Meldungsdatum: 10.02.2026

Tag des Notrufes: 112 in Notlagen europaweit die richtige Wahl

(pen) Am 11.2. ist es wieder soweit: Mit einen europaweiten Notruftag werben die EU-Staaten seit Jahren für die 112. Die klare Botschaft an die Bürger: Egal, wo man sich in Europa aufhält, unter der 112 erreicht man immer eine Leitstelle, die je nach Notfall die zuständigen Organisationen wie Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr alarmiert.

 

Ob bei einem Brand oder einem Verkehrsunfall, bei bedrohlichen gesundheitlichen Zwischenfällen oder bei einem Unglück im Haushalt: Gibt es einen Notfall, ruft man unter der 112 kompetente, schnelle und in vielen Fällen auch lebensrettende Hilfe.

 

Hilfesuchende, die dies im Ennepe-Ruhr-Kreis machen, landen in der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus. Von dort koordinieren insgesamt 34 speziell ausgebildete Disponenten sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport in den neun kreisangehörigen Städten.

 

„Wer einen Notfall erlebt und über die 112 Hilfe ruft, befindet sich oftmals in einer absoluten Ausnahmesituation“, Kai Pohl, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Weil dies so ist, setzt der Kreis schon seit Jahren auf die sogenannte strukturierte Notrufabfrage. Sie folgt dem Grundsatz „Der Mitarbeiter der Leitstelle fragt, der Anrufer antwortet“.

 

Dieses Konzept reduziert die Anforderungen an die Anrufer erheblich. Um das Abschweifen zu Nebensächlichkeiten zu verhindern und die wichtigsten Fakten möglichst schnell zu erfahren, nehmen die Disponenten die Gesprächsführung unmittelbar in ihre Hände. Sie führen die Anrufer gezielt durch das Telefonat, um so möglichst schnell an alle wichtigen Informationen zu gelangen. Unterstützt und geleitet werden sie dabei von einem Computerprogramm.

 

Die Software sieht alle möglichen Szenarien vor: Verbrennung, Platzwunden oder Vergiftung, Zimmerbrand, Gasgeruch oder Explosion - nichts, was nicht berücksichtigt ist. Frage für Frage und Antwort für Antwort wird klarer, was der Anrufer unternehmen kann, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommen muss. „Sobald Ort und Art des Notfalls klar sind, werden die ersten Einsatzkräfte vom Disponenten mit wenigen Mausklicks und parallel zum Gespräch auf den Weg geschickt“, so Daniel Koch, operativer Leiter der Leitstelle.

 

Ebenfalls wichtig: Anrufer sollten den Anweisungen des telefonischen Gegenübers unbedingt folgen und das Telefonat erst nach Aufforderung durch den Mitarbeiter der Leitstelle beenden. Zudem sollten nach dem Notruf keine weiteren Telefonate geführt werden. So bleibt die Leitung für Rückfragen frei.

 

„Verändert sich die Lage, unbedingt erneut die 112 wählen. Und wenn möglich, die eintreffenden Rettungskräften schon an der Straße abfangen und ihnen den Weg zur Einsatzstelle oder zum Patienten weisen“, gibt Koch zwei weitere, wichtige Hinweise.

 

Die Arbeit in der Leitstelle hat sich im letzten Jahrzehnt stark gewandelt. Anders als „früher“ begleiten die Leitstellendisponenten die Anrufer nach Abfrage der Informationen in akuten Notfallsituationen solange telefonisch weiter, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

 

„Gerade bei lebensbedrohlichen Zuständen wie beispielsweise Herzkreislaufstillständen werden die Anrufenden angeleitet, um die Laienreanimation einzuleiten. Dies ist sehr wichtig, um das therapiefreie Intervall so kurz wie möglich zu halten und somit die Überlebenschancen zu erhöhen“ erklärt Pohl.

 

Stichwort Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises

 

Die Leitstelle koordiniert sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis. Wie die Zahlen aus 2025 zeigen, ist das eine Mammutaufgabe. Die Disponenten - alles gelernte Feuerwehrleute und rettungsdienstliche Fachkräfte - haben rund 187.000 Anrufe entgegengenommen, ein Schnitt von 512 pro Tag. Die Anrufe führten unter anderem zu gut 77.000 Alarmierungen von Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Rettungsdienst_112

©  
Rettungsdienst_112

Europaweit ist die 112 die Nummer, unter der Hilfe gerufen werden kann./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis