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Duburger Straße: Denkmäler gerettet und Wohnraum geschaffen

Flensburger Neustadt

Flensburg - 06.02.2026

Mancher erinnert sich noch an die Künstler, die vor Jahren in der Alten Schule in der Duburger Straße residierten und in ehemaligen Klassenräumen arbeiteten und ausstellten. Sie waren die letzten Nutzer des historischen Gebäudes mit der Hausnummer 14, bevor die Modernisierung begann.

Gerade haben die ersten Mieter ihre Wohnungsschlüssel bekommen. Mit dem Vorhaben Skolegaarden (heute Skolehaven) ist in der Flensburger Neustadt ein zentrales Stadtentwicklungsprojekt erfolgreich verwirklicht worden. Auf dem Gelände der ehemaligen Schulgebäude am Fuße der Duburger Straße wurde neuer Wohnraum geschaffen und gleichzeitig die Grundlage für den langfristigen Erhalt zweier bedeutender Baudenkmäler gelegt.

Ausgangspunkt war der bundesweite Wettbewerb im Jahr 2008 mit dem Titel „Zukunft planen: „kostengünstiges, klimagerechtes Bauen und Wohnen im Bestand“.

Nach intensiven planerischen Diskussionen und langer Investorensuche beschloss die Ratsversammlung 2014, das nicht denkmalgeschützte Gebäude in der Duburger Straße 8 abzubrechen und Skolegaarden mit der Gewoba Nord Baugenossenschaft eG als Projektträgerin umzusetzen. Dieser Schritt erwies sich als goldrichtig.

Markus Pahl, Geschäftsführer des Sanierungsträgers Ihrsan, sieht in dem Projekt nach der Walzenmühle eine weitere Initialzündung im Stadtteil, weil sich Investoren nun zunehmend für die Neustadt interessierten.

Das Gebäude Duburger Straße 8 wurde 2015 abgebrochen; noch im Dezember desselben Jahres war Spatenstich für den Neubau. Entlang der Gartenstraße entstanden 95 Wohneinheiten.

Parallel zum Neubau verliefen die Vorbereitungen zur Modernisierung der denkmalgeschützten Gebäude in der Duburger Straße 10 bis 12 und 14 – mit dem Ziel, die geschichtsträchtigen und stark sanierungsbedürftigen Häuser denkmalgerecht zu restaurieren. 18 Wohneinheiten wurden geschaffen; in der alten Schule außerdem Gemeinschaftsräume für die Mieter. Das Gebäude Duburger Straße 14 wurde 1880 vollendet als Knabenschule im Stil der Neugotik.

Das niedrigere Nachbarhaus ist das zweitälteste Gebäude Flensburgs. 1797 wurde es als Wohnhaus für den Königlichen Zollkontrolleur im klassizistischen Stil errichtet. 1936 wurde es zur dänischen Gemeindeschule umgebaut und nach dem zweiten Weltkrieg als Sprachheilgrundschule genutzt.

Man habe versucht, die Raumstruktur zu erhalten, erklärt Burkhard Grote, Architekt und Geschäftsführer von „pmp projekt“. Das heißt, dass in der Regel aus einem Klassenzimmer eine Wohnung wurde. Vor allem die Einheiten in der Nummer 10 bis 12 zeichnen sich durch ganz individuelle Zuschnitte aus und durch Details wie sichtbares Holz des Dachstuhls.

Unter anderem das Treppenhaus in der Nummer 14 wiederum macht den Anspruch sichtbar, Ursprüngliches aufzuarbeiten und zu erhalten. So sind hier beispielsweise die originalen Schultreppenstufen und Bodenfliesen ansehnlich verbaut.

Herausforderungen bei den Arbeiten im Bestand gab es einige. Architekt Grote spricht etwa von Höhenunterschieden von bis zu 15 Zentimetern, die ausgeglichen werden mussten.

Manche Überraschungen führten zu Abweichungen vom ursprünglichen Zeitplan, darunter erst während der Arbeiten festgestellte Schadstoffbelastungen und notwendige Neugründungen. Daraus resultierten während der Ausführung der Modernisierung Mehrkosten, auf die der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Planung reagierte. Um den Erhalt der Denkmäler mit privaten Mitteln zu ermöglichen, war von Beginn an der Einsatz von Städtebaufördermitteln erforderlich. Die Gebäude Duburger Straße 10 bis 12 wurden damit mit einem Zuschuss von rund 3,6 Millionen Euro und die Nummer 14 mit rund 4,1 Millionen Euro gefördert. Der städtische Anteil beschränkt sich jeweils auf den Komplementäranteil im Rahmen der Städtebauförderung. Der politische Beschluss sorgte dafür, dass die Baumaßnahme verwirklicht werden konnte.

Erstmals werden Städtebaufördermittel und Mittel der sozialen Wohnraumförderung kombiniert eingesetzt. Jede vierte Wohnung in der Hausnummer 10 bis 12 ist sozial gefördert, in der Nummer 14 sind es sogar 70 Prozent. Angesichts der überzeugenden Ergebnisse des langen Planungs- und Bauprozesses, habe sich die Hartnäckigkeit gelohnt, resümiert Markus Pahl.

Pressekontakt: Stadt Flensburg, Antje Walther




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Alte Schule
Fassade, Fenster und sogar die frühere Schuluhr sind frisch herausgeputzt.


Wohnungsbau in der Duburger Straße
Die Akteure des umfangreichen Bauvorhabens sind froh über das Resultat.


Treppenhaus in der Alten Schule
Fliesen und Schulstufen sind unter anderem im Treppenhaus erhalten worden.



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