Meldungsdatum: 21.01.2026
Die Geschichte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*-, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Braunschweig ist bislang kaum sichtbar. Obwohl queere Menschen auch hier seit Jahrzehnten für Anerkennung, Rechte und Sichtbarkeit gekämpft haben, gibt es nur wenig Dokumentation darüber.
Um diese Geschichte zu bewahren und aufzuarbeiten, hat sich in Kooperation der Stadt Braunschweig und dem Verein für sexuelle Emanzipation e.V. der Arbeitskreis Queere Geschichte Braunschweig gegründet. Ziel ist der Aufbau eines Archivs zur lokalen queeren Geschichte seit dem Ende des Nationalsozialismus.
Für dieses Projekt werden nun Materialien aus der Braunschweiger LSBTIQ-Community* gesucht.
Dazu zählen unter anderem private Dokumente, Fotos, Briefe, Tagebücher, Flugblätter, Plakate, Vereinsunterlagen, Zeitungsausschnitte, Ton- oder Videoaufnahmen sowie Erinnerungen an Treffpunkte, Aktionen oder politische Initiativen. Auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die bereit sind, von ihren Erfahrungen zu berichten, sind eingeladen, sich zu melden.
Sozialdezernentin Dr. Christina Rentzsch erläutert: „Viele queere Lebensrealitäten wurden aus Angst vor Verfolgung oder Diskriminierung kaum dokumentiert. Umso wichtiger ist es, vorhandenes Wissen jetzt zu sichern, bevor es verloren geht. Die Materialien werden sensibel, historisch eingeordnet. Sofern gewünscht werden sie auch anonymisiert verarbeitet.“ Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt eine fachkundige Historikerin.
Das entstehende Archiv soll im queeren Zentrum Braunschweigs angesiedelt werden und langfristig für Bildungsarbeit, Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein. Es versteht sich als Beitrag zu Erinnerungskultur und Demokratieförderung. Wer Materialien beisteuern oder seine Geschichte teilen möchte, kann sich an die Koordinationsstelle LSBTIQ* der Stadt Braunschweig oder den Verein für sexuelle Emanzipation wenden (Tel. 0531-470-7370 oder 0531-61515757). Jeder Hinweis, jedes Dokument und jede Erinnerung zählt.
Stadt Braunschweig
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Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
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