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Hanau, 14. April 2022
Philippine Gertraude Hosse war ein mutige Unternehmerin des 19. Jahrhunderts

Im Kunstkaufladen Tacheles erinnert seit kurzem eine Gedenktafel an die Rauchtabak- und Zigarrenfabriken Hosse. Das Unternehmen wurde 1808 von Philippine Gertraude Hosse in der Nürnberger Straße 31 gegründet und zog später an die Römerstraße / Ecke Glockenstraße um.

Die Ur-Ur-Urgroßenkelin der Gründerin, Angela Löding, hat über Jahre eine sehr umfangreiche Familiengeschichte geschrieben, die inzwischen auch im Stadtarchiv Hanau hinterlegt ist. Aus ihren Recherchen ergab sich der Kontakt zu Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Hanau, der für Lödings Vorfahrin eine sogenannte „grüne Tafel“ vorschlug. Zusammen mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky enthüllten nun das Ehepaar Löding, die verwandten Eheleute Bornemann–Hosse und Elfriede Lossow die Erinnerungsplakette im Tacheles.

Philippine Gertraude Hosse (Kassel 1774 – 1834 Hanau) war das 9. von 10 Kindern  des Hof- und Cabinett-Schreinermeisters Johannes Ruhl und der Martha Catharina, geb. Dilling. Sie heiratete 1796 in Kassel Georg August Hosse (Vaake 1765 -1817 Hanau), zuerst Küchen-Skribent, dann Kammerdiener von Kurprinz Wilhelm II. von Hessen-Kassel. Philippine gründete 1808, nachdem das Paar nicht unter napoleonischer Herrschaft mit der Kurfürstenfamilie fliehen wollte und das Hanauer Bürgerrecht erhielt, die Fabrik. Nach dem Tod ihres Mannes startete sie offensichtlich „richtig durch“. Die Fabrik, die dann unter Fa. P. G. Hosse Wittib = Witwe firmierte, zog später in die Römerstraße 8-10 / Glockenstraße, gründete Außenstellen in Steinheim (Villa Stokkum), Gelnhausen, Kälberau, Lieblos, Roth und Langenselbold. Damit avancierte der Betrieb zu einem der größten und bekanntesten für Zigarren in Hessen. Familie Hosse und Verwandte, darunter Pedro Jung, führten die Firma bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Oberbürgermeister Kaminsky dankte Angela Löding für ihr Engagement: „Sie haben nicht nur eine Lücke in der Hanauer Geschichtsschreibung geschlossen, sondern zusätzlich eine mutige Hanauer Unternehmerin des frühen 19. Jahrhunderts in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Um 1808 war es überhaupt nicht selbstverständlich, dass eine Frau unternehmerisch tätig werden konnte. Das hat sich glücklicherweise geändert!“

Leider ist bisher kein Porträt „der Hosse“ bekannt.

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Tafel Hosse
v. l.: Martin Hoppe, Elfriede Lossow, OB Claus Kaminsky, Eheleute Löding, Eheleute Bornemann-Hosse.


Tafel Hosse 2
Im Kunstkaufladen Tacheles erinnert seit kurzem eine Gedenktafel an die Rauchtabak- und Zigarrenfabriken Hosse. Das Unternehmen wurde 1808 von Philippine Gertraude Hosse in der Nürnberger Straße 31 gegründet und zog später an die Römerstraße / Ecke Glockenstraße um.


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