Meldungsdatum: 17.08.2023
„Die Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Hanau ist eine psychiatrische Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Sie bietet Diagnostik und Therapie in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Form an“, erläuterte Duketis. „Die Klinik in Hanau gehört rechtlich zum Vitos Klinikum Herborn. Dort ist auch die Verwaltung der zugehörigen Kliniken zentralisiert worden“, erklärt Geschäftsführer Martin Engelhardt. Eine weitere Ambulanz und Tagesklinik mit zwölf Plätzen gebe es in Dietzenbach. Des Weiteren kooperiere die Kinder und Jugendpsychiatrie vor Ort mit dem Klinikum Hanau.
„Derzeit sind wir für die Pflichtversorgung vom Kreis Offenbach zuständig. Ab Oktober 2023 übernehmen wir dann auch die Pflichtversorgung für Hanau und den westlichen Main-Kinzig-Kreis“, erläuterte Engelhardt. Die Pflichtversorgung im Bereich der Psychiatrie regelt wohin sich Patientinnen und Patienten im Not -und Akutfall begeben müssen. Die Klinik muss entsprechend Betten vorhalten.
„Hier in Hanau nehmen wir Kinder und Jugendliche zwischen Grundschulalter und Volljährigkeit auf“, berichtete Klinikdirektorin Duketis. Die Aufnahmen erfolgten geplant nach fachärztlicher Einweisung sowie durch die Ambulanzen Hanau und Dietzenbach. „Wir behandeln seelische Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie sämtliche Störungsbilder in allen Schweregraden.“ Je nach Erkrankung könnten zusätzlich zu der regulär stattfindenden Einzelpsychotherapie verschiedene Therapieangebote in Anspruch genommen werden. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, spezielle familientherapeutische Angebote zu nutzen.
„Ob sich die Corona-Pandemie und ihre Folgen auf die seelische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen merkbar ausgewirkt habe?“ wollten Bürgermeister Bieri und Beate Funck wissen. „Wir haben in dieser Zeit und danach einen Zuwachs von rund einem Drittel an psychischen Störungen festgestellt. Vor allem Essstörungen, Depressionen und Angsterkrankungen haben zugenommen“, teilte die Klinikdirektorin mit.
Pflegedirektorin Meike Hein berichtete von dem Mangel an Pflegepersonal, mit dem auch die Vitos Klinik in Hanau zu kämpfen habe. „Wir benötigen dringend Pflegefachkräfte, Erzieherinnen und Erzieher und Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger, und Sozialpädagoginnen und -pädagogen um die Arbeit auf den Stationen aufrecht erhalten zu können. Sollten wir in die Unterbesetzung rutschen, dann müssen wir sogar Stationen schließen, denn der Gesetzgeber schreibt einen bestimmten Personalschlüssel vor“, erläuterte Geschäftsführer Martin Engelhardt.
Während des Aufenthalts in der Vitos Klinik besuchen die Kinder und Jugendlichen die Paula-Fürst-Schule, eine Klinikschule mit Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen. Sie ist im benachbarten denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen US-Kaserne untergebracht. „Die Schule ist sehr wichtig für uns, denn viele der Störungen bei unseren jungen Patientinnen und Patienten sind schulbezogen. Die angeschlossene Schule hilft sie wieder in eine Form der Normalität zurückzuführen und ist außerdem von großer Bedeutung für die sozialen Beziehungen“, erklärte Duketis.
Bürgermeister Bieri und Stadtverordnetenvorsteherin Funck besichtigten in Anschluss an den Austausch die moderne Fachklinik, die Vitos für 23,4 Millionen Euro in Hanau erbauen ließ. Sie besteht aus zwei separaten Gebäudeteilen, die durch einen Übergang miteinander verbunden sind. In einem sind die drei Stationen mit 42 Betten untergebracht. In dem anderen Gebäudeteil befinden sich unter anderem der ambulante und teilstationäre Bereich mit 20 Plätzen.
Zur Klinik gehört ein eigener Außenbereich. Die Räume, in denen sich die jungen Patientinnen und Patienten hauptsächlich aufhalten, orientieren sich in Richtung Garten. Die Zimmer sind hell und freundlich. Eine ansprechende Farbgebung und kreative architektonische Details, wie in die Wand eingelassene Lesenischen, tragen zu einer freundlichen Atmosphäre bei.
Die Gäste sahen zudem Ergo- und Kunsttherapieräume sowie einen Bewegungsraum und das ansprechende Außengelände mit Spielplatz, Ballsportplatz und überdachtem Pavillon. Auch plauderten sie mit einigen der Teenager, die gerade ihr gemeinsames Mittagessen beendet haben. Letztere luden Bieri und Funck sogar dazu ein ihre Zimmer zu besichtigen, die für ein bis zwei Personen ausgelegt sind und hell und geräumig wirken. „Sie haben eine wirklich gut ausgestattete, ansprechende Einrichtung mit engagiertem Personal und sehr professioneller Ausrichtung. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir eine Einrichtung wie die Vitos Klinik in Hanau haben, die sich um die seelische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen kümmert und sie dabei unterstützt schwierige Phasen im ihrem jungen Leben zu überwinden“, waren sich die Besucher einig.
Zum Abschluss des Besuchs wies Klinikdirektorin Duketis noch auf das 1. Hanauer kinder- und jugend-psychiatrische Symposium hin, dass die Klinik im September veranstalten wird: Das Thema „Ausgrenzung und Diskriminierung: Bedeutung für Versorgung und Prävention“ steht am Mittwoch, 13. September 2023, 13 bis 17.30 Uhr im AJOKI in der Alten Johanneskirche in Hanau auf dem Programm. „Wir freuen uns, nach den pandemiebedingten Einschränkungen unser erstes Symposium als junge kinder- und jugendpsychiatrische Klinik in Hanau ausrichten zu können und hoffen auf regen Zuspruch“, so Duketis. Das Symposium solle das Bewusstsein für diese wichtige Thematik zu schärfen und den fachlichen Austausch zu fördern. „Durch eine Sensibilisierung von uns Fachkräften für die Risiken beim Erleben von Diskriminierung können wir unseren jungen Patientinnen und Patienten vorurteilsfreier und unterstützender begegnen. Wir möchten präventiv tätig werden und Empowerment als Teil der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung verstehen und ermöglichen“, erläuterte die Klinikdirektorin.
Hintergrund:
Vitos Herborn ist ein großes psychiatrisches und psychosomatisches Gesundheitszentrum. Die gemeinnützige Gesellschaft betreibt neben zwei Fachkrankenhäusern zur Behandlung aller psychiatrischen Krankheitsbilder des Kindes,-Jugend,- und Erwachsenenalters mit angegliederten teilstationären und ambulanten Angeboten, auch eine psychosomatische Fachklinik sowie eine Einrichtung für chronisch psychisch kranke Menschen. Vitos Herborn beschäftigt über 1000 Mitarbeiter an den Standorten Herborn, Wetzlar, Haiger, Limburg, Hanau und Dietzenbach.
Pressekontakt: Ute Wolf, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de
Gruppenfoto im Hof der Vitos Klinik: Bildunterschrift: (v.l.) Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Eftichia Duketis, Klinikdirektorin der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Hanau, Benjamin Richter, Geschäftsführer Vitos Herborn, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, Martin Engelhardt, Geschäftsführer Vitos Herborn, Meike Hein, Pflegedirektorin der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Hanau
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