Jugendliche beziehen klar Stellung gegen jede Form von Diskriminierung. Die Domschule möchte als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 17. und 28. März, jeweils von 10 bis 12 Uhr, gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern mit der Aktion „My step to one world“ auf eine Welt zusteuern, in der kulturelle und religiöse Unterschiede respektiert werden.

Ebenfalls am 17. März veranstalten der Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V. und der pax christi-Regionalverband Osnabrück/Hamburg um 18 Uhr ein digitales Gespräch über die europäische Asyl- und Migrationspolitik. Hierzu eingeladen sind Vertreter einer Nichtregierungsorganisation aus Samos und zwei Projektgründer aus Lesbos sowie der Wissenschaftler Bernd Kasparek und als ein politischer Vertreter Eric Marquardt.

Als letzte Veranstaltung an diesem Tag stellt auf Einladung der AG für politische Bildung im Bistum Osnabrück die Publizistin Liane Bednarz in einem Vortrag die Netzwerke der rechten Christen vor, beschreibt ihre Feindbilder, Überzeugungen und Aktionsformen und diskutiert die gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Instrumentalisierung von Religion. Beginn der Online-Veranstaltung ist um 18 Uhr.

Eine weitere Möglichkeit für Austausch und Begegnung bietet die am 18. März um 17 Uhr stattfindende Veranstaltung des Cafés Mandela. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Fragen zu (verdeckten) Diskriminierungen in der individuellen Alltagssprache diskutiert und Stereotypien sowie Abwertungen in Sprache aufgezeigt.

Da das gemeinsame Singen und Proben derzeit nicht möglich ist, lädt der Musikschule am 21. März ab 11 Uhr zu einer öffentlichen Probe des Chorprojekts „Revolutzajams“ ein, bei dem Friedens- und Freiheitslieder eingeübt werden.

Der Märchennachmittag am 21. März richtet sich an Kinder und Familien. So können sie von 15 bis 16.15 Uhr an der Nackten Mühle der Stimme von Sonja Fischer und den Geschichten von kleinen Heldinnen und Helden aus aller Welt mit mutigem Herzen und klugen Köpfen lauschen.

Der Stadtrundgang „Osnabrück post-kolonial – eine Spurensuche“ mit Dr. Thorsten Heese beleuchtet das koloniale Erbe der Stadt Osnabrück. Treffpunkt ist am 23. März um 16 Uhr an der Museumskasse. Am selben Tag bietet der Exil-Verein einen Vortrag mit dem Titel „Zur Schau getragen“ und klärt über Symbole, Codes und Marken der extremen Rechten auf.

Das sich die Begegnung über kulturelle Grenzen hinaus auf diverse Arten ereignen kann, zeigt die Literaturnacht des Vereins Deutsch-Syrischer Austausch Osnabrück am 24. März um 17.30 Uhr. An diesem Abend werden im Restaurant „Die Laterne“ arabisch- und deutschsprachige Gedichte und Geschichten vorgetragen.

Die Christliche Arbeiterjugend Osnabrück lädt am 24. März zu einem aktiven Online-Workshop ein, um über versteckte diskriminierende Sprachmuster zu sprechen. Bei der Podiumsdiskussion der Bahá’i-Gemeinde Osnabrück „Hürden überwinden – Zusammenkommen!“ am 27. März um 16 Uhr findet ein Austausch mit Vertretern aus Sport, Kultur, Politik, Religion und Bildung über ihre Erfahrungen mit Rassismus und praktische Ansätze der Begegnung von Rassismus statt.

Der Verein Exil beendet das Programm zu den Internationalen Wochen am 28. März ab 11 Uhr mit einer Literaturmatinee, in der Geflüchteten, Studierenden aus verschiedenen Ländern, Migranten und Migrantinnen und Deutsche mit und ohne Zuwanderungsgeschichte lesen werden.

Interessierte sollten sich rechtzeitig über das Format der Angebote informieren und bei den Veranstaltern anmelden. Aufgrund der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Änderungen im Programm kommen.

Weitere Informationen und das gesamte Programm sind ab Anfang März auf www.osnabrueck.de/friedenskultur zum Download zu finden. Rückfragen an das Büro für Friedenskultur sind unter Telefon 0541 323-3210 (Katharina Opladen) oder unter der E-Mail-Adresse friedenskultur@osnabrueck.de möglich.

Pressekontakt: Heiko Mitlewski | Fachbereich Kultur | Tel. 0541 323-3217 | E-Mail: mitlewski@osnabrueck.de


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Der zweite Anschlag. Zeitzeugin Mai Phnong Kollath


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