Meldungsdatum: 12.10.2021

Das Ziel: in jeder Toilettenkabine ein Aufkleber mit Notrufnummern  

Damit Opfer häuslicher Gewalt Hilfe finden

 

Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt ist nicht zuletzt in der Corona-Pandemie bundesweit deutlich angestiegen. Frauen, Kinder und Jugendliche geraten immer öfter in bedrohliche Situationen und wissen nicht, wo sie Unterstützung, Schutz und Hilfe finden.

 

Die Stadtverwaltung hat deshalb eine Idee aus dem eigenen Vorschlagswesen aufgegriffen und einen Aufkleber mit dem Titel „SOS bei Gewalterfahrungen“ gestaltet. Er bündelt wichtige Telefonnummern von Hilfsangeboten in Braunschweig – von der Polizei über den Notruf des Frauenhauses bis zur Nummer gegen Kummer (Muster siehe Anhang).  „Wir wollen möglichst viele Menschen, die unter Gewalt leiden oder Betroffenen helfen wollen, effektiv über Unterstützungsmöglichkeiten informieren“, sagt Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast.

 

Ziel der Aktion ist es, in möglichst jeder öffentlich nutzbaren Toilettenkabine in Braunschweig diesen Aufkleber „anzubringen. Per Handy kann im geschützten Raum der Kabine der Aufkleber abfotografiert oder auch gleich ein Anruf getätigt werden. Mit den QR-Codes von „Frauen im Netz“ und dem „Braunschweig hilft“-Portal können Betroffene schnell auf eine breite Palette Braunschweiger Hilfsangebote zugreifen.  „Wenn der Aufkleber weit verbreitet ist, trägt er außerdem dazu bei, jede und jeden in unserer Stadtgesellschaft, ob nun selbst betroffen oder nicht, für das Problem zu sensibilisieren“, fügt Christine Arbogast hinzu.

 

Bei der Umsetzung dieses Projekts ist die Stadt Braunschweig auf breite Mitwirkung angewiesen: Gastronomie- und Barbetriebe, Geschäfte und Einzelhandel, Schulen, Diskotheken, Jugendfreizeitzentren, Vereine, Fitnessstudios, öffentliche Veranstaltungsorte, Theater, Kinos, Anlauf- und Beratungsstellen, Firmen und Betriebe, Hotels und viele Einrichtungen mehr sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Mit einer Mail an kinderschutz@braunschweig.de können sie bei der Stelle Kinder- und Jugendschutz / Frühe Hilfen des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie Aufkleber in erforderlicher Stückzahl anfordern, die dann kostenlos versandt werden. „Alle können und sollten Verantwortung übernehmen und die Aktion aktiv unterstützen, denn nur viele sichtbare Aufkleber erzielen die gewünschte Wirkung“, appelliert die Sozialdezernentin.

 

Die Aktion unterstützt und ergänzt andere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt. Die Stadt Braunschweig hat bereits das Präventionsprojekt StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt - gestartet. Die Bundesfrauenministerin initiierte im Rahmen der Initiative „Stärker als Gewalt“ im April letzten Jahres eine große Plakataktion.

 

 


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©  Stadt Braunschweig
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Muster des SOS-Aufklebers mit Notrufnummern