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Hanau, 10. Februar 2022
„Ihr Einsatz gegen Spaltung ist vorbildlich“
Zwei Hanauerinnen wählen den Bundespräsidenten

Wenn am Sonntag die größte parlamentarische Versammlung der Bundesrepublik Deutschland zusammentritt, um den Bundespräsidenten zu wählen, werden auch zwei Hanauerinnen unter den 1.472 Wahlfrauen und Wahlmännern sein: Serpil Unvar, Mutter von Ferhat Unvar, und Ajla Kurtovic, Schwester von Hamza Kurtovic. Sie sind Angehörige der beiden jungen Männer, die zwei der neun Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 waren. „Wir sind uns der großen Ehre bewusst, bei dieser Wahl unsere Stimme abgeben zu dürfen. Wir bedanken uns, dass damit unser Einsatz für ein friedliches Zusammenleben anerkannt wird“, so die beiden. „Ich bin stolz, dass diese starken Hanauer Frauen den Bundespräsidenten wählen. Ihr Einsatz für unsere Gesellschaft und gegen Spaltung ist vorbildlich. Sie zu Wahlfrauen zu ernennen, ist ein eindrucksvolles Zeichen für unsere Demokratie“, betont Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Die beiden Hanauerinnen eint nicht nur der tiefe Schmerz über den Verlust geliebter Menschen, sondern auch ihr Engagement gegen Rassismus, Intoleranz, Hass und Gewalt und für ein friedliches Miteinander. „Bei aller Freude und Ehre wissen wir natürlich, dass wir sicherlich auch nominiert wurden, weil es den 19.02. gab. Aber auch deswegen, weil wir uns in den vergangenen zwei Jahren persönlich dafür eingesetzt haben, dass sich Dinge ändern und sich unsere Gesellschaft nicht weiter durch Hass und Rassismus spalten lässt. Mein Bruder wäre sicher stolz auf mich, dass ich am Sonntag ein Teil dieser besonderen Wahl sein darf“, so Ajla Kurtovic, die unter anderem vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ als Botschaftern ausgezeichnet worden ist. Serpil Unvar, die im vergangenen Herbst mit dem „Aachener Friedenspreis“ für die Gründung der „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“ geehrt worden ist, ergänzt: „Wir versuchen, das Beste aus unserer Situation zu machen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützt uns dabei sehr, dafür gilt ihm unser Dank. Er steht von Anfang an ganz persönlich an unserer Seite. Ich glaube, wenn mein Sohn Ferhat jetzt aus dem Himmel sieht, dass seine Mama am Sonntag den Bundespräsidenten Deutschlands wählen darf, würde ihn das unglaublich stolz machen, wenn er es überhaupt glauben könnte“, so Serpil Unvar weiter.

Bundespräsident Steinmeier war am Mittag des 20. Februar 2020 nur wenige Stunden nach den rassistischen Morden nach Hanau gekommen und hatte am Abend auf dem Marktplatz der Opfer gedacht und eine vielbeachtete Rede gehalten. Er nahm ebenso an der zentralen Trauerfeier am 4. März teil, lud die Angehörigen der Opfer im September 2020 ins Schloss Bellevue, seinen Amtssitz, nach Berlin ein und war auch beim ersten Gedenktag Gast und Redner im Congress Park Hanau. Ajla Kurtovic, die von der hessischen SPD als Wahlfrau nominiert wurde: „Bundespräsident Steinmeier stand und steht nicht nur Kraft seines Amtes für den Kampf gegen Rassismus, sondern auch als Mensch.“ Serpil Unvar, von den hessischen Grünen nach Berlin entsendet: „Steinmeier ist ein starker Präsident. Er ist immer Mensch geblieben und war immer sehr emphatisch im Umgang mit uns Familien.“

Das Wochenende in Berlin steht im Zeichen der Bundespräsidentenwahl: Die Hälfte der 1.472 Wahlfrauen und Wahlmänner sind Bundestagsabgeordnete, die andere Hälfte Personen aus der Gesellschaft. Für Serpil Unvar und Ajla Kurtovic, die von Samstag bis Montag in der Bundeshauptstadt sein werden, bedeutet dies volle Terminkalender: „Wir werden viele Menschen aus Politik, Medien und Gesellschaft treffen, haben ein Programm mit vielen spannenden Punkten“, so Serpil Unvar und Ajla Kurtovic. Viel Zeit, das Erlebte einzuordnen, bleibt ihnen in dieser Woche aber nicht. Am Samstag nach ihrer Rückkehr jährt sich der Tag des Anschlags, der 19. Februar zum zweiten Mal.

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929




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Zwei Hanauerinnen wählen den Bundespräsidenten
Serpil Unvar und Ajla Kurtovic gehören zu den 1.472 Wahlfrauen und Wahlmännern, die den Bundespräsidenten wählen.


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