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Hanau, 09. März 2021
Im Fahrgasttunnel des Hauptbahnhofs soll sich künftig das bunte Leben in Hanau widerspiegeln
Studierende der Brüder Grimm Berufsakademie Hanau erarbeiten Gestaltungsvorschlag

185 Meter ist die Personenunterführung des Hanauer Hauptbahnhofs lang. Ein extremer Tunnel zwischen dem Eingangsgebäude und der Auheimer Straße, von dem alle Zugänge zu den Gleisen abgehen. Eine wichtige Verbindung, aber auch ein ganz bedeutender Ort. Hier erhalten Ankommende einen ersten Eindruck von der Stadt, Abreisende nehmen als letztes von Hanau diesen Eindruck mit. Und ein ständiger Begleiter ist die Unterführung für die, die hier tagtäglich ein-, aus- oder umsteigen. 35.000 Fahrgäste sind es jeden Tag.

„Ein so wichtiger  Ort benötigt  ein Gesicht, das zur Stadt  passt und gleich eine Visitenkarte für Hanau darstellt, wenn man mit dem Zug ankommt“, so Stadtrat Hanaus Thomas Morlock. “Dabei war sofort klar, dass die Standardlösungen der Deutschen Bahn für derartige Bahnsteigverbindungen diesem Anspruch an die Funktion und Qualität der Gestaltung nicht gerecht würde“, betont er. Deshalb sollte der Ort im Zuge des Umbaus des Bahnhofs ein unverkennbares, einzigartiges Gesicht bekommen.

. „Für mich war es naheliegend, hierfür eine Hanauer Institution ins Boot zu holen“, ergänzt er. Und so wurde für die Gestaltung die Brüder Grimm Berufsakademie Hanau (BGBA)  gewonnen. „Diese Personenunterführung wird gleichzeitig auch an prominenter Stelle zu besichtigender Ausweis sowohl für die hohe gestalterische Qualität als auch die unbedingte Praxistauglichkeit der Ausbildung an unserer BGBA sein“, lobt der Stadtrat das jetzt vorliegende Designkonzept.

Die Geschäftsführerin der Akademie, Elke Hohmann, begrüßt diese Möglichkeit zur Zusammenarbeit: „Als Hanauer Akademie ist es uns sehr wichtig, dass unsere Studierenden und Absolventinnen und Absolventen einen Bezug zur Stadt haben und an Projekten mitwirken können, die zur Entwicklung Hanaus beitragen“. Auch die Akademieleiterin, Professorin Nicole Simon, sieht in der Mitwirkung an solchen Projekten nur Vorteile: „Wir bilden unsere Studierenden dafür aus, Lösungen zu finden für Aufgaben, die real existieren. Die Orientierung am Markt und an gesellschaftlichen Fragestellungen sind Kernstück unserer Studiengänge“.

Durch den ersten Corona-Lockdown kam dann für die Kooperation einiges anders als gedacht. Professor Martin Krämer, stellvertretender Akademieleiter der BGBA und Designkoordinator für das Projekt, erläutert dazu: „Im Lockdown sind wir mit dem ganzen Akademiebetrieb in den Online-Modus gegangen. Das bedeutete, dass wie unseren Studienbetrieb nicht mehr vor Ort durchgeführt haben. Dies wäre aber Voraussetzung gewesen, um ein dieser Art anspruchsvolles Projekt mit Studierenden durchzuführen.“ Die Lösung: Vier Absolventinnen der BGBA aus dem Fachbereich Produktgestaltung übernahmen als Designteam die Aufgabe des Entwurfs. Zur späteren Realisierung des Entwurfs konnte in einem Ausschreibungsverfahren die renommierte Offenbacher Agentur Seippel & Weihe gewonnen werden.

Die im Sommer begonnene Zusammenarbeit mit dem städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (Projektleitung Sebastian Brieger) und den am Umbau beteiligten Planern entwickelte sich aus seiner Sicht sehr positiv. Die Planer hatten als Grundlage für das Design bereits eine hinterleuchtbare Glasverkleidung für die Personenunterführung vorgesehen. Eine gute Entscheidung, wie sich später zeigen sollte.

Die BGBA-Absolventinnen Hanna Brehmer, Antonia Fischer, Dorothea Griep und Tabea Wolf präsentierten im Novermber 2020 als Designteam mit dem Namen  G_P (sprich „GAP“) ihre Grobentwürfe vor dem Plenum der Projektbeteiligten. Ausgewählt wurden schließlich zwei Entwurfsansätze mit den Titeln „Hanau, die Macherstadt“ und „Hanau ist bunt“. In einem nächsten Schritt sollten diese nun in einem Feinentwurf vereint werden.

Die Verbindung dieser beiden Entwurfsansätze war keine leichte Aufgabe. „Es konnte ja nun nicht bedeuten, dass wir einfach bunte Macher darstellen,“ sagt die Designerin Dorothea Griep. Es musste also ein Weg gefunden werden, der sowohl Hanau als Macherstadt als auch seine soziokulturell „bunte“ Vielfalt verkörpert. „In dieser intensiven Entwurfsphase war die kritische Begleitung durch die Agentur Seippel + Weihe sehr wichtig. Die Fachleute der Agentur haben viel Erfahrung darin, was von anderen Menschen wahrgenommen wird. Schließlich geht es ja nicht nur um eine ansprechende Gestaltung, sondern auch um die Marke Hanau und das, was Hanau ausmacht - das Selbstverständnis der Menschen, die in der Stadt leben“, sagt Professor  Krämer.

Dorothea Griep und Tabea Wolf, die für die Weiterentwicklung des Entwurfs zuständigen Designerinnen, präsentierten dann im Februar dieses Jahres  das Endergebnis. Die anwesenden Fachleute der Stadtverwaltung, der Deuschen Bahn AG und von Hanau Infrastruktur Service waren einer Meinung: Der Entwurf passt zur Stadt Hanau und bietet  neben seinen ästhetischen Qualitäten viele Vorteile für die Personenunterführung.  Nun liegt nach knapp einem Jahr ein Gestaltungskonzept für die Personenunterführung der Stadt Hanau vor.

Zu ihrem Feinentwurf sagen die Designerinnen  Griep und  Wolf: „Hanau ist ein wichtiger Standort für Industrie, Handwerk und Wirtschaft, in der auch sonst viel in Bewegung ist. Die Stadt ist sehr bunt, gegensätzlich und vielseitig. In diesem Sinne wollen wir die Menschen und ihr Treiben in den Mittelpunkt stellen. Uns ist es wichtig, dabei einen Querschnitt der Gesellschaft abzubilden und Gegensätze nicht einzuebnen, sondern bestehen zu lassen. Bildlich arbeiten wir mit Fotos, da diese als Momentaufnahme die Bewegung und kurzen Momente einfangen können. So wird Hanau sowohl inhaltlich als auch durch typische Stadtbilder gezeigt und erkennbar.“

Die Umsetzung ihres Entwurfs stellen sich die beiden Designerinnen so vor: „Beide Seiten des Tunnels sind verglast. Aufgrund der Lichtverhältnisse im Tunnel spiegeln die Glaspaneele. Das Prinzip von Spiegelungen übernahmen wir, um unterschiedlichste Situationen in Hanau miteinander zu überblenden. Gegensätzliches und Gemeinsamkeiten können so in einem Bild dargestellt werden. Bei genauem Betrachten finden sich auch die Reisenden in dieser vielschichtigen Darstellung als Spiegelung wieder. Wir wollen eine positive Atmosphäre am Bahnhof schaffen. Mit warmen Farben greifen wir den Rhythmus des Tunnels auf und betonen die drei Bereiche der Aufgänge farblich. Hierfür werden die Treppenaufgänge in warmen Farben gefliest.“

Rainer Weihe, der Geschäftsführer der Agentur Seippel & Weihe, sagt zum Entwurfsprozess: „Es war toll zu erleben, wie intensiv und kreativ sich die Absolventinnen der BGBA mit der Entwurfsgestaltung der Personenunterführung Hanau auseinandergesetzt haben. Unsere Expertise war willkommen und floss konstruktiv in den Designprozess ein. Ich glaube, beide Seiten haben diese Dynamik sehr positiv erlebt. Dadurch ist für die Stadt Hanau ein hervorragendes Ergebnis entstanden“. Seippel & Weihe übernimmt nach der Fertigstellung der Entwürfe die weitere Ausarbeitung und die Realisierung – in enger Abstimmung mit den Auftraggebern seitens der Stadt Hanau und der Deutschen Bahn. „Ganz wichtig bleibt der Kontakt zu dem Designteam, damit am Ende Entwurf und Ergebnis gut aufeinander abgestimmt sind“, meint Sabine Seippel, Geschäftsführerin der Agentur.

 

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Personenunterführung Hauptbahnhof
Ist-Zustand des Fahrgasttunnels: steril und eher dunkel


Personenunterführung Hauptbahnhof 2
So stellen sich die Studierenden der BGBA künftig den Fahrgasttunnel als 3D_Simulaton vor. Darstellung: G_P-Design


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