Meldungsdatum: 11.03.2026
Mit einem Festakt und Rahmenprogramm am Internationalen Frauentag erinnerte die Kreisstadt Unna an 40 Jahre kommunale Gleichstellungsarbeit und 30 Jahre Mädchen- und Frauennetzwerk. Der Blick zurück zeigt: Vieles wurde erreicht – und vieles bleibt zu tun.
Vor weniger als 50 Jahren war es in Deutschland noch gesetzlich verankert, dass Frauen nur arbeiten durften, wenn dies „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar“ sei. Erst 1977 wurde dieser Passus aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch gestrichen. In den 1980er-Jahren begann dann bundesweit die Institutionalisierung der Gleichstellungsarbeit – und Unna zog nach: 1986 nahm mit Rita Weißenberg die erste Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna ihre Arbeit auf.
Die Anfänge waren von Gegenwind begleitet. „Es gab zunächst wenig Problembewusstsein und daher eine Abwehrhaltung“, sagt die heutige Gleichstellungsbeauftragte Katja Sahmel, die seit 2021 im Amt ist. Ein klares Aufgabenprofil mit Rechten und Pflichten wurde in Nordrhein-Westfalen erst im Jahr 2000 durch das Landesgleichstellungsgesetz verbindlich geregelt. Gleichstellungsarbeit sei aber bis heute nicht erledigt, so Sahmel. Themen wie Lohnungleichheit, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und Gewalt gegen Frauen seien weiterhin hochaktuell. Auch gesellschaftliche Trends wie der sogenannte „Tradwife“-Trend bewertet Sahmel kritisch: Wirtschaftliche Unabhängigkeit durch eigenes Einkommen sei ein zentraler Schutzfaktor – insbesondere im Hinblick auf das Armutsrisiko im Alter.
Trotzdem konnten Gleichstellungsbeauftragte und engagierte Netzwerke in den vergangenen Jahrzehnten wichtige Veränderungen mit anstoßen – etwa bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Davon profitieren heute Frauen und Männer gleichermaßen, auch mit Blick auf Fachkräftegewinnung und -bindung.
Ein wichtiger Partner bleibt das Mädchen- und Frauennetzwerk, das seit 30 Jahren Akteurinnen aus Politik, Kirche, Institutionen und Vereinen zusammenbringt und regelmäßig Aktionen und Veranstaltungen organisiert – nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark.
Aus Anlass des Jubiläumsjahres hat das Netzwerk über das ganze Jahr verteilt vielfältige Veranstaltungen geplant:
22.3.2026, 19.00 Uhr, Kühlschiff Lindenbrauerei: Comedy mit dem Duo Weibsbilder „Botox to go“
14.4.2026, 18.00 Uhr, digital: Vortrag von Dr. Michael Hartmann, Frauenklinik Schwerte, zum Thema „Endometriose“
6.5.2026, 19.00 Uhr, Schalander: Lesung „Die Akte Schneeweiß“ von und mit Felicitas Fuchs (in Kooperation mit dem ZONTA Club Hamm/Unna)
27.6.2026, 18.00 Uhr, Die Brücke: Internationales Frauenfest „Women only“, unterhaltsamer Abend mit Mitbringbuffet, Frauendisko und guten Gesprächen (inkl. Kinderbetreuung)
21.9.2026, 19.00 Uhr, Forum Herz-Jesu: Vortrag „finanzielle Absicherung für Frauen“ mit Claudia Müller, Ökonomin und Buchautorin (in Kooperation mit dem ZONTA Club Hamm/Unna)
9.10.2026, 10.00 Uhr, Fußgängerzone/Bahnhofstraße: Info-Stand zum Thema „Brustkrebs“
8.11.2026, 17.00 Uhr, Schwankhalle im zib: Abschlusskonzert „Vocal total“ mit Chören der Jugendkunstschule und dem gemeinsamen Chor von VHS und Lindenbrauerei
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es hier: www.unna.de/gleichstellung
Die städtischen Gleichstellungsbeauftragten in Unna
Feierten 40 Jahre Gleichstellung und 30 Jahre Mädchen- und Frauennetzwerk in Unna (v.l.): Rita Weißenberg (erste Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna), Esther Schriek (stellvertretende Bürgermeisterin), Josefa Redzepi (ehemalige Gleichstellungsbeauftragte), Pfarrerin Elke Markmann und die aktuelle Gleichstellungsbeauftragte Katja Sahmel.
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