Meldungsdatum: 13.11.2025
(pen) „Sie sind seit 1989 nicht nur der organisatorische Kopf, sondern auch das Herz der Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn. Ihr unermüdlicher Einsatz, Ihre fachliche Kompetenz und Ihre Fähigkeit, andere zu begeistern und mitzunehmen, haben entscheidend dazu beigetragen, in Witten und damit in unserem Ennepe-Ruhr-Kreis Zug um Zug eins der größten Feld- und Grubenbahnmuseen Deutschlands entstehen zu lassen.“ Mit diesen Worten übergab Landrat Jan-Christoph Schaberick die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Hannsjörg Frank aus Witten.
Seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert sich der 63-jährige auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Theresia. Gemeinsam mit rund 30 Vereinsmitgliedern erhält er die denkmalgeschützten Zechengebäude, erinnert an den frühen Ruhrbergbau und dokumentiert die technische Entwicklung von Grubenbahnen. Wer das Gelände betritt, kann unter anderem fast 100 Lokomotiven und rund 300 Waggons entdecken. Jedes einzelne Ausstellungsstück ist liebevoll restauriert und gepflegt. An den Fahrtagen in den Sommermonaten sind einige von ihnen auf der rund 1,5 Kilometer langen Museumsbahnstrecke vom Parkplatz Nachtigallstraße bis zur Zeche Nachtigall unterwegs.
„Besucherinnen und Besucher können unsere Bergbau-Geschichte hier folglich buchstäblich erfahren. Zu verdanken ist dies Hannsjörg Frank und seinen Mitstreitern. Ihr Einsatz mit so viel Herzblut ist wahrlich ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement Geschichte lebendig hält“, würdigte der Landrat.
Als besondere Meilensteine der geleisteten Arbeit wies er unter anderem auf die denkmalgerechte Sanierung der Gebäude beim Bezug des Geländes 1989 und ihre anschließende Pflege hin, er erwähnte das engagierte Sammeln um Spenden, um Energiekosten tragen und den Abruf von Fördermitteln möglich zu machen und den vorbereiteten Austausch der rund 1.400 maroden Holzschwellen der Museumsbahnstrecke gegen moderne Stahlschwellen. Gelungen sei es zudem, mit der letzten Grubenlok der Ruhrkohle AG ein wirklich historisches Stück Bergbaugeschichte in den Ennepe-Ruhr-Kreis zu holen.
„Die wohl größte Gegenwartsherausforderung, der sich Hannsjörg Frank und der Verein gegenübersehen, ist der Lokschuppen. Dessen Rückwand wurde 2021 durch einen Hangrutsch eingedrückt und muss wiederaufgebaut werden. Und das ist nicht alles: Elektrik und Dach stehen ebenso auf der to-do-Liste wie die Außenanlage des Schuppens. Hier müssen Schienen und Weichen wiederhergestellt werden, vier Waggons sind noch unter den Erdmassen begraben“, machte Schaberick deutlich, an was im Muttental gerade gearbeitet wird, gearbeitet werden muss.
Zum 40-jährigen Vereinsjubiläum im nächsten Jahr sollen Lokschuppen und Umgebung wiederhergestellt sein. Geplant ist die Feier für das erste Maiwochenende. Die Feierstimmung wird allerdings getrübt sein. Bedingt durch die Neugestaltung des LWL Museumsstandortes Zeche Nachtigall wird zu diesem Zeitpunkt die Zubringerfunktion der Grubenbahn für das Museum enden.
„Hannsjörg Frank wäre aber nicht Hannsjörg Frank wenn er nicht auch hier auf der Suche nach Lösungen wäre. Diese Suche sowie Pläne für den Museumsausbau auf einem benachbarten und inzwischen angepachteten ehemaligen Industrieareal zeigen: Der Mann und sein Museum haben noch lange nicht fertig. Glück auf“, wünschte der Landrat den Engagierten viel Erfolg für das, was sie noch vorhaben.
Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
„Ja, der Orden ist nur ein kleines Symbol. Aber dieses kleine Symbol steht eben für einen großen Dank. Er ist die höchste und einzige Anerkennung, die Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht“, hob der Landrat in der Feierstunde im Schwelmer Kreishaus die besondere Bedeutung der Auszeichnung hervor.
Ausgangspunkt für die Vergabe ist in vielen Fällen ein Hinweis von Weggefährten der Geehrten. Die Ordensanregung kann formlos erfolgen, sie sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können.
Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden über 263.000 Menschen mit dem Verdienstorden für ihre politischen, wirtschaftlich-sozialen oder geistigen Leistungen sowie für Verdienste auf sozialen, karitativen und mitmenschlichen Feldern gewürdigt.
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