[Druckansicht]


[Suche]

Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 11.02.2022


Für mehr Sicherheit auf den Iserlohner Friedhöfen – Stadtverwaltung nimmt erste Maßnahmen auf dem Hauptfriedhof in Angriff

Iserlohn. )%>

Am Abend (10. Februar) hat sich der einberufene Runde Tisch zum Thema Grabschändung auf dem Iserlohner Hauptfriedhof getroffen. Dieser war aus der Sondersitzung des Integrationsrates am 27. Januar hervorgegangen. In der Silvesternacht waren rund 30 Gräber beschädigt worden, 12 davon schwer.

Bei dem Runden Tisch anwesend waren Vertreter der Verwaltung, des Integrationsrates, des Runden Tisches der Religionen, der muslimischen DITIB-Gemeinde, sowie Vertreter des Bündnisses für Muslime und Angehörige der betroffenen Gräber, die über Ideen und Maßnahmen zur Sicherung des Friedhofes diskutiert haben. Außerdem war Michael Hufnagel dabei, Vorsitzender des Seniorenbeirats und ehemaliger Sicherheitsberater der Kreispolizeibehörde.

Hufnagel erläuterte die rechtlich saubere Vorgehensweise, wie das Thema Sicherheit in das Friedhofsentwicklungskonzept der Stadt eingearbeitet werden kann. An diesem arbeitet die Verwaltung bereits seit einiger Zeit, wird das Thema Sicherheit aufgrund der Vorkommnisse allerdings jetzt besonders berücksichtigen.
Stadtbaurat Thorsten Grote erklärte: „Ein eigenes Sicherheitskonzept für die Friedhöfe in der Stadt hat es bisher nicht gegeben. Die aktuelle Situation zeigt aber, dass die Stadt reagieren muss und das werden wir auch tun. In den kommenden Jahren werden wir einiges an Geld für die Friedhöfe in die Hand nehmen müssen.“

Den immer wieder aufkommenden Vorschlag vieler Angehöriger der geschändeten Gräber, eine Kameraüberwachung auf dem Friedhof zu installieren, hatte die Verwaltung im Vorfeld des Runden Tisches rechtlich prüfen lassen.
Ergebnis: Eine Videoüberwachung ist in den Abend- und Nachtstunden zwar (datenschutz-)rechtlich grundsätzlich möglich, allerdings sind an diese hohe Anforderungen zu stellen. Einer Kameraüberwachung müssen allerdings „mildere Maßnahmen“ vorangegangen sein.

Deswegen hat sich der Runde Tisch auf folgende, zeitnah umsetzbare Sicherheitsmaßnahmen geeinigt:

  1. In der kommenden Woche wird es eine Friedhofsbegehung geben, um für mehr Sichtbarkeit auf dem Friedhof zu sorgen. Es wird geprüft, welche Hecken und Sträucher zurückgeschnitten werden können.
  2. An einer Stelle – auf ca. 200 Metern – ist eine Hecke durchlässig, deswegen wird dort ein neuer Zaun errichtet.
  3. Es wird geprüft, welche der Eingänge des Iserlohner Hauptfriedhofes evtl. dauerhaft geschlossen und nur im Bedarfsfall vom Friedhofsamt geöffnet werden können. Immerhin gibt es insgesamt 13 Eingänge.
  4. Es wird geprüft, wie die übrigen Eingänge sicherer gestaltet werden können. Können alle Übrigen abgeschlossen werden? Allerdings muss gewährleistet sein, dass Besucherinnen und Besucher des Friedhofs auch nach Ende der Öffnungszeit von 22 Uhr das Gelände noch verlassen können. Denkbar wären deswegen an einigen Stellen Drehkreuze, die nur in eine Richtung funktionieren oder Tore, die von alleine ins Schloss fallen und von außen nicht zu öffnen sind.
  5. Es wird geprüft, temporär einen Sicherheitsdienst zu engagieren, der auf dem gesamten Friedhofsgelände Patrouille geht.

Weitere Maßnahmen werden im Zusammenhang mit der Erstellung des Friedhofsentwicklungsplans vorgeschlagen. Hier soll auch auf Erfahrungen in anderen Städten zurückgegriffen und ggf. der Rat von Sicherheitsexperten eingeholt werden.

Außerdem hat der Runde Tisch der Religionen für den 2. April eine interreligiöse Friedhofsführung geplant, um alle Gräber zu erklären, mit dem Ziel gegenseitigen Respekt zu zeigen. Alle Interessierten können sich dafür bei Pfarrer Bernd Neuser anmelden. Telefonisch unter  02374 920-4353, oder per Mail an bernd.neuser@ekvw.de.

Zuletzt richtet die Stadt noch einmal einen Appell an alle Iserlohnerinnen und Iserlohner: Bitte melden Sie jegliche Art der Zerstörung von Gräbern. Nur so ist der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei möglich Muster zu erkennen und darauf reagieren zu können.



[Zurück]

STADT ISERLOHN Pressestelle Schillerplatz 7 58636 Iserlohn Tel. 02371/217-1250 Fax 02371/217-2992 pressestelle@iserlohn.de www.iserlohn.de


Die Pressestelle "Stadt Iserlohn" ist Mitglied bei http://www.presse-service.de/. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.