Meldungsdatum: 19.11.2021

Glasfasernetz wird sukzessive flächendeckend ausgebaut

Aktueller Statusbericht veröffentlicht

Das außerordentliche Engagement der Telekommunikationsunternehmen und TK-Netzdienstleister (TKU) in die eigenwirtschaftlichen und geförderten Glasfasererschließungen wird in den kommenden Jahren sukzessive zu einem flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets in Braunschweig führen. Zu diesem Fazit kommt das Wirtschaftsdezernat in einer Mitteilung über den Sachstand des Glasfaserausbaus in Braunschweig im Blick auf eigenwirtschaftliche wie ergänzende geförderte Ausbauprojekte. Der Bericht ist jetzt dem Wirtschaftsausschuss zur Kenntnis übersandt worden.

 

 „Hohe Bandbreiten per Glasfaser ermöglichen hohe Internet-Geschwindigkeiten und somit schnellen Datentransfer“, hebt Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa hervor. „Das wird in Zukunft immer wichtiger werden, weil die Digitalisierung immer mehr Bereiche des Lebens erfasst und  bestimmt.“ Die städtische Breitbandkoordinierung stehe gemeinsam mit den Stellen der Stadtverwaltung zum Genehmigungsmanagement sowie der Bauaufsichten im regelmäßigen Austausch zu Telekommunikationsunternehmen und -dienstleistern. Leppa: „So konnten bereits millionenschwere eigenwirtschaftliche Investitionen der TKU in die Glasfaserinfrastruktur in Braunschweig umgesetzt werden.“ Dabei gelte es, zwischen den vielfältigen und teilweise gegensätzlichen Interessen -  zügiger und kostengünstiger Glasfaserausbau einerseits und Einhaltung kommunaler Vorgaben wie Infrastrukturerhalt und Baumschutz andererseits - zu vermitteln und den Ausbau eng zu begleiten.

 

Privatwirtschaftlicher Glasfaserausbau

 

BS|ENERGY wird seine seit dem Jahre 2018 andauernden Gewerbegebietserschließungen mit Glasfaser zum Abschluss bringen. Damit hat das Unternehmen in über 25 Gewerbegebieten und etlichen Einzellagen ca. 1.500 Unternehmen den Anschluss an das Netz der Zukunft ermöglicht. In den Folgejahren werden Nachverdichtungen sowie weitere Einzelanschlüsse vorgenommen. Wie bereits berichtet, sind grundsätzlich alle Gewerbegebiete bis auf Einzel-/Insellagen, die wiederum größtenteils über die Förderung abgedeckt werden sollen, erschlossen. Seit 2015 hat BS|ENERGY mittlerweile ca. 15 größere und kleinere Neubaugebiete erschlossen und dadurch ca. 3.000 Haushalten einen Zugang zum Glasfasernetz geschaffen. Auch in den kommenden Jahren wird das Unternehmen weitere Erschließungen realisieren.

 

Die Ausbauvorhaben 2021 der Deutschen Telekom im östlichen Ringgebiet, im nördlichen Bereich des westlichen Ringgebiets und im Stadtteil Ölper mit insgesamt ca. 30.000 Haushalten und rund 90 Tiefbautrassenkilometern kommen bis auf wenige Straßenzüge in diesem Jahre zum Abschluss. Anschließend werden in den Gebieten noch vereinzelte Nacharbeiten und insbesondere Hausanschlüsse (z. B. Kopflöcher auf dem Gehweg) auszuführen sein.

 

Im Jahr 2022 plant das Unternehmen weitere ca. 30.000 Haushalte im Stadtteil Rüningen, im südlichen Teil des westlichen Ringgebiets, in Viewegs Garten, im Bebelhof und in Teilen der Innenstadt innerhalb der Okerumflut mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Für die Folgejahre sind nach aktuellem Kenntnisstand der Verwaltung weitere Ausbauten in vergleichbaren Dimensionen vorgesehen.

 

Die Deutsche Telekom wird durch einen Kooperationspartner in weiteren Braunschweiger Stadtteilen voraussichtlich bis zum Jahresende 2022 ca. 15.200 zusätzliche Haushalten den Zugang zum Glasfasernetz ermöglichen. Nähere Informationen hierzu sollen kurzfristig durch das Unternehmen kommuniziert werden.

 

Nach der im zweiten Quartal 2021 gestarteten und positiv verlaufenden Nachfragebündelung (Vorvermarktung) im Stadtteil Lamme startet die Deutsche Glasfaser mit der Aufstellung des Hauptverteilers im November dieses Jahres mit seinen Tiefbauarbeiten. Daran anschließend erfolgen Leitungsverlegungsarbeiten in den Haupt- und Nebenstraßen. Nach Angaben des TKU werden ca. 25 Leitungskilometer verlegt (rund 1.600 erschließbare Gebäude). Die Arbeiten sowie Inbetriebnahmen sollen im Jahre 2022 abgeschlossen sein. Das Unternehmen beabsichtigt neben dem Stadtteil Lamme auch weitere Stadtteile zu erschließen. Hierzu steht die Verwaltung mit der Deutschen Glasfaser in Verhandlung über einen langfristigen Kooperationsvertrag.

 

Geförderter Glasfaserausbau

 

Der erstmals für Braunschweig vorgesehene geförderte Glasfaserausbau stellt eine Ergänzung zum eigenwirtschaftlichen Ausbau der TKU dar. Wie bereits berichtet, wurden nach intensiver Prüfung im Rahmen des vorgeschalteten Markterkundungsverfahrens rund 625 förderfähige Adressen im Stadtgebiet, davon 395 Gewerbe- und 225 Wohnadressen sowie drei Schulen identifiziert. Für den Ausbau sind aufgrund von Durchschnittswerten je Hausanschluss seitens der Fördermittelgeber Gesamtkosten in Höhe von rund 4,64 Millionen Euro kalkuliert.

 

Neben der Zusage von Fördergeldern seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über bis zu 2,32 Millionen Euro (entspricht dem Förderanteil von 50 Prozent) erhält die Stadt aus dem „Sondervermögen Digitalisierung“ des Landes Niedersachsens weitere Kofinanzierungsmittel in Höhe von bis zu 1,16 Millionen Euro.  Die Stadt hat den verbleibenden kommunalen Anteil von 25 Prozent selbst aufzubringen.

 

Im weiteren Verlauf der bereits erfolgten EU-weiten Konzessionsausschreibung mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb wird zeitnah mit Eingang der Erst-Angebote gerechnet. Vertragsverhandlungen und weitere Verfahrensschritte folgen voraussichtlich im ersten und zweiten Quartal 2022. Abhängig vom weiteren Vergabeverfahren wird ein Start des Projektes 2022 angestrebt.

 

Alle weiteren Einzelheiten und eine Karte in anhängender Gremienmitteilung Mitteilung 21-17224.


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©  Stadt Braunschweig
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Mitteilung: Glasfaserausbau in Braunschweig - Sachstände zu den eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbaumaßnahmen.