„Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“
Botschaft gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in jeden Haushalt tragen
Bäckereien und zahlreiche Marktbeschicker werden in den kommenden vier Wochen - und insbesondere am 25. November - ihre Waren wieder in ganz besonderen Tüten verpacken. Anlass ist die Aktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“, die in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet. Kundinnen und Kunden bekommen ihre Backwaren in Tüten gepackt, auf denen die zentralen Hilfsorganisationen und Beratungsstellen für von Gewalt bedrohte Menschen mit deren Kontaktdaten abgedruckt sind.
„Wir wollen mit dieser Aktion Gewalt ächten, aber vor allem aufmerksam machen, sensibilisieren und gleichzeitig niedrigschwellig auf die Hilfe bietenden Organisationen aufmerksam machen“, so der Hanauer Oberbürgermeister Kaminsky, der zeitgleich mit seiner Maintaler Kollegin, Monika Böttcher, den Auftakt der Tütenverteilung startete.
Die Aktion steht allerjährlich in unmittelbarer Verbindung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. Er wurde 1999 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen. „Derartige Jahrestage sind wichtig, um das immer noch weitgehend tabuisierte Thema ins Licht der Öffentlichkeit und auf den Küchentisch vieler Haushalte zu holen“, unterstreicht Monika Böttcher ihre Motivation, sich auch in ihrer Stadt hierfür zu engagieren. Elf Bäckereien beteiligen sich in Maintal an der Aktion.
Insgesamt 300.000 Tüten werden ab diesem Wochenende und am 25. November in Hanau, Maintal, Bruchköbel und auch an einzelne Bäckereien in Nidderau verteilt. Organisiert wird die Aktion vom Hanauer Frauenbüro, das die Kampagne gemeinsam mit dem Facharbeitskreis gegen Gewalt an Frauen 2018 erstmals durchführte.
Gewalt durch den Ehemann, Lebenspartner oder Ex-Partner endet in Deutschland statistisch gesehen jeden zweiten bis dritten Tag in einem Tötungsdelikt und betrifft alle sozialen Schichten. „Gewalt ist nie privat“, unterstreicht die Hanauer Frauenbeauftragte Cornelia Gasche. Ihre Maintaler Kollegin Annika Frohböse ergänzt: „Wenn Gewalt auftritt, ist das gesamte Umfeld aufgefordert zu handeln. Daher wendet sich die Brötchentütenaktion nicht nur an selbst Betroffene. Auch eine Nachbarin kann beim ‚Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen‘ anrufen und fragen, wie sie sich verhalten soll, wenn sie von Gewalt in einer Familie erfährt.“
Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der auch Schirmherr der Aktion ist, übergab die ersten Tüten gemeinsam mit der kommunalen Frauenbeauftragten der Stadt Hanau, Cornelia Gasche, symbolisch an die Hanauer Marktbeschicker am Stand der Familie Keim, begleitet vom neuen Vorsitzenden des Marktbeschickervereins, Thomas Burkart. Bürgermeisterin Monika Böttcher übergab die Brötchentüten mit den Nummern der Hilfetelefone und Beratungsstellen gemeinsam mit der Maintaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Annika Frohböse symbolisch an die Bäckerei Weber in Bischofsheim.
Kaminsky und Böttcher danken den Sponsorinnen und Sponsoren, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die Realisierung überhaupt erst möglich gemacht haben. „Sie sind wertvolle Multiplikatoren und demonstrieren damit auch aktiv ihre Haltung gegen Gewalt an Frauen.“
Ganz entscheidend ist, dass Frauen den Mut haben, die Gewaltspirale zu durchbrechen und Hilfe suchen. Die Brötchentüte mit allen wichtigen Informationen zu Hilfsangeboten, kann diese Entscheidung unterstützen“, betonen Kaminsky und Böttcher.
Zu den Sponsorinnen und Sponsoren zählen in diesem Jahr folgende Organisationen und Unternehmen: Bürgerstiftung der Sparkasse Hanau, Evonik, Weißer Ring e.V., Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt des Landes Hessen, Zonta Club Hanau, Inner Wheel Club Offenbach-Hanau-Maintal, Soroptimisten Hanau, Rotarier Club Hanau, Hanauer Straßenbahn GmbH, Pro Familia, Lichtblick, Hanauer Wochenmarkt, Frauenreferat der Stadt Bruchköbel, Frauen- und Gleichstellungsbüro Maintal, Netzwerk gegen Gewalt im Polizeipräsidium Südosthessen, Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V., Sprachsalon Hanau, BÄKO Untermain-Franken-Thüringen und das Forum Hanau.
In diesem Jahr werden 300.000 Tüten durch Verkaufsstellen in Hanau, Maintal, Nidderau und Bruchköbel sowie von mehreren Betrieben auf dem Hanauer Wochenmarkt ausgegeben. Neben dem Wochenmarkt Hanau beteiligen sich u.a. folgende Hanauer Bäckereien: Heberer, Mangelmann/Rosen, Reber, Hagel, Kolb, Kesselstädter Backstubb, Mainbäckerei Arnold, Keil, Händschke, Sweet Café, Café Schien, Riza, Baba Bäcker, außerdem beide Reformhäuser in der Hanauer Innenstadt, die Vitamin Bar und die Metzgerei Behringer. Aus Bruchköbel Bäckerei Naumann. Aus Nidderau die Bäckereien Brückner und Philippis Backstube und in Maintal die Bäckereien Eifler, Petra`s Brotkörbchen, Burger Erich, Bäckerei Weber, Pearson & Puppe, Bäckerei & Konditorei Ohl, Agip Service Station, Globus, Bäckerei Menek und Hofladen Steup.
Auf Initiative der Zonta Hanau werden darüber hinaus weitere Hanauer Einzelhändler die Tüten in ihrem Verkauf einsetzen.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:
„Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“
Foto: Oben: Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Wochenmarktstand der Familie Keim gemeinsam mit Thomas Burkart (1. v. l., Vorstand Marktbeschickerverein), Marktbeschickerin "Elsbeth" und der Hanauer Frauenbeauftragten Cornelia Gasche
Unten: Bürgermeisterin Monika Böttcher in der Bäckerei Weber in Maintal-Bischofsheim, gemeinsam mit der Maintaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Annika Frohböse.
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