Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 30. Oktober 2000

Arbeitskreis Städtepartnerschaften der Stadt Bocholt tagte

Neue Zuschussrichtlinien für Reisen von Gruppen und Vereinen in die Partnerstädte beschlossen

Bocholt (pd).

Am Donnerstagnachmittag, dem 26. Oktober 2000, tagte der Arbeitskreis Städtepartnerschaften der Stadt Bocholt. Im Rahmen der Tagesordnung gab Bürgermeister Klaus Ehling einen mündlichen Bericht über seine Reise nach Naujoji Akmene/Litauen in der Zeit vom 16. bis 19. Oktober 2000. In dem äußerst informativen Programm, das die Litauer Gastgeber vorbereitet hatten, kam deutlich zum Ausdruck, welche hohen Erwartungen die litauischen Freunde an den Freundschaftsvertrag mit Bocholt knüpfen. Dabei geht es nicht nur um den Austausch der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch um die gezielte Hilfe zur Selbsthilfe, um die dortige Entwicklung voranzutreiben. Neben dem Besuch der verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Museen im Bezirk Akmene und der weiteren Umgebung standen auch Treffen mit den Gruppen auf dem Programm, die bereits Kontakte mit Bocholter Vereinen pflegen. So besuchte Bürgermeister Klaus Ehling gemeinsam mit seinem Stabschef Ludger Triphaus die 2. Mittelschule, die ein europäisches Projekt mit der Hohe-Giethorst-Schule Bocholt durchführt. Im April 2001 findet das Projekt seinen Höhepunkt in einem gemeinsamen Treffen in der ESTA am Werbellinsee (Nähe Berlin). Für diese Reise sagte Bürgermeister Klaus Ehling die Übernahme der Fahrtkosten aus dem Landesprogramm zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit zu. Außerdem trafen die Bocholter Gäste mit der Gruppe "Ventokai" zusammen und luden sie ein, im Mai oder Juni 2001 die Stadt Bocholt zu besuchen. Die Gruppe Ventokai gehört zur Musikschule in Venta und führt auf professionelle Weise volkstümliche Musik Litauens auf. Außerdem sagte Bürgermeister Klaus Ehling als konkrete Hilfsmaßnahme die Lieferung eines Krankenwagens im Sommer 2001 zu, der dann in der hiesigen Feuerwache nicht mehr benötigt wird. Großes Interesse haben die litauischen Freunde auch an Gerätschaften, die im städtischen Maschinenpark nicht mehr gebraucht würden. Sofern Maschinen übrig bleiben, so Bürgermeister Klaus Ehling, können diese auf den Weg nach Naujoji Akmene gebracht werden, wenn sie noch tauglich sind.

Der Arbeitskreis Städtepartnerschaft beschloss darüber hinaus, dass die Richtlinie zu den Zuschüssen bei Partnerschaftsbesuchen zugunsten von Gruppenreisen nach Aurillac und Rossendale geändert wird. Gruppen, die eine Reise in die beiden genannten Partnerstädte von vier Tagen unternehmen, erhalten 50,00 DM anstatt wie bisher 30,00 DM Zuschuss. 50,00 DM Zuschuss pro Person pro Jahr wird von einem Aufenthalt in Akmene/Litauen oder Mamurras/Albanien von vier Tagen abhängig gemacht. 30,00 DM pro Zuschuss bleibt beim Aufenthalt in der Partnerstadt Belgisch-Bocholt erhalten. Eine Doppelförderung der Reisen in die Partnerstädte durch andere Fachbereiche der Stadt Bocholt ist dabei ausgeschlossen. Nicht geändert wurde der Punkt, dass die Zuschüsse auch weiterhin an Personen, die nicht ihren Wohnsitz in Bocholt haben, aber Mitglied eines Bocholter Vereins, Schüler oder Schülerin, Auszubildende oder Studierende sind, gezahlt werden. Ebenfalls nicht geändert wurde der Punkt, dass auf schriftlich begründeten Antrag einem Verein, einer Schule oder einer Gruppe durch den Bürgermeister ein Zuschuss von maximal 1.000,00 DM zu den Aufenthalts- und Programmkosten der Gäste gezahlt werden kann. Außerdem können Jugendaustauschmaßnahmen besonders gefördert werden, bei Anträgen über 1.000,00 DM entscheidet hierzu der Bürgermeister. Im Bereich Belgisch-Bocholt erhalten Vereine und Gruppen auf Antrag einen Zuschuss zu den Omnibuskosten, wenn sie eine Tagestour dorthin organisieren. Es handelt sich dabei um einen Zuschuss, der nur die Fahrtkosten betrifft und nicht personenbezogen gewährt wird. Die Zuschusshöhe wird in das Ermessen der Verwaltung gestellt und bewegt sich bei etwa 50 %. Die Erhöhung der Zuschüsse war möglich, da die offiziellen Delegationen der Stadt Bocholt in die Partnerstädte künftig nur noch mit 5 Personen besetzt werden. Diese Zuschussrichtlinie gilt ab dem 01. Januar 2001. Im Abstand von zwei Jahren werden somit der Bürgermeister oder Stellvertreter/in, ein/e bürgerschaftliche/r Vertreter/in, zwei Vertreter/innen auf Vorschlag der beiden größten Parteien der Stadtverordnetenversammlung Bocholts sowie die Partnerschaftsbeauftragte in die Partnerstädte reisen.

Der Arbeitskreis Städtepartnerschaften gab außerdem die Empfehlung ab, dass aufgrund der Überlegungen zur Nutzung einer Jugendbegegnungsstätte in Bocholt im Bereich Europa-Institut der ESTA auch Gruppen aus den Partnerstädten bzw. befreundeten Gemeinden sowie die Mitglieder der Besatzung des Bocholter Patenschiffes S 68 "Seeadler" unterkommen können.

Darüber hinaus gab die Partnerschaftsbeauftragte der Stadt Bocholt, Petra Taubach, einen Bericht über die Reise nach Rossendale mit der Deutsch-Britischen Gesellschaft und der Standardformation des TV Bocholt. Diese äußerst erfolgreiche Reise der Standardformation des TV Bocholt war ein Millenniumsgeschenk der Stadt Bocholt an die englische Partnerstadt Rossendale. In Rossendale trat die Standardformation mit einer tollen Resonanz in der Bacup-Freizeithalle und im Ballsaal von Blackpool auf. Mit positiven Eindrücken auf beiden Seiten fand diese Fahrt vom 29.09. bis 4.10.2000 statt. Außerdem beschäftigten sich die Mitglieder des Arbeitskreises mit dem Besuch der Besatzung des Patenschiffes S 68 "Seeadler" zur Bocholter Kirmes, an dem in diesem Jahr lediglich 11 Besatzungsmitglieder teilnehmen konnten. Leider war aufgrund eines angesetzten Ostseemanövers den anderen Mannschaftsmitgliedern eine Reise nach Bocholt nicht möglich gewesen. Im Rahmen des Punktes Verschiedenes berichtete die Vorsitzende, stellvertretende Bürgermeisterin Christel Feldhaar, über den offiziellen Empfang der All Saints High School durch die Stadt Bocholt. Im Rahmen dieses Empfanges wurde ihr vom begleitenden Lehrer Dennis Farron aus Rossendale mitgeteilt, dass sein ehemaliger Schüler einen Vertrag beim 1. FC Bocholt unterzeichnet hat und nun in Bocholt lebt.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Städtepartnerschaften wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2001 sein. Zu dieser Sitzung wird auch der verantwortliche Projektleiter Klaus Held, Hohe-Giethorst-Schule Bocholt, eingeladen, der das Europa-Projekt der Hohe-Giethorst-Schule mit den Städten Rossendale, Naujoji Akmene und Doetinchem in den Niederlanden vorstellen wird.