Meldungsdatum: 05.03.2021
Seit mehr als 100 Jahren gibt es den Internationalen Frauentag, der jedes Jahr weltweit am 8. März begangen wird – nicht nur als Feiertag, sondern vielmehr als Kampftag für Frauenrechte. Entstanden ist er in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um Gleichberechtigung und vor allem um das Wahlrecht für Frauen. An Aktualität verloren hat er jedoch nichts, da Frauen in unserer Gesellschaft in vielfacher Hinsicht immer noch um eine gleichberechtigte Teilhabe ringen.
Für viele Frauen gibt es zum Beispiel keine gleichberechtigte Teilhabe in den politischen Parlamenten oder im Verhältnis von unbezahlter Sorge- bzw. von Familien- und Erwerbsarbeit. Ebenso sind gleicher Lohn für gleiche Arbeit und ein existenzsicherndes Einkommen auch im Jahr 2021 noch längst keine Selbstverständlichkeit für viele Frauen.
Mit dem Equal Pay Day am 10. März soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern immer noch 19 Prozent beträgt und Frauen bis dahin, das heißt 69 Tage im Jahr, „umsonst“ arbeiten. Damit bleibt Deutschland Schlusslicht im internationalen Vergleich. Ursächlich für diese Lohnlücke sind sogenannte strukturelle Unterschiede. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet und Frauen und Männer betrachtet, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent.
Die Corona-Pandemie hat diese strukturellen Defizite vielfach besonders deutlich zum Vorschein gebracht. Daher ist es an der Zeit, diese endlich entschieden anzugehen.
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