Logo

Meldungsdatum: 21.10.2021

20 Jahre Kreispartnerschaft mit Strzelce Opolskie

Aus Patenschaft wurde Freundschaft, aus Freundschaft wurde Partnerschaft

Es war seinerzeit ein Herzensanliegen des damaligen Soester Landrats Wilhelm Riebniger und seines polnischen Kollegen Gerard Mateja, die langjährige Patenschaft mit dem Kreis Groß Strehlitz, dem heutigen Kreis Strzelce Opolskie, in eine Partnerschaft zu verwandeln. Vor zwei Jahrzehnten war es dann soweit. Am 23. Oktober 2001 wurde in Strzelce Opolskie die Partnerschaft über Landesgrenzen hinweg offiziell und feierlich besiegelt.

In den vergangenen 20 Jahren haben zahlreiche Begegnungen und Projekte die Partnerschaft mit Leben erfüllt. Zum Beispiel durch Jugendaustausch und  Schulbegegnungen oder Treffen auf der Ebene der Polizei, der Feuerwehr sowie der Politik und Verwaltung. Die heutige Landrätin Eva Irrgang resümiert: „Es ist uns gelungen, Menschen zusammenzubringen, die Jugend zusammenzuführen und Verantwortliche und Funktionsträger einzubinden. So ging letztlich der auf beiden Seiten bestehende Wunsch in Erfüllung, zwischen Ost- und Westeuropa tragfähige Brücken zu bauen.“ Sie bedauert, dass in dieser Corona-Zeit keine Treffen möglich waren. So musste eine geplante gemeinsame Jubiläumsfeier in Polen für dieses Jahr abgesagt werden.

Seinen Anfang nahm diese Beziehung schon zwischen den Weltkriegen, als Bauernsöhne aus dem Kreis Soest ins oberschlesische Groß Strehlitz übersiedelten und dort in einer der Soester Börde ähnelnden landwirtschaftlichen Region Fuß fassten. Anfang der 1950er Jahre begann sich in der Bundesrepublik Deutschland der Gedanke durchzusetzen, für die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge aus dem Osten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Aufnahme gefunden hatten, Patenschaften zu gründen. Damit sollte den aus ihrem Heimatgebiet Auseinandergerissenen ein neuer Sammelpunkt für menschliche Begegnungen und zur Wahrung ihrer alten Kultur und Volkstumswerte gegeben werden. Der Kreistag des Kreises Soest beschloss schließlich am 4. Februar 1957 die Übernahme der Patenschaft für den Kreis Groß Strehlitz.

Der Kreis Soest beteiligte sich über viele Jahre auch am Deutsch-Polnischen Jugendaustausch. Der ehemalige Kreisdirektor Dr. Wolfgang Maas gehörte, damals als einziger Vertreter deutscher Kreise, Städte und Gemeinden, zu den ersten Mitgliedern des Jugendrates des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes, das 1991 gegründet wurde.

Bei der Feier des 30-jährigen Bestehens der Patenschaft des Kreises Soest über den Kreis Groß Strehlitz im Jahr 1987 befürchtete der damalige Landrat Josef Raulf, dass es trotz aller Entspannung wohl noch eines längeren Zeitraumes bedürfe, bis alle frei und ungezwungen in gemischten Gruppen von ehemaligen Groß Strehlitzern und Soestern nach Groß Strehlitz reisen können. Doch die gewaltigen Umwälzungen in Osteuropa führten dazu, dass sich nur wenige Jahre später die politische Ausgangslage völlig veränderte. Die Öffnung des Ostens, freie Wahlen in Polen und Polens Hinwendung zu Europa schufen die Voraussetzungen zu Kontakten. Die Wiedereinführung der polnischen Landkreise 1999 bestärkte schließlich den Kreis Soest in seinen Bemühungen um eine Partnerschaft mit einem polnischen Kreis.

Am 23. Oktober 2001 besiegelten der Kreis Strzelce Opolskie und der Kreis Soest in Polen die vom Kreisrat Strzelce Opolskie und vom Kreistag des Kreises Soest beschlossene Partnerschaft. Im Rahmen einer feierlichen Sondersitzung des Kreisrates Strzelce Opolskie unterzeichneten Landrat Gerhard Mateja und der Vorsitzende des Kreisrates Hubert Kurzal auf polnischer Seite sowie Landrat Wilhelm Riebniger und Kreisdirektor Dr. Wolfgang Maas auf deutscher Seite den Partnerschaftsvertrag. Erklärtes Ziel der Partnerschaft ist es, gemäß dem Abkommen zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland vom 17. Juni 1991, die Menschen aus beiden Kreisen und Ländern unter dem Dach der erweiterten Europäischen Union zusammenzuführen. Man war sich einig, dass Zusammenarbeit, der Abbau von Vorurteilen und eine Vertrauensbildung im Europa des 21. Jahrhunderts nur durch Begegnungen der Menschen, durch Kennenlernen und gegenseitige Gespräche gelingen könne.

Diesem Text sind zwei Fotos zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle, Franca Großevollmer, Telefon 02921/30-2248


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Die im Presse-Service zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweiten Nutzung sind Sie verpflichtet, selbstständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Vor 20 Jahren: Partnerschaftsvertrag unterschrieben

©Foto: Kreisarchiv/ Kreis Soest
Vor 20 Jahren: Partnerschaftsvertrag unterschrieben

Im Rahmen einer feierlichen Sondersitzung des Kreisrates Strzelce Opolskie unterzeichneten am 23. Oktober 2001 (v. l.) der Vorsitzende des Kreisrates Hubert Kurzal und Landrat Gerhard Mateja auf polnischer Seite sowie Landrat Wilhelm Riebniger und Kreisdirektor Dr. Wolfgang Maas auf deutscher Seite den Partnerschaftsvertrag. Foto: Kreisarchiv/ Kreis Soest


Delegationen Zeugen der Vertragsunterzeichnung

©Foto: Kreisarchiv/ Kreis Soest
Delegationen Zeugen der Vertragsunterzeichnung

Im Beisein von Delegationen aus dem Kreis Strzelce Opolskie und dem Kreis Soest wurde die Partnerschaft vor 20 Jahren besiegelt. Foto: Kreisarchiv/ Kreis Soest


 

Die Kreisverwaltung Soest im Überblick:

Die Kreisverwaltung Soest mit rund 1.200 Bediensteten arbeitet für rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kreisgebiet. Sie ist mit dem Kreistag Teil der kommunalen Selbstverwaltung und nimmt Aufgaben in den Bereichen Ordnung, Gesundheits- und Verbraucherschutz, Bau, Kataster, Straßen, Umwelt, Jugend, Schule und Soziales wahr. Sie betreibt den Rettungsdienst, drei berufsbildende Schulen, sechs Förderschulen, eine Heilpädagogische Kindertagesstätte, einen Kindergarten, ein Archiv sowie ein Medienzentrum. Außerdem ist sie an der Entsorgungswirtschaft Soest GmbH, der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH und weiteren Einrichtungen beteiligt. Der Kreistag mit seinen 66 Mitgliedern gestaltet und kontrolliert die Aufgabenwahrnehmung.

SW Logo