Meldungsdatum: 14.01.2026
Sobald Schnee liegen bleibt, verändert sich die Stadt. Geräusche werden gedämpft, Wege wirken weicher, und selbst bekannte Straßen bekommen für einen Augenblick etwas Feierliches. Das Objekt des Monats hält diese Stimmung fest, in der der Alltag langsamer zu atmen scheint. An solchen Tagen entsteht neben der stillen Kulisse fast automatisch eine zweite Welt voller Kinderlachen, Freude und Bewegung. Schneeballschlachten, Schlittschuhlaufen und Schlitten fahren sind bei Winterwetter nicht wegzudenken.
Das Objekt des Monats ist im Januar ein Spielzeugschlitten: Zwei Kufen, ein stabiler Rahmen und eine einfache Sitzfläche aus Brettern. Mehr braucht es nicht, um loszurodeln. Holz und Eisen machen ihn robust. Man spürt, dass der Schlitten in seiner funktionalen Konstruktion tatsächlich für den Gebrauch gedacht ist und nicht nur fürs Anschauen. Gebaut wurde dieser Schlitten vom Bocholter Manes Schlatt.
Schlitten gehören zu den ältesten Formen radloser Fortbewegung. Als Transportprinzip sind Schlitten seit langer Zeit bekannt und haben sich besonders in Schnee- und Eislandschaften bewährt. Vielleicht liegt darin auch der Kern ihrer Beliebtheit im Spiel: Schlittenfahren ist unkompliziert. Ein Hang genügt, ein bisschen Schnee, und schon wird aus dem Winterwetter ein Ereignis. Gerade jetzt, da auch bei uns in Bocholt wieder Schneefall einsetzt und Rodelbedingungen locken, weckt der Schlitten Erinnerungen an nasse Handschuhe und warme Jacken, an rote Wangen und kalte Nasen, an das Knirschen unter den Stiefeln.
Sammlung: Stadtmuseum Bocholt. Inventarnummer: 2023.1302. Datierung: Mitte 20. Jahrhundert. Material und Technik: Holz, Eisen. Maße: 123 × 281 × 513 mm, Text: Lisa Resing
Pressekontakt: Stadt Bocholt, Büro des Bürgermeisters, Presse- und Informationsdienst, Tobias Rodig, tobias.rodig@bocholt.de
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