Logo

Meldungsdatum: 28.01.2026

Krebsforschung rückt Darmmikrobiom in den Blick

Ärztliche Leiterin des Kreisgesundheitsamts appelliert zum Weltkrebstag: An den richtigen Stellschrauben drehen!

40 Prozent aller Krebsfälle könnten durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Diese Expertenschätzung stammt vom Deutschen Krebsforschungszentrum und wird anlässlich des Weltkrebstages (4. Februar) auch von der Deutschen Krebshilfe veröffentlicht. Eine gute Nachricht, die motivieren sollte, findet die Ärztliche Leiterin des Kreisgesundheitsamts Dr. Margitta Neufeld.

„Sie zeigt, dass jede und jeder von uns viele Faktoren selbst in der Hand hat, um einer Krebserkrankung vorzubeugen. Studien legen außerdem nahe, dass wir mit einem gesunden Lebensstil das Ansprechen auf eine Krebstherapie positiv beeinflussen können“, erklärt sie.

Im Fokus der aktuellen Krebsforschung steht unter anderem das Darmmikrobiom. Es bezeichnet die Anzahl und Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm. Etwa 300 Bakterienarten finden sich im Darm eines jeden Erwachsenen, weitere 600 bis 700 können dazukommen. Insgesamt besiedeln etwa 100 Billionen Mikroorganismen den Dickdarm einer gesunden Person.

Hochdynamisch und individuell

Das Darmmikrobiom ist dabei keine Konstante, sondern hochdynamisch und individuell. Umweltfaktoren beeinflussen stündlich seine Zusammensetzung und damit Funktion. Ganz maßgeblich zählt die Ernährung zu diesen Faktoren, aber auch Medikamente, körperliche Aktivität und Rauchen gehören dazu.

„Wer sich pflanzenbasiert und damit ballaststoffreich ernährt und Bewegung in seinen Alltag integriert, ernährt damit die guten Bakterien in seinem Darm. Diese Bakterien helfen unter anderem dem Immunsystem. Denn ein Großteil aller Immunzellen in unserem Körper ist im Bereich der Darmschleimhaut angesiedelt“, verdeutlicht Margitta Neufeld die Zusammenhänge. Stark verarbeitete Lebensmittel, aber auch Rauchen und Alkohol drängen dagegen die guten Bakterien zurück und fördern stattdessen das Wachstum der für die Gesundheit schlechten Bakterien.

Nie zu spät für mehr Gesundheit

Neue Forschungen zeigen, dass das Darmmikrobiom auch die Wirksamkeit von Immuntherapien beeinflusst, die bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden. So legen Studien einen Zusammenhang nahe zwischen dem Ansprechen auf die Therapie und einer ballaststoffreichen Ernährung. Auch Probiotika – das sind milchsaure Produkte wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut, in denen gesundheitsfördernde Bakterienkulturen stecken – scheinen sich günstig auszuwirken. Die bisherigen Ergebnisse waren jedoch nicht einheitlich. „Es ist also weitere Forschung nötig. Trotzdem machen die Studien Mut und sollten uns in einem gesunden Lebensstil bestärken“, sagt Dr. Neufeld.

Ob man an Krebs erkranke, hänge zwar auch von zufälligen Faktoren sowie erblicher Veranlagung ab. Umso wichtiger sei es angesichts dessen aber, diejenigen Faktoren aktiv positiv zu beeinflussen, die man in der eigenen Hand hat. „Eine veränderte Ernährung führt innerhalb von Stunden zu einer Anpassung unseres Darmmikrobioms – und das in jedem Lebensalter. Es ist also nie zu spät, mehr für sich und die eigene Gesundheit zu tun“, wirbt die Ärztliche Leiterin des Kreisgesundheitsamts.

Hintergrund: Krebsfrüherkennung
Es gibt eine Reihe von Angeboten zur Krebsfrüherkennung, die von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt werden. Diese Angebote beziehen sich auf:

Weitere Informationen gibt es bei allen Hausärztinnen und Hausärzten und unter www.bundesgesundheitsministerium.de/krebsfrueherkennung sowie unter www.krebshilfe.de.

Dieser Meldung ist ein Foto zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle, Susanne Schulte-Nölle, Telefon 02921/302546


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Die im Presse-Service zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweiten Nutzung sind Sie verpflichtet, selbstständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Erfrischend und gesund

©Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest
Erfrischend und gesund

Kefir ist nicht nur erfrischend und mit frisch gepresstem Fruchtsaft besonders lecker – in dem probiotischen Getränk stecken auch wertvolle Bakterienkulturen, die zu einem gesunden Darmmikrobiom beitragen. Das wiederum hilft dem Immunsystem. Neue Forschungen zeigen außerdem, dass das Darmmikrobiom die Wirksamkeit von Immuntherapien beeinflusst, die bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Foto: Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest


 

Die Kreisverwaltung Soest im Überblick:

Die Kreisverwaltung Soest mit rund 1.600 Bediensteten arbeitet für rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kreisgebiet. Mit dem Kreistag ist sie Teil der kommunalen Selbstverwaltung und nimmt Aufgaben in vielen Bereichen wie Bildung, Jugend, Gesundheits- und Verbraucherschutz, Bau, Kataster, Straßen, Umwelt, Soziales und Gefahrenabwehr war. Sie betreibt den Rettungsdienst, zwei Zulassungsstellen, drei berufsbildende Schulen, sechs Förderschulen, eine Heilpädagogische Kindertagesstätte, ein Archiv sowie ein Medienzentrum. Außerdem ist sie an der Entsorgungswirtschaft Soest GmbH, der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH und weiteren Einrichtungen beteiligt. Der Kreistag gestaltet und kontrolliert mit seinen Mitgliedern die Aufgabenwahrnehmung.

SW Logo