Meldungsdatum: 13.03.2026

Tiefbauprojekte 2026: Kreisstadt Unna setzt Prioritäten für sichere und nachhaltige Mobilität

Die Kreisstadt Unna treibt die Sanierung und Weiterentwicklung ihrer Mobilitätsinfrastruktur im Jahr 2026 voran. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, bei denen der bauliche Zustand oder die Verkehrssicherheit einen besonders dringenden Handlungsbedarf erkennen lassen. Gleichzeitig gilt: Der Sanierungsbedarf im Stadtgebiet ist groß – und die Stadt kann ihn angesichts begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen nur schrittweise abarbeiten. Mit den Maßnahmen setzt die Kreisstadt Unna nicht nur schrittweise das 2024 vom Rat beschlossene Mobilitätskonzept um, das unter Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet wurde, sondern leistet gleichzeitig einen Beitrag zur erforderlichen Anpassung an Hitze-, Starkregen- und andere Extremwetterereignisse. „Ziel ist eine zukunftsorientierte und nachhaltige Infrastrukturentwicklung, die alle Verkehrsteilnehmenden im Blick hat“, erklärt der für Bauen und Stadtentwicklung zuständige Erste Beigeordnete Sandro Wiggerich.

 

Innenstadt: Bau des Minette-Pötter-Parks und Erneuerung von Gürtel- und Flügelstraße

Sämtliche Infrastrukturmaßnahmen sind Teil einer ganzheitlichen Stadtentwicklung. Ein plakatives Beispiel für die Umnutzung versiegelter Flächen ist die vom Rat beschlossene Umgestaltung des ehemaligen Parkplatzes an der Schulstraße zum Minette-Pötter-Park. Hier entsteht in den nächsten Wochen und Monaten – der voraussichtliche Baustart liegt im April – ein neuer Aufenthaltsort, der die Lebens- und Verweilqualität in der Innenstadt stärkt und gerade bei zunehmenden Hitzeperioden einen Beitrag zum Stadtklima leistet. Den Löwenanteil der Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro tragen Bund und Land, die durch Förderprogramme Städte lebenswerter machen und die biologische Vielfalt erhalten wollen – der städtische Eigenanteil beträgt lediglich 41.000 Euro.

Ein weiteres Großprojekt in der Innenstadt betrifft die Erneuerung der Gürtelstraße und der Flügelstraße. Hier sind rund 2 Millionen Euro vorgesehen, um die Straßen grundlegend zu sanieren, die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern und die Nutzung des öffentlichen Raums zu verbessern. In diesem Zusammenhang wird auch die Verkehrsführung neu geordnet – mit dem Ziel, mehr Sicherheit insbesondere für Radfahrende und Fußgänger*innen zu schaffen.

 

Optimierung des Radrings durch die Innenstadt und Radwegebau

Auch der Innenstadt-Radring wird weiterentwickelt. Nach einer gemeinsamen Begehung mit Beteiligten der Ratsfraktionen und des ADFC werden die identifizierten Maßnahmen derzeit geprüft und geplant. Dabei geht es einerseits um Anpassungen der Wegweisung und Markierungen sowie die Aufnahme des Radrings in das Radverkehrsnetz NRW, andererseits wird im Bereich des Stadtgartens eine Verbesserung der Qualität und Sicherheit geprüft. Hierzu befindet sich das Amt für Mobilität und Tiefbau im Austausch mit den Stadtwerken, um Möglichkeiten einer zusätzlichen, sensibel geplanten Beleuchtung auszuloten. Dabei werden auch mögliche sozialpolitische Auswirkungen sorgfältig abgewogen. Unabhängig davon wird eine alternative Verkehrsführung zwischen Nordring und Ulrichswall geprüft, da das derzeitige Höhenprofil im Bereich der Voßkuhle von vielen Radfahrenden als unattraktiv empfunden wird.

Für die grundhafte Erneuerung der Königsborner Straße stehen im Haushaltsplan überdies 500.000 Euro bereit. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der geplante Radweg an der Fröndenberger Straße zwischen Kessebüren und Frömern. Die Kreisstadt Unna übernimmt hier den Bau, während Straßen.NRW als Straßenbaulastträger die Finanzierung trägt. Mit dem Projekt wird eine Lücke im außerörtlichen Radwegenetz geschlossen. Ein Baustart ist jedoch erst absehbar, wenn die erforderlichen Planungsleistungen abgeschlossen sind.

 

Abriss und Neubau der Brücke über den Afferder Mühlbach

Für 2026 ist zudem der Abriss und Neubau der Brücke am Kuhlenbrink über den Afferder Mühlbach vorgesehen. Die über 70 Jahre alte Brücke musste 2024 nach Untersuchungen für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden, da ihre Tragfähigkeit nicht mehr gegeben war. Mit dem Ersatzneubau wird die Verbindung langfristig gesichert.

 

Verbesserung der Barrierefreiheit an Bushaltestellen und Gehwegen

Darüber hinaus soll in diesem Jahr der sukzessive barrierefreie Umbau der Bushaltestellen im gesamten Stadtgebiet begonnen werden. Durch Bordsteinanpassungen und taktile Leitelemente wird der Zugang zum ÖPNV Schritt für Schritt verbessert.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Unterhaltung und Sanierung von Gehwegen und damit auf Verbesserungen für den Fußverkehr – insbesondere mit Blick auf Barrierefreiheit. Bei Arbeiten im Straßenraum (z. B. Aufgrabungen, Leitungsverlegungen oder vergleichbaren Eingriffen) wird systematisch mitgeprüft, ob sich Gehwegmaßnahmen „mitmachen“ lassen, etwa die Beseitigung von Wurzelaufwüchsen, kleinere Instandsetzungen oder Bordsteinabsenkungen. Querungsstellen und Bordsteinabsenkungen sollen zudem häufiger mit taktilen Elementen ergänzt werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere barrierefreie Maßnahmen umgesetzt, darunter Bordstein-Absenkungen an der Berliner Allee, Gerichtstraße und im Kreuzungsbereich Mozartstraße/Beethovenring sowie der barrierefreie Umbau einer Treppenanlage Im Kamp. Insgesamt wurden im Jahr 2025 für die Unterhaltung 630.000 Euro eingesetzt; zu den nennenswerten Maßnahmen zählen unter anderem die Beseitigung von Wurzelaufwüchsen in der Breslauer Straße (auch zur Schulwegsicherung), Instandsetzungen am Westring, eine Gehwegsanierung an der Holbeinstraße (Bereich Krankenhaus), die Erneuerung der Busspur an der Bahnhofstraße/Ostring sowie weitere Maßnahmen gegen Wurzelaufwüchse an Falkstraße, Ahornstraße und Eichenstraße.

 

Schulisches Mobilitätsmanagement soll Zahl der „Elterntaxis“ reduzieren

Einen weiteren Baustein der Aktivitäten bildet das schulische Mobilitätsmanagement. In Zusammenarbeit mit einem Fachplanungsbüro erarbeitet die Verwaltung Schulwegpläne sowie Maßnahmen zur Schulwegsicherung für alle Schulen im Stadtgebiet. Ziel ist es, sichere Routen aufzuzeigen, Eltern zu entlasten und die Zahl der sogenannten „Elterntaxis“ zu reduzieren. Die Schulwegpläne sollen dazu beitragen, dass mehr Schülerinnen und Schüler zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV zur Schule kommen. Gleichzeitig werden gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern Maßnahmen für das direkte Schulumfeld entwickelt, etwa die Einrichtung von Hol- und Bringzonen zur Entzerrung des Verkehrs.

 

Ausblick über das Jahr hinaus

Über 2026 hinaus befinden sich weitere Sanierungsabschnitte im gesamten Stadtgebiet in der mittelfristigen Planung. Deren Umsetzung hängt jedoch zwingend davon ab, dass die erforderlichen personellen Kapazitäten zur Verfügung stehen. „Demografische Entwicklung und Fachkräftemangel sind zwei der Herausforderungen, die zum Teil schwierige Prioritätensetzungen verlangen“, so Wiggerich. Klar ist: Die Kreisstadt Unna wird mit ihren Investitionen auch zukünftig einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Ziel bleibt es, die Verkehrsinfrastruktur Schritt für Schritt zu modernisieren, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Mobilitätswende vor Ort unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden verantwortungsvoll zu gestalten.


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Park an der Schulstraße

©  Henryk Brock
Park an der Schulstraße

Der ehemalige Parkplatz an der Schulstraße wird in diesem Jahr zum Minette-Pötter-Park umgestaltet.