Meldungsdatum: 12.03.2026
Am 10. März 2026 kam das Netzwerk Kinderschutz in Borken zu seinem zweiten Treffen zusammen. Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen, dem Jugendamt sowie freien Trägern der Jugendhilfe tauschten sich im Raum Zwölf26 des Borkener Stadtarchivs aus.
Ein zentraler Programmpunkt war der Gastvortrag von Astrid-Maria Kreyerhoff von der Fachberatungsstelle Zartbitter Münster e. V.. Unter dem Titel „Sexualisierte Gewalt – ein gesellschaftliches Thema“ machte sie deutlich, dass sexualisierte Gewalt kein individuelles Randphänomen ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt. Besonders hervorgehoben wurde der inklusive Ansatz der Beratungsstelle: Zartbitter berät ausdrücklich Menschen mit und ohne Behinderungen. Da Menschen mit Behinderungen ein etwa doppelt so hohes Risiko haben, von sexualisierter Gewalt betroffen zu werden, bilden Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit. Um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu gestalten, bietet die Fachstelle unter anderem Beratung in Deutscher Gebärdensprache sowie mit Dolmetschenden an.
In ihrem Vortrag beleuchtete Kreyerhoff zudem die Strategien von Täterinnen und Tätern im sogenannten „Grooming-Prozess“, bei dem schrittweise Vertrauen aufgebaut und das betroffene Kind zunehmend isoliert wird. Außerdem erläuterte sie die wichtige Brücken- und Lotsenfunktion, die Zartbitter im Hilfesystem übernimmt.
Neben dem Fachvortrag stand die interaktive Arbeit in Kleingruppen im Mittelpunkt. Im Format „Krisen-Navigator“ wurde praxisnah diskutiert, wie Fachkräfte vom ersten Bauchgefühl zu mehr Handlungssicherheit gelangen können. Beim „Schutzkonzept-Puzzle“ tauschten sich die Teilnehmenden intensiv über die Entwicklung und Umsetzung individueller Kinderschutzkonzepte in ihren Einrichtungen aus.
Eine anschließende Evaluation spiegelte den Erfolg der Veranstaltung wider. Das Feedback der Teilnehmenden fiel durchweg positiv aus: In einer gemeinsamen Wortwolke beschrieben die Fachkräfte das Treffen unter anderem als „informativ“, „interessant“, „aufschlussreich“ und „bereichernd“. Besonders hervorgehoben wurden der intensive Austausch, der fachliche Input des Vortrags sowie die zahlreichen Denkanstöße.
Das Fazit des Treffens zeigt, dass die Netzwerkarbeit Wirkung zeigt: Die Abläufe im Falle einer Kindeswohlgefährdung greifen bereits gut, und die beteiligten Institutionen fühlen sich im Umgang mit sensiblen Krisensituationen sicherer. Zudem arbeiten nahezu alle teilnehmenden Einrichtungen bereits erfolgreich an eigenen Kinderschutzkonzepten oder setzen diese bereits um.
Zum Abschluss wurde ein Ausblick auf das nächste Treffen gegeben: Das Netzwerk Kinderschutz kommt am 6. Oktober 2026 erneut im Zwölf26 zusammen. Dann soll – anknüpfend an die aktuellen Impulse – das Thema „Integrativer Kinderschutz“ im Mittelpunkt stehen.
Stadt Borken
Fachabteilung Kommunikation
Pressestelle:
Frau Nathalie Baumeister
Im Piepershagen 17
46325 Borken
Telefon (02861) 939-106
Telefax (02861) 939-62-106
pressestelle@borken.de
Internet: https://www.borken.de/
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " Stadt Borken" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.