Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 24. Oktober 2000

Fachbereich Jugend, Familie und Sport organisiert Internationales Jugendtheater gegen Gewalt und Rassismus

Bocholt (pd).

Der Fachbereich Jugend, Familie und Sport der Stadt Bocholt veranstaltet in Zusammenarbeit mit einigen Bocholter Schulen am 2.November 2000 um 11.30 Uhr in der Werner-von-Siemens-Realschule und der Melanchton-Schule (Schulzentrum Süd-Ost) das Jugendtheater "Instant Acts" gegen Gewalt und Rassismus. Dies ist ein gemeinsamer Beitrag zum Thema "Gewalt und Rassismus". Das internationale Projekt wird zwischen dem 7. September und dem 10. November 2000 in 40 Kommunen in neun Bundesländern Projekttage durchführt. Das Ensemble besteht aus jungen Künstlerinnen und Künstlern, die aus Frankreich, Polen, Spanien, Litauen, Martinique, Brasilien und Kenia stammen. Mit Akrobatik, Flamenco, Breakdance, Theater und Livemusic zeigen sie eine temporeiche Show zum Thema "Gewalt und Rassismus". Die Aufführung dauert 90 Minuten ohne Pause. Es treten auf das Vilnius Conservatory Quartet aus Litauen mit "Die goldnenen Federn des Distelfinken", die kenianischen African Tumbas of Kenya mit "Kujipendelea" (Selbstsucht), das Teatr in Spe aus Polen mit "Der kleine Hitler", das spanische Conservatorio Profesional de Danza mit "Seuenos" (Träume), die Version Hip-Hop (Martinique) mit "Breakdance".

Die Show ist bisher schon in Theatern, Schulen, Begegnungsstätten, Kirchen Jugendgefängnissen und Arbeitsämtern aufgeführt worden.

Vor der Aufführung finden Begegnungen für 150 Jugendliche statt, die zusammen mit den Ensemblemitgliedern tanzen, malen, musizieren und Theater spielen. Die Ergebnisse dieser Begegnungen werden kurzfristig in die Aufführung mit einbezogen. Das internationale Jugendtheaterprojekt "Instant Acts" ist im Jahre 1996 von Ignatz Bubis ausgezeichnet worden, 1997 erhielt es einen Preis der EU zum Jahr gegen Rassismus, 1998 und 1999 wurde es vom EU-Kulturprogramm "Kaleidoskop" zur Förderung ausgesucht.

"Instant Acts" hat eine Spielform entwickelt, die durch unmittelbare Begegnung mit dem Fremden und über eine künstlerische Auseinandersetzung die Nähe und den direkten Kontakt zu den Beteiligten sucht. Kunst wird zum Kommunikationspunkt, auch ohne eigene Sprache. Ziel der Veranstaltung ist, den Jugendlichen mit konkreten künstlerischen Angeboten ein Handwerk zu geben, das gegenseitige Achtung erlernbar macht und Frust spielerisch abbauen hilft. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, Unterwerfungszumutungen abzuwehren bzw. nicht andere zu unterwerfen. Dabei sollen eine größere Akzeptanz und Respekt vor Minderheiten in den einzelnen Regionen und Städten erreicht werden.

Der Projekttag beginnt mit der "Fünf Minuten Performance" und der Einteilung der Jugendlichen in die einzelnen Arbeitsgruppen. Zwei bis drei Stunden vor der Show finden diese Begegnungen, offenen Proben, Training statt. Die Ergebnisse dieser Begegnungen können manchmal als kleine Bausteine in die Aufführung einbezogen werden. Die Gruppenarbeiten können auch - ca. eine Stunde vor der eigentlichen Aufführung - mit einer gemeinsamen Präsentation aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander enden.