Meldungsdatum: 12.02.2026

Kinderrecht auf Bildung im Fokus: Mehr als 350 Teilnehmende beim Fachtag der städtischen Kindertagesstätten und des nifbe

Mehr als 350 pädagogische Kräfte aus den Osnabrücker Kindertagesstätten haben sich jetzt in der Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums zum Fachtag „Das Kinderrecht auf Bildung“ getroffen. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) setzten die städtischen Kindertagesstätten der Stadt Osnabrück damit ein deutliches Zeichen für die Bedeutung frühkindlicher Bildung als zentrales Kinderrecht.

Im Mittelpunkt des Fachtags stand die Frage, wie das Recht jedes Kindes auf Bildung im Kita-Alltag konkret, kindgerecht und fachlich fundiert umgesetzt werden kann. Dabei ging es sowohl um pädagogische Haltung als auch um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Übertragung in die Praxis.

„Auf unserem Fachtag der städtischen Kitas gemeinsam mit dem nifbe beschäftigen sich heute über 350 Teilnehmende mit dem Kinderrecht auf Bildung. Das Programm orientiert sich konsequent an den Bedarfen, Bedürfnissen – und damit an den Rechten – der Kinder. Und genau dieser Perspektivwechsel ist entscheidend. In Zeiten, in denen Kinder einen großen Teil ihres Alltags in Institutionen verbringen, ist dieser Fokus als frühkindliche Bildungseinrichtung für uns Haltung, Auftrag und Verantwortung“, betonte Kerstin Schlüter, Fachbereichsleitung des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück in ihrem Eingangsstatement.

Fachliche Impulse lieferten unter anderem Prof. Dr. Malte Mienert, der in seinem Vortrag „Weniger ist MEHR! Bildung im Alltag mit Spaß und Leichtigkeit“ den Blick auf Bildungsprozesse im Alltag der Kinder lenkte. Er betont, dass die Pädagogen immer 20 Schritte voraus sein und sich die Frage stellen müssten, wie sich die Gesellschaft entwickele und worauf sie die Kinder vorbereiten müssen. Gleichzeitig formuliert er die klare Erwartung, im Kitaalltag Stress und Rituale zu reduzieren und die freiwerdende Zeit mit Spiel, Spaß und direkter Kommunikation mit den Kindern zu füllen. Spiel sei in diesem Zusammenhang kein „Lückenfüller“, sondern der zentrale Lernmodus in der frühkindlichen Bildung. „Kinder haben jederzeit ein Recht auf freundliche und zugewandte Fachkräfte. Versuchen Sie, sich jeden Tag 5 Minuten Zeit für jedes einzelne Kind zu nehmen, deren Bedürfnisse wahrzunehmen und echte Beziehungsmomente zu gestalten. Ohne Bindung erreichen sie keine Bildung!“, so Mienert.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Vortrag von Selma Brand (Blickwechsel e. V.) zur „Aktiven und kreativen Medienbildungsarbeit im Kita-Alltag“. Dabei wurde deutlich, welche Rolle Medienbildung bereits in der frühen Kindheit spielt und wie sie altersgerecht und verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Frau Brand betont, dass es in der frühkindlichen Bildung nicht um den Konsum digitaler Medien gehe, sondern um den Austausch und die Auseinandersetzung mit und über die Medien. Digitale Medien gehören inzwischen ganz selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern. In den Kitas müsse diese Realität aufgegriffen werden und die Kinder dabei begleitet werden, Medien bewusst, kreativ und altersgerecht kennenzulernen.

Am Nachmittag folgten für die pädagogischen Kräfte der städtischen Kindertagesstätten zwei Workshopphasen, in denen die Teilnehmenden die Impulse aus den Vorträgen vertieften und zu verschiedensten Bildungsbereiche praxisnah weiterarbeiteten. Der Austausch zwischen den Fachkräften stand dabei ebenso im Vordergrund wie die gemeinsame Reflexion pädagogischer Fragestellungen.

Katharina Spreckelmeyer, Geschäftsleitung der städtischen Kindertagesstätten, zeigte sich äußerst zufrieden: „Das Feedback zu unserem ersten Fachtag sowohl von unseren Kolleginnen und Kollegen der städtischen Kindertagesstätten als auch von den externen Teilnahmen ist bisher überwältigend und es ist deutlich geworden: Die städtischen Kitas verstehen sich als frühkindliche Bildungseinrichtungen mit einem klaren pädagogischen Anspruch.“ Auch Marcus Luttmer, Geschäftsführer des nifbe, unterstrich: „Das Kinderrecht auf Bildung bildet die Grundlage für professionelles Handeln, kontinuierliche Weiterentwicklung und eine verlässliche Bildungsbegleitung von Anfang an. Durch diese Veranstaltung konnten wir die Teilnehmenden mit praktischen Impulsen für den Alltag in der Umsetzung unterstützen und sie untereinander vernetzen!“


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Fachtag_Kinderrecht_ValerianVogt

©  Stadt Osnabrück, Valerian Vogt
Fachtag_Kinderrecht_ValerianVogt

Vortragende und Veranstaltende des Fachtags: links, Marcus Luttmer (nifbe), Selma Brand (Blickwechsel e. V.), Prof. Dr. Malte Mienert, Michael Lührmann (Moderator der Veranstaltung und Fachberater der städtischen Kitas), Katharina Spreckelmeyer (Geschäftsleitung der städtischen Kitas)


Fachtag_Kinderrecht_KatharinaSpreckelmeyer

©  Stadt Osnabrück, Katharina Spreckelmeyer
Fachtag_Kinderrecht_KatharinaSpreckelmeyer

Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann auf dem Podium im Gespräch mit Michael Lührmann (Moderator der Veranstaltung und Fachberater der städtischen Kitas)