Trauer um Hannelore Broegmann
Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck trauern um Hannelore Broegmann. Die Hanauerin, die 2007 die Bürgerplakette der Stadt erhielt, ist dieser Tage im Alter von 93 Jahren verstorben.
Die ehemalige Bauingenieurin hatte Anfang 2003 damit begonnen, alle Hanauer Bomben- und Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges einschließlich der Stadtteile aus Archiven, Zeitungen, Gefallenenlisten etc. zusammenzutragen. Unter Mitwirkung der AG Familiengeschichte des Hanauer Geschichtsvereins entstand ein Gedenkbuch, das alphabetisch geordnet alle namentlich bekannten über 5.000 Bombenopfer, Gefallenen, Vermissten, umgekommenen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und zum Arbeitseinsatz herangezogenen Kriegsgefangenen der Jahre 1939 bis 1945 enthält. Zusammen mit den in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Hanaus sowie politisch Verfolgten sind somit rd. 5.500 Tote aus Hanau im Zweiten Weltkrieg zu beklagen.
„Durch Hannlore Broegmanns ehrenamtliches Engagement, wurden die Hanauer Toten des Zweiten Weltkrieges aus der Anonymität geholt und einem allgemeinen Gedenken zugeführt. Die Liste stellt ein bedrückendes Dokument der Geschichte der Brüder Grimm-Stadt Hanau dar“, so Kaminsky und Funck.
Ihre Veröffentlichung war zudem sehr hilfreich, als 2017 die bronzenen Gedenktafeln auf dem Hanauer Hauptfriedhof von Metalldieben gestohlen wurden und durch neue Bild- und Texttafeln ersetzt wurden. Kaminsky und Funck: „Hannelore Broegmann wird darauf namentlich für ihr Wirken gedankt. Sie hat einen wichtigen bürgerschaftlichen Beitrag zur Forschung, Vermittlung und konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit der Hanauer Stadtgeschichte geleistet. Das Gedenkbuch mahnt zu einem ständigen Einsatz für Frieden und Freiheit sowie gegen Krieg und Faschismus.“
Daneben stand die Hanauerin für zahlreiche Zeitzeugengespräche in Hanauer Schulen zur Verfügung.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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