Nr. 021 Kreis Steinfurt, 21. Januar 2026
Kreis Steinfurt. „Wir ziehen eine sehr positive Bilanz 2025“, so die Vorstände Thomas Robert und Tanja Schmidt vom jobcenter Kreis Steinfurt. Zehn Prozent mehr Integrationen als im Vorjahr, sinkende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Bürgergeldempfänger – ein solches Ergebnis sei insbesondere in der allgemein angespannten wirtschaftlichen Situation bemerkenswert, zeigt sich auch Roswitha Reckels, die neue Sozialdezernentin des Kreis Steinfurt, erfreut.
Es gelang dem kommunalen Jobcenter im abgelaufenen Jahr, rund jedem vierten Bürgergeldbeziehenden den beruflichen Wiedereinstieg zu ermöglichen. Insgesamt konnte das Jobcenter 3.834 Menschen in Arbeit vermitteln. Das waren 321 Personen mehr als im Vorjahr. „Damit liegen wir im Münsterland ganz weit vorne und gehören auch in Nordrhein-Westfalen zu den erfolgreichsten Jobcentern“, so Landrat Dr. Martin Sommer zufrieden.
Das Erfolgsgeheimnis lässt sich wie folgt zusammenfassen erklärt Schmidt: „Wir haben auch in 2025 die von der Landesregierung ausgerufene Vermittlungsoffensive konsequent umgesetzt.“ Ziel dieser Vermittlungsoffensive ist es, arbeitsmarktnahe Personen schnell zu integrieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Integration von Geflüchteten. Genau hier ist es dem Jobcenter gelungen, sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Fast die Hälfte aller in den Arbeitsmarkt integrierter Männer und Frauen waren Geflüchtete. Im Vergleich zum Vorjahr konnte fast ein Fünftel mehr aus dieser Personengruppe integriert werden. Besonders oft gelang eine Arbeitsaufnahme bei Personen aus den sogenannten 8-HKL-Staaten. Diese umfassen die wesentlichen acht Asylherkunftsländer (HKL) für Deutschland: Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Wobei für den Kreis Steinfurt gilt, dass es sich in der Regel um Zugewanderte aus Syrien handelt. Ihre Integrationsquote lag 2025 bei 38,5 Prozent. Auch Bürgergeldbeziehende aus der Ukraine schafften verstärkt den Sprung in den Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu 2024 verbesserte sich ihre Integrationsquote um 21,2 Prozent auf rund 26 Prozent.
„Wir haben immer gesagt, dass zu uns geflüchtete Menschen die Grundsicherung für Arbeitsuchende als Sprungbrett in eine bessere Zukunft verstehen. Denn sie sind zu einem Großteil hoch motiviert, bei uns ein neues Leben zu beginnen – und es freut uns, dass wir das jetzt auch mit Zahlen belegen können“, erläutert Schmidt.
In der Grundsicherung für Arbeitsuchende meldeten sich im abgelaufenen Jahr 11.545 Menschen arbeitslos. 7,1 Prozent weniger als in 2024. Zugleich konnten sich 12.140 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. „Bei gleichzeitig guten Integrationszahlen ist ein Absinken der Arbeitslosigkeit zwangsläufig“, so Robert. Seit Jahresbeginn 2025 reduzierte sich dementsprechend die Zahl der arbeitslosen Bürgergeldbeziehenden von 9.574 um rund 8,3 Prozent auf 8.775. Auch hier ist, wie bei den guten Integrationszahlen, die Entwicklung ausländischer Arbeitsloser erfreulich. Im Vergleich zum Vorjahr waren Ende des vergangenen Jahres 16,6 Prozent weniger Ausländer arbeitslos in der Grundsicherung für Arbeitsuchende gemeldet als im Vorjahr.
„Wer Arbeit hat, ist seltener auf Hilfe vom Jobcenter angewiesen. Daher sorgen gute Integrationszahlen immer auch für einen Rückgang an Bürgergeldbeziehenden“, führt Robert aus. So erhielten jahresdurchschnittlich 22.727 Menschen Leistungen vom Jobcenter. 1,6 Prozent weniger als in 2024. Der Großteil ist erwachsen und arbeitsfähig. 27,7 Prozent sind sogenannte nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte – in der Regel Kinder unter 15 Jahren.
„Im Jahresverlauf gelang es uns immer besser, Bürgergeldbeziehenden mittels Integrationen Wege aus der Grundsicherung zu ebenen“, so Schmidt. Dementsprechend sank ihre Zahl um 4,8 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Damit verbunden reduzierte sich auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, die auf Unterstützung angewiesen sind. Betreute das Jobcenter im Januar noch 12.212 Bedarfsgemeinschaften, waren es im Dezember nur noch 11.557. Das ist ein Rückgang von 5,4 Prozent.
„Unser gutes Ergebnis in 2025 ist auf die engagierte Arbeit unserer Mitarbeitenden zurückzuführen“, lobt Robert. Sie haben sich weder von den politischen Diskussionen rund um das Bürgergeld noch von internen Umstrukturierungen ablenken lassen. „Natürlich war das nicht immer leicht“, so Robert. Denn das Jobcenter steht aktuell mitten in seinem bisher größten Umstrukturierungsprozess. Sind zurzeit die Kommunen im Kreis für die Bürgergeldzahlungen verantwortlich, soll dieser Aufgabenbereich auf Sicht an das Jobcenter zurückgegeben werden. Den Anfang haben in diesem Jahr bereits die Kommunen Westerkappeln, Laer, Nordwalde, Horstmar und Greven gemacht. In Greven wird darüber hinaus ab dem Frühjahr ein neuer gemeinsamer Standort bezogen. „Ein so großer Prozess sorgt immer für Unruhe, auch wenn alles gut geplant und organisiert ist“, wissen beide Vorstände. Daher freue es sie, dass es trotzdem gelungen sei, 2025 erfolgreich zu gestalten.
In diesem Jahr warten bereits einige große Schwerpunktthemen: Neben dem Großprojekt „Interne Umstrukturierung“ steht die geplante politische Neuausrichtung des Bürgergeldes hin zur Grundsicherung auf der Agenda. „Den Kern der Reform – nämlich mehr Eigenverantwortung, mehr Verbindlichkeit und größere Mitwirkungspflichten – begrüßen wir“, so Landrat Dr. Sommer und Sozialdezernentin Reckels. Sie ergänzt: „Sobald das Gesetz beschlossen ist, wartet viel Arbeit auf uns, da unter anderem interne Arbeitshilfen, Dokumente, Anschreiben – kurz alles, wo Bürgergeld draufsteht, geändert werden muss.“
Darüber hinaus bleibt das Thema Integration von Geflüchteten auch 2026 weiterhin ein Kernthema der Arbeit des Jobcenter. Daneben sollen Langzeitarbeitslose stärker in den Fokus rücken, die bislang wenig von der Vermittlungsoffensive profitieren konnten. Schließlich hat der hausinterne Arbeitgeberservice mit dem Start der Bewerberbörse eine weitere Plattform für die schnelle Integration von arbeitsmarktnahen Bürgergeldbeziehenden auf der eigenen Homepage geschaffen, die in 2026 ihr Potenzial entfalten soll. „Wir haben in diesem Jahr wieder gute Ideen und Konzepte, um die Menschen in Arbeit zu bringen“, ist sich Reckels sicher. Auch wenn die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin eingetrübt sind, blicken die Verantwortlichen daher optimistisch auf die kommenden Monate.
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