Prosa von hoher atmosphärischer Dichte
OB Kaminsky überreicht Brüder-Grimm-Preis an Valerie Fritsch
Nachdem ihr der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau bereits im November 2020 zuerkannt wurde, konnte die Grazerin Valerie Fritsch dieser Tage die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Kulturforum persönlich entgegennehmen und sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Die 32-jährige Autorin hatte die Jury mit ihrem Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ überzeugt.
Die Jury mit Literaturkritikerin Beate Tröger, der amtierenden Preisträgerin Dr. Barbara Zoeke, Literaturprofessor Dr. Heiner Boehncke, dem ehemaligen Vorsitzenden des hessischen Bibliotheksverbandes Aloys Lenz MdL a.D. und dem Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Professor Dr. Ernst Osterkamp, hatte sich im vergangenen Jahr einstimmig für den Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ entschieden. In ihrer Begründung heißt es: "Der Roman "Herzklappen von Johnson & Johnson", erzählt in einer Prosa von hoher atmosphärischer Dichte und mit einer an der Präzision der Photographie geschulten Genauigkeit der Wahrnehmung die Geschichte einer Familie über drei Generationen hinweg." Mit großem Gespür für Klang und Rhythmus der Sprache schildere Valerie Fritsch "in trennscharfen Bildern die Wirkungen des Schweigens und vergegenwärtige die Notwendigkeit des Schmerzes im Leben: ausdrucksstark, lebensnah und mit beeindruckender Sensibilität für seelische Schattierungen."
Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky zur Preisverleihung sagte, will der 1983 von der Stadt Hanau gestiftete Preis die Erinnerung an die beiden Sprachforscher Jacob und Wilhelm lebendig erhalten, an Jacob als Verfasser der „Deutschen Grammatik“ und an beide gemeinsam als Urheber des Deutschen Wörterbuchs, aber auch als Mitglieder der Göttinger Sieben 1837 und Jacob als Abgeordneter der Paulskirchenversammlung 1848. Ausgezeichnet werden könne ein herausragendes Werk in deutscher Sprache aus dem Gebiet der Prosa, Lyrik oder Dramatik. Dem wissenschaftlichen Anliegen Jacob und Wilhelm Grimms entsprechend könne aber auch ein herausragendes Werk in deutscher Sprache, das sich außerdem durch hohe sprachliche Qualität und Verständlichkeit auszeichnen muss, aus dem Gebiet der Sprachforschung oder der Volkskunde prämiert werden.
„Der Brüder-Grimm-Preis würdigt ein sprachlich herausragendes literarisches Werk und das ist der Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch zweifelsohne. Dabei wollen wir mit der Auszeichnung die damit bedachten Autorinnen und Autoren ausdrücklich auch ermutigen, ihre literarische Arbeit fortzusetzen“, so der OB in seiner Ansprache und ergänzte, er hoffe, dass der Preis diese Wirkung für Valerie Fritsch auch entfalten werde.
Die Laudatio auf die Preisträgerin und ihr ausgezeichnetes Werk hielt die Literaturredakteurin bei der Süddeutschen Zeitung Marie Schmidt. Die musikalische Rahmung der Veranstaltung hatte das Streicherquartett der Neuen Frankfurter Philharmonie übernommen, die seit einigen Jahren ihren Sitz wieder in Hanau hat.
Zur Preisträgerin: Valerie Fritsch wurde 1989 in Graz geboren, hat angewandte Fotografie studiert und bezeichnet sich selbst als Schriftstellerin, Polaroidphotographin und Reisende. Sie hat bisher Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte veröffentlicht. Ihr Schaffen wird stark durch eine intensive Reisetätigkeit beeinflusst und sie verbringt sechs bis sieben Monate im Jahr im Ausland. Für die Recherche ihres Romans „Herzklappen von Johnson & Johnson“ reiste Fritsch 16.000 Kilometer mit dem Auto von Graz nach Kasachstan.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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Feierstunde zur Verleihung des Brüder-Grimm-Preises
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