Presseinformation

Nr. 794 Steinfurt, 11. November 2021


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Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen in der Vergabe – Kommunen im Kreis Steinfurt diskutieren auf Beschaffungskongress gangbare Wege

Kreis Steinfurt. Knapp 40 Teilnehmende aus Verwaltungen, Politik und anderen Bereichen nahmen am Informations- und Beratungskongress zur fairen öffentlichen Beschaffung für Kommunen im Kreis Steinfurt im Kloster Bentlage in Rheine teil. Erstmals tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter kreisweit zum Thema „Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen in der Vergabe“ aus und informierten sich über Umsetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten. Schwerpunkt der Veranstaltung des Kreises Steinfurt und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global war die „Textile Beschaffung“.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Dr. Martin Sommer sowie Silke Wesselmann, Leiterin Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt und Geschäftsführerin energieland2050 e.V., und Horst Schöpper, Sachgebietsleiter Nachhaltigkeit, ebenfalls vom Kreis Steinfurt, sowie Nicola Gutiérrez Rodas, Abteilungsleiterin der SKEW von Engagement Global.

Kommunen verantworten rund die Hälfte der geschätzten 350 bis 500 Milliarden Euro, die bundesweit für die öffentliche Beschaffung durch Bund, Länder und Kommunen ausgegeben werden. „Als öffentliche Auftraggeber besitzen Kommunen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig üben sie eine wichtige Vorbildfunktion aus“, so Nicola Gutiérrez Rodas, Abteilungsleiterin der SKEW von Engagement Global.

 

Ein Impulsvortrag von Johanna Fincke vom Verein Christliche Initiative Romero zeigte Missstände in der globalen Textilproduktion auf. In einer Podiumsdiskussion sprachen Bürgermeister Karl Reinke aus Altenberge, Stefanie Höing von der Zentralen Vergabe des Kreises Steinfurt und Helga Jänsch von der Stadt Dortmund über Praxisbeispiele, Chancen und Schwierigkeiten einer fairen Beschaffung. Schließlich vertieften die Teilnehmenden die Informationen in Workshops zu rechtlichen Rahmenbedingungen und strategischen Umsetzungsmöglichkeiten.

Nach so viel Information und Austausch war für alle Teilnehmenden klar: Eine faire Beschaffung, die grundlegende Menschenrechte schützt, Kinderarbeit verhindert und den Menschen in den Lieferketten gute und gerechte Arbeitsbedingungen bringt, ist möglich. Die Umsetzung ist nicht immer einfach, aber gemeinsam und Schritt für Schritt machbar.

 

Einen ersten Schritt hat der Kreis Steinfurt dabei bereits durch seine Nachhaltigkeitsstrategie getan: Dort ist das Thema Faire Beschaffung verankert. Als erste Umsetzungsschritte soll unter anderem ein Vergabeleitfaden „Faire Beschaffung" erarbeitet werden, ein weiterer Austausch sowie gegebenenfalls ein Beschaffungsverbund der Kommunen zum Thema sind beabsichtigt. „Die Maßnahmen sollen nun sukzessive umgesetzt werden“, so Horst Schöpper, Sachgebietsleiter Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt.

 

Wer weitere Informationen und Beratungen sucht, kann sich an Stefanie Höing von der Zentralen Vergabe des Kreises Steinfurt (Email: vergabestelle@kreis-steinfurt.de) oder Horst Schöpper, Sachgebietsleiter Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt (Email: horst.schoepper@kreis-steinfurt.de), wenden. Auch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global steht mit einer Vielfalt von Beratungs- und Unterstützungsprogrammen als Ansprechpartner zur Verfügung.

 





Beschaffungskongress 2021