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Hanau, 30. März 2022
Ort der Erinnerung mahnt zur Toleranz
- Ludwig-Geissler-Schule pflanzt Apfelbaum im Gedenken an die Opfer des Attentats

"Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst“, zitiert Serpil Unvar ihren Sohn Ferhat, und fährt fort: „Wir dürfen nie vergessen was am 19. Februar 2020 in Hanau passiert ist.“ Die engagierte Mutter von Ferhat Unvar, der – gemeinsam mit acht weiteren jungen Menschen - durch ein rassistisch motiviertes Attentat sein Leben verlor, sprach bei einer kleinen Feier in der Ludwig-Geissler-Schule - bei der zwei Apfelbäume in Erinnerung an die Opfer des Anschlags gepflanzt wurden - zu den rund 50 Gästen, zu denen auch Oberbürgermeister Kaminsky, Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte sowie Schulleiterinnen und Schulleiter anderer Hanauer Schulen zählten: „Wir brauchen mehr als die Erinnerung. Wir brauchen Veränderung in der Gesellschaft!", sagte Unvar. Aus diesem Grund habe sie die Bildungsinitiative Ferhat Unvar gegründet. „ich freue mich sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der Ludwig-Geissler-Schule, da Ferhat hier früher zu Schule ging. Das macht es ganz besonders für mich heute hier zu sein“, berichtet Unvar. Es sei wichtig, dass Schule ein sicherer Ort ein Ort der Freude für Kinder und Jugendliche sei, den sie ohne Angst besuchen könnten und an dem alle die gleichen Chancen hätten, so Unvar, an diesen Zielen wolle sie im Rahmen der Bildungsinitiative arbeiten.

„Ich habe große Bewunderung für Frau Unvar", sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky, "denn obwohl sie durch den Tod ihres Sohnes unerträgliches Leid erfahren hat, versinkt sie nicht in der Verzweiflung, sondern gründete die Bildungsinitiative, die einen Beitrag leistet, um Rassismus in unserer Gesellschaft zu bekämpfen. Somit gibt sie dem absolut sinnlosen Tod ihres Sohnes im Nachhinein noch einen Sinn, indem sie die Kraft daraus schöpft, die Zukunft besser zu machen." Er forderte die Schülerinnen und Schüler dazu auf im Alltag wachsam zu sein und sensibel, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen. „Nur dann haben wir eine Chance in Frieden miteinander zu leben!“, so der OB.

Schulleiter Christof Glaser verwies auf den Philosophen Karl Popper, der dereinst dazu aufforderten „intolerantes Verhalten nicht zu tolerieren“, da es zum Verschwinden der Toleranz führe. Siva Hilverkis, von der Schülervertretung und Lehrer Thomas Bockemühl, betonten, dass Multi-Kulti die Stärke der Schule sei und dass es wichtig sei ein Ort der Erinnerung zu haben und im Kampf gegen Rassismus nie nachzulassen.

Im Anschluss übernahm Martina Schneider, Schulleiterin der Eugen-Kaiser Schule, den Spaten, um demnächst damit ein Apfelbäumchen an ihrer Schule zu pflanzen.

Der symbolträchtige Apfelbaum, der bereits in der bereits in der Lindenauschule, der Otto-Hahn-Schule und der Hola gepflanzt wurde, geht zurück auf die engagierte Projektarbeit an der Hohen Landesschule (HoLa), die sich bereits seit vielen Jahren zu der Selbstverpflichtung "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" bekennt und dem bundesweiten Netzwerk angehört. Im Nachgang zu den Gedenkfeiern 2020, an denen auch Schülerinnen und Schüler teilgenommen hatten, entstand die Idee, mit der Pflanzung eines Apfelbaumes ein Zeichen zu setzen. Daraus entstand in Zusammenarbeit mit dem Bundesprogramm "Demokratie leben", aus dem Hanau Fördermittel für Konzepte zur Verwirklichung eines vielfältigen, gewaltfreien und demokratischen Miteinanders erhält, und dessen Umsetzung beim AWO Stadtverband liegt, ein schul- und stadtteilübergreifendes Projekt.

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Pflanzung Apfelbaum LGS
Pflanzung des Apfelbaums im Schulhof der Ludwig-Geissler-Schule: Neben Serpil Unvar (Mitte), Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Schulleiter Christof Glaser und Anna Jagust von "Demokratie leben" nahmen auch Schulleiterinnen anderer Hanauer Schulen sowie Schülervertreter/innen und Lehrkräfte an der Feierstunde teil.


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