Meldungsdatum: 03.03.2026
Am Dienstag, 10. März, wird die stadt- und regionalgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule (VHS) Iserlohn fortgesetzt. Der Iserlohner Literaturwissenschaftler und Lokalgeschichtsforscher Dr. Walter Wehner stellt den Jungdeutschen Orden, seine Aktivitäten und seine Bedeutung für Iserlohn in der Weimarer Zeit vor.
Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Fanny-van-Hees-Saal der VHS im Stadtbahnhof (Bahnhofsplatz 2). Der Eintritt kostet sechs Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen drei Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Mit den Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg traten zwei bislang im Abseits stehende Gruppen verstärkt in die Öffentlichkeit: die nun wahlberechtigten Frauen und die für die Gestaltung der Zukunft wichtigen Jugendlichen. Es ging um ihre politische Ausrichtung im Kampf der Parteien und ihre gesellschaftlichen Rollen bei der Gestaltung der Zukunft.
In seinem Vortrag wird Dr. Wehner erläutern, wie sich dies in Iserlohn besonders am Aufstieg und Auftreten des Jungdeutschen Ordens und seiner ideologischen Vorgänger widerspiegelt.
Der Jungdeutsche Orden umfasste gleich beide Gruppen – Jugendliche wie Frauen. Und er fand in Iserlohn die Unterstützung des Großbürgertums, von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen sowie militärischen Vereinen. Die autoritären Strukturen des Jungdeutschen Ordens, sein elitäres Verhalten und sein Antisemitismus behinderten dabei nicht seinen Aufstieg, sondern beförderten ihn. Er entwickelte sich zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz der nationalsozialistischen Bestrebungen. Dies wurde mitentscheidend für sein Verbot und die spätere Aufnahme vieler führender Mitglieder in den Machtapparat der NSDAP.
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