Meldungsdatum: 05.02.2026

Stadt Hanau ehrt Professor Richard Estler mit Ehrengrab

„Mit Professor Richard Estler würdigen wir eine herausragende Persönlichkeit der Hanauer Kunst- und Stadtgeschichte. Sein Wirken strahlt weit über Hanau hinaus und hat Generationen von Künstlerinnen und Künstlern geprägt“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Grabstätte des Hanauer Malers und langjährigen Lehrers an der Staatlichen Zeichenakademie auf dem Friedhof in Kesselstadt wird in den Rang einer Ehrengrabstätte erhoben.

Mit dieser Entscheidung ehrt die Stadt Hanau den Künstler und Pädagogen, der das kulturelle Leben der Stadt nachhaltig beeinflusst und sich trotz widriger historischer Umstände stets zu Kunst, Bildung und humanistischen Werten bekannt hat. Die Anerkennung erfolgt gemäß der städtischen Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern.

Mit der Verleihung des Ehrengrab-Status übernimmt die Stadt Hanau die Pflege und Unterhaltung der Grabstätte. „Richard Estler steht beispielhaft für eine Generation von Künstlern, deren Lebenswerk durch die politischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Mit dem Ehrengrab halten wir sein Andenken lebendig und würdigen seine Bedeutung für Hanau als Kunst- und Bildungsstandort“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley zur Bedeutung der Ehrung.

Richard Estler wurde am 28. September 1873 in Dresden geboren und starb am 27. Dezember 1952 in Frankfurt am Main. Nach seiner ersten zeichnerischen Ausbildung an der Gewerbeschule in Dresden absolvierte er von 1892 bis 1898 ein Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden. 1901 holte ihn Professor Max Wiese, damaliger Direktor der Königlichen Zeichenakademie, nach Hanau. 1921 wurde Estler zum Professor ernannt.

Seine Mitgliedschaft in der Loge „Braunfels zur Dreieinigkeit“ brachte ihn in Konflikt mit den Nationalsozialisten, die ihn Ende 1934 vorzeitig und mit gekürzten Bezügen in den Ruhestand versetzten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Richard Estler für kurze Zeit an die Staatliche Zeichenakademie Hanau zurück. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählten unter anderem Louis Wahn, Bernd Oehmichen, Theodor Schäfer, Hans Fehlhaber und Clara Ewald-Weinhold.

Estlers künstlerisches Werk umfasst Zeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte und Ölbilder. Er malte bevorzugt Landschaften, Naturdenkmale und Altstadtmotive – insbesondere aus Dresden, Frankfurt und Hanau, also Städten, die im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitten. Seine Werke wurden regelmäßig in Ausstellungen im Rhein-Main-Gebiet sowie in München und Berlin gezeigt und befinden sich heute überwiegend in Privatbesitz.

Die Grabstätte von Professor Richard Estler auf dem Friedhof Kesselstadt ist ein zweistelliges Erdwahlgrab und wird in seiner Gesamtheit als Ehrengrab anerkannt. Die Stadt Hanau übernimmt die Pflege und Unterhaltung der gesamten Grabstätte. Auch vor Ablauf des Nutzungsrechts ist dies gemäß der Richtlinie möglich. Da in der Grabstätte weiterhin Angehörige der Familie beigesetzt werden und die Nutzungszeit derzeit bis 2029 läuft, war eine besondere Regelung erforderlich.

 „Mit der Ernennung der Grabstätte von Richard Estler zum Ehrengrab würdigen wir einen Künstler, Lehrer und Zeitzeugen, der Hanau kulturell geprägt hat und dessen Werk bis heute nachwirkt“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Pressekontakt: Florian Bauer, oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de


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Ehrengrab Prof. Estler

©  Stadt Hanau / Moritz Göbel
Ehrengrab Prof. Estler

„Mit der Ernennung der Grabstätte von Richard Estler zum Ehrengrab würdigen wir einen Künstler, Lehrer und Zeitzeugen, der Hanau kulturell geprägt hat und dessen Werk bis heute nachwirkt“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky.