Meldungsdatum: 21.11.2022

OB: „Ein großer Schritt hin zum digitalen Rathaus“

- Neues zentrales Serviceportal bietet zum Start 40 komplett digitale Dienstleistungen

Täglich rund um die Uhr sowie von jedem beliebigen Ort aus Behördengänge vollständig online erledigen – ohne Weg ins Amt. Dieses Ziel eines einheitlichen digitalen Serviceportals soll mit Hilfe des neuen Auftritts der Stadt Braunschweig unter https://service.braunschweig.de erreicht werden. Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum hat es heute freigeschaltet. Auskünfte aus dem Melderegister, Urkundenanforderungen, Ausstellung eines Führungszeugnisses oder die Beantragung eines Bewohnerparkausweises, das sind einige der etwa 40 Leistungen, die mit dem Start des Portals vollständig digital über das Portal abgewickelt werden können, inklusive des Bezahlvorgangs.

 

Dazu kommen weitere etwa 50 Leistungen, für die Formulare, Downloads und Erläuterungen im Portal eingestellt sind und die damit bereits teildigitalisiert sind. Diese werden nun auch an zentraler Stelle gebündelt. Das Portal soll sukzessive ausgebaut werden. Es wird über die Startseite von braunschweig.de verlinkt und ist damit zentral auffindbar.

 

„Wir setzen heute einen Meilenstein auf dem Weg zu der vom Bund geforderten weitgehenden Digitalisierung aller Verwaltungsleistungen“, sagte der Oberbürgermeister. „Das sorgt für mehr Servicequalität und mehr Schnelligkeit von Vorgängen, mit Zeitersparnis für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Verwaltung.  An einer Stelle erledige ich zeit- und ortungebunden alle meine Behördenvorgänge, finde Informationen dazu und kommuniziere dazu mit den Ämtern: Für dieses Ziel legen wir heute die Grundlage und bieten bereits eine ganze Reihe häufig nachgefragter Dienstleistungen vollständig digital an. Die ist ein großer Schritt in Richtung „Digitales Rathaus“. Natürlich, betonte Dr. Kornblum, bleiben alle anderen Wege der Beantragung und Abwicklung bestehen, der Vor-Ort-Termin im Amt und der telefonische Kontakt.    

 

So funktioniert das neue Portal: Wer sich über das Land Niedersachsen für ein Servicekonto registriert (https://servicekonto.niedersachsen.de), kann das zentrale städtische Angebot für alle Dienstleistungen der Stadt Braunschweig nutzen, die digital möglich sind. Das erspart das Suchen unterschiedlicher Leistungen im Internetauftritt der Stadt Braunschweig und die erneute Dateneingabe. Die digitale Gesamtabwicklung von immer mehr Vorgängen ohne Wege ins Amt oder separatem Nachweis von Überweisungen beschleunigt Verfahren und macht sie für die Bürgerinnen und Bürger besser planbar.

 

Auch der Status der Vorgänge kann über das Portal eingesehen werden, Dokumente können geschickt und Kommunikation zu laufenden Vorgängen zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Behörde kann über die Postkorbfunktion des Portals abgewickelt werden. Vom Prinzip her ähnelt dies dem Elster-Portal der Finanzämter. Die generellen Informationen zu den Verwaltungsleistungen sind auch ohne Registrierung nutzbar.

 

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) des Bundes verpflichtet die Kommunen ihre Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 auch digital anzubieten - wobei dies für alle kommunalen Leistungen für keine Kommune zum derzeitigen Zeitpunkt umsetzbar sein dürfte. Geplant ist, alle Leistungen sukzessive zu digitalisieren und in das neue Serviceportal zu übernehmen. Für viele dieser Leistungen ist es zunächst nötig, Prozesse innerhalb der Verwaltung organisatorisch zunächst so weiter zu entwickeln, dass sie vollständig digital ablaufen können.

 

Weiterhin lassen sich technisch nicht alle Leistungen und Verfahren in das Portal integrieren. „Es gibt Angebote, die direkt bei uns abgerufen werden können, aber auch direkte Links zu weitergehendenden Online-Angeboten z. B. dem Kita-Finder", erläutert Organisations- und Digitalisierungsdezernent Dr. Tobias Pollmann.

 

„Ein großer Bereich, für den wir leider noch keine komplette Online-Abwicklung anbieten können, ist die Beantragung von Personalausweisen und Reisepässen. Dafür hat der Bundesgesetzgeber noch kein Verfahren freigegeben, um Unterschriften sicher digital zu übermitteln“, erläuterte Dr. Pollmann. Einzelne Schritte seien dabei online möglich, doch zur Unterschrift müssten die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zum Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit kommen und benötigen dafür Termine. Und natürlich werde es auch immer Vorgänge geben, die aufgrund ihrer Komplexität nicht vollständig digital angeboten werden können, sondern auch direkte Gespräche erforderten.