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Meldungsdatum: 02.09.2021

Kurzanalyse der Corona-Situation im Kreis Borken:

Infektions-, Impf- und Testgeschehen in der vergangenen Woche

Infektionsgeschehen im Kreis Borken vom 23. bis 29. August 2021:
Über das Infektionsgeschehen im Kreis Borken wird tagesaktuell anhand der jeweiligen Neuinfektionen und Inzidenzwerte berichtet. Um eine bessere Einordnung der Zusammenhänge und Infektionsrisiken zu ermöglichen, hat das Kreisgesundheitsamt Borken erneut die Infektionsfälle der vergangenen Woche näher analysiert. Die bisherigen Erkenntnisse aus den vergangenen vier Wochen werden damit weiterhin im Wesentlichen bestätigt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in der vergangenen Woche weiter angestiegen auf 398 gemeldete Neuinfektionen (Vorwoche 257). Das ist im Vergleich zur Vorwoche eine Steigerung von 54 Prozent, so dass beim Infektionsgeschehen inzwischen von einem exponentiellen Wachstum die Rede sein muss. Nachdem zuletzt vor allem der Nordkreis betroffen war, verteilen sich die Infektionen nun in dieser Woche flächendeckend auf das gesamte Kreisgebiet (205 im Nordkreis, 193 im Südkreis).

Am 23. August 2021 lag der Inzidenzwert bei 75,9 (444 gemeldete Infektionen). Am 29. August lag der Wert bei 108,0, es wurden 620 infizierte Personen gezählt. Die Entwicklung der Inzidenz im Kreisgebiet verlief auch in diesem Zeitraum parallel zur Entwicklung auf Landes- und Bundesebene. Die Inzidenz hat sich in einem Zeitraum von drei Wochen mehr als verdreifacht. Für NRW scheint dabei auch der zeitliche Zusammenhang mit dem Ende der Schulferien maßgeblich, wegen des damit verbundenen Zusammentreffens der Aspekte große Anzahl von Reiserückkehrer/inne/n und verpflichtendes regelmäßiges Testen von Schülerinnen und Schülern seit Schulbeginn.

Die Infektionen erfolgten nach den Feststellungen des Kontaktermittlungsteams des Kreisgesundheitsamtes Borken vor allem in folgenden Kontexten:
• 170 x im häuslichen bzw. engen privaten Bereich (42,7 Prozent; Vorwoche: 31,9 Prozent) – dies sind im wesentlichen Folgeinfektionen unter Familienmitgliedern
• 89 x Reiserückkehrer/innen (22,4 Prozent; in der Vorwoche 42,0 Prozent) – der Großteil (72) weiterhin aus Süd- und Osteuropa
• 21 x am Arbeitsplatz (5,3 Prozent; Vorwoche: 0,7 Prozent).
In 90 Fällen konnten Infizierte keine weiteren Angaben zu einer möglichen Infektionsquelle machen (22,6 Prozent; Vorwoche 23,7 Prozent).

279 der 398 infizierten Personen (70 Prozent) waren nicht geimpft, 15 nicht vollständig geimpft. Betrachtet man diese Zahlen und zudem das Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen, so zeigt sich auch bei uns im Kreisgebiet, dass nicht Geimpfte deutlich häufiger von einer Infektion mit COVID19 betroffen sind als geimpfte Personen.

Drei Viertel aller Infektionen entfallen auf Menschen unter 40 Jahren. Den Schwerpunkt der Infektionen gibt es mit 56 Prozent (223 Personen) in den Geburtsjahrgängen 1990 und jünger, 130 Infizierte sind aus den Jahrgängen 2005 und jünger (32,7 Prozent).

Fazit: Es ergeben sich nach wie vor in hohem Maße Folgeinfektionen in den Haushalten. Die vorherschende, besonders ansteckende Delta-Virusvariante führt weiterhin insbesondere auch in größeren Familiengemeinschaften innerhalb weniger Tage zu starken Fallanstiegen. Nach dem Ferienende ist der Anteil an Reiserückkehrer/inne/n rückläufig, liegt aber noch bei rund einem Viertel. Es ergibt sich ein steigendes Infektionsgeschehen durch den Schulstart. Mit Schulbeginn und den dort verpflichtenden regelmäßigen Testungen sind zunehmend Einzel-Infektionen im Zusammenhang mit Schule und in Kita zu verzeichnen. Insbesondere im Kita-Bereich gibt es so gut wie keine bestätigten Folgeinfektionen, so dass der Betrieb in den meisten Fällen weiterlaufen kann. In der Schule wird mit sehr viel Augenmaß die Situation betrachtet. Häusliche Absonderungen werden nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich ausgesprochen.

Wie bei der Betrachtung der Vorwochen gilt weiterhin: Am aktuellen Infektionsgeschehen nehmen weit überwiegend Ungeimpfte teil, der Anteil der vollständig Geimpften an den Neuinfektionen liegt jedoch höher als zuletzt (26 Prozent). Es zeigt sich aber: Vollständig Geimpfte sind besser vor einer Infektion geschützt und nach den bisherigen Erkenntnissen vor allem auch vor einer schweren Erkrankung. Das bekräftigen auch die Krankenhausbelegungen: Von den dort behandelten Patienten ist die Mehrzahl ungeimpft.

Landrat Dr. Zwicker wirbt daher noch einmal eindringlich gerade in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen dafür, die bestehenden Impfangebote wahrzunehmen: „Die Impfung ist und bleibt der nachweislich beste Weg, sich selbst und andere bestmöglich vor einer Infektion zu schützen!“ Gleichzeitig wiederholt der Landrat seinen Appell, auch weiterhin die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Zudem sollten gerade die – noch – Ungeimpften die Testmöglichkeiten nutzen. Wichtig überdies: Alle Betroffenen sollten Krankheitssymptome schnellstmöglich abklären. Dies gelte auch für vollständig Geimpfte, die sich möglicherweise in einer trügerischen Sicherheit vor einer Infektion sehen.

Situation in den Krankenhäusern im Kreisgebiet:
Die Zahl der Coronafälle, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen, ist in etwa wie in der Vorwoche– es lagen zeitweilig 18 Personen mit einer Coronavirus-Infektion in einem der Krankenhäuser im Kreisgebiet, davon 8 auf der Intensivstation. Der ganz überwiegende Teil war ungeimpft, die Altersspanne dabei sehr groß. Zum heutigen Tag (2. September) sind insgesamt 16 Patienten gemeldet, 7 davon auf der Intensivstation.

Situation in den Altenpflegeheimen:
Nachdem in den Einrichtungen der Altenpflege über mehrere Monate nur ganz wenige Einzelinfektionen festgestellt werden konnten, sind nunmehr in einzelnen Einrichtungen Ausbruchsgeschehen unter den Bewohner/inne/n und den Beschäftigten zu verzeichnen. Dies entspricht zur Zeit einer allgemeinen Entwicklung auf Landesebene. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen werden durch das Gesundheitsamt engmaschig begleitet und insbesondere der Krankheitsverlauf bei vollständig geimpften Infizierten aufmerksam verfolgt. Nach bisherigen Erkenntnisse des Kreisgesundheitsamtes zeigen geimpfte Betroffenen überwiegend nur leichte Symptome

Impfgeschehen:
Die Quote der Erstimpfungen im Kreis Borken lag mit Stand 01.09.2021 bei 72,7 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 81,9 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren. Bei den vollständig Geimpften waren es 68,4 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 77,8 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren. Da dem Kreis Borken die Impfzahlen der Betriebsärzte nicht vorliegen, wird die tatsächliche Zahl der geimpften Personen noch größer sein.

Die Auswertung der Altersstruktur der vollständig geimpften Personen ergab folgendes Bild:
• 12 – 17 Jahre: 38,8 Prozent
• 18 – 59 Jahre: 77,2 Prozent
• 60 Jahre +: 90,6 Prozent (ein Hinweis: Die Prozentzahl ist im Vergleich zur Vorwoche geringer, weil das RKI nun die Bevölkerungszahl zum Stichtag 31.12.2020 als Bemessungsgröße heranzieht. Diese ist in dieser Altersgruppe um ca. 2.000 höher. Bei der alten Einwohnerzahl wären es 92,7 Prozent).

Das „Impfzentrum Kreis Borken“ in Velen hat am 8. Februar 2021 seinen Betrieb aufgenommen. Es hat derzeit montags bis samstags von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Weiterhin können alle Impfwilligen ab 12 Jahren das Impfzentrum auch ohne Termin aufsuchen. Auch in der kommenden Woche ist das „Impfmobil“ unterwegs: 8. September (15 bis 18 Uhr) in Raesfeld-Erle (Silvesterschule), 10. September (17 bis 19 Uhr) in Ahaus-Wessum (Sportgelände Union Wessum) und 11. September (14 bis 18 Uhr) in Vreden (Jugendwerk). Auch der Impfbus des ASB ist in Gronau wieder unterwegs (9. Bis 12. September). Weitere Termine sind bereits in Vorbereitung.

Testgeschehen:
Am 11. August 2021 hat die Zahl der Schnelltestungen auf das Coronavirus im Kreisgebiet den Wert von 2 Millionen überschritten, inzwischen sind an den Teststellen rund 2,23 Millionen Schnelltests vorgenommen worden (Stand 01.09.2021). Seit dem 10. März 2021 werden sie durchgeführt, zwischenzeitlich wöchentlich über 100.000 Testungen. Zwischen 50 und 60 Prozent der positiven Schnelltest-Befunde werden anschließend durch einen PCR-Test als Infektionsfall bestätigt.

Pressekontakt: Ellen Bulten 02861 / 681-2427


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