Meldungsdatum: 13.03.2026

Update aus dem Stadtentwicklungsausschuss

Die Stadt Haltern am See treibt ihre Stadtentwicklung durch die Ergebnisse lokaler Ortsteilforen sowie die gezielte Nutzung des „Bauturbos“ für beschleunigten Wohnungsbau voran. Trotz eines moderaten Rückgangs im Einzelhandel zeigt sich die Innenstadt im aktuellen Monitoring stabil, während gezielte Nachnutzungskonzepte die Attraktivität der Zentren langfristig sichern sollen.

Ergebnisse der Ortsteilforen Holtwick und Hamm-Bossendorf

In den gut besuchten Foren in Holtwick und Hamm-Bossendorf erarbeiteten Bürgerinnen und Bürger konkrete Ideen für ihre Ortsteile. In Holtwick standen bessere Radwege und Busverbindungen nach Haltern-Mitte sowie der Wunsch nach neuen Begegnungsorten im Fokus. Für Hamm-Bossendorf wurden die Umgestaltung eines Wäldchens am Bossendorfer Weg zum Treffpunkt und im Hämmken ein Kreativspielort vorgeschlagen. Zudem gründete sich eine neue Social-Media-Gemeinschaft zur besseren Vernetzung für Vereine und künftige Veranstaltungen. Übergreifend wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger mehr Ruhebänke und eine bessere Pflege der Ehrenmale. Aus der Politik gab es Lob für die Ausführung der Ortsteilsforen. Die Stadtverwaltung wird die Beteiligten nun gezielt ansprechen, um die Projekte voranzutreiben. Die detaillierten Ergebnisse werden noch veröffentlicht. Bürgermeister Andreas Stegemann betonte, dass die Ortsteilforen nicht abgeschlossen seien, sondern weiterhin ein lebendiges Konstrukt sind, um den Bürgerwillen abzubilden.

Leitplanken für den „Bauturbo“ 

Um Wohnraum schneller zur Verfügung zu stellen und damit den Wohnungsbau zu beschleunigen, nutzt die Stadt Haltern am See die neuen Instrumente des bundesweiten „Bauturbos“. Dafür beschloss der Ausschuss in seiner Sitzung einstimmig klare „Leitplanken“. Bauvorhaben müssen demnach vorab mit der Verwaltung abgestimmt werden und dürfen nicht in Gewerbegebieten liegen. Im Außenbereich ist eine Bebauung nur an bereits erschlossene Siedlungsrändern zulässig, sofern eine Umweltprüfung erfolgt und keine sensiblen Freiräume betroffen sind. Zur Verfahrensbeschleunigung hat der Bürgermeister die Möglichkeit, eigenständig über Projekte mit bis zu drei Wohneinheiten zu entscheiden, während größere Vorhaben weiterhin vom Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen werden.

Prioritäten der Stadtentwicklung: Bauleitplanung in Haltern am See

Die Stadt Haltern am See hat ihre laufenden Bauleitplanverfahren in vier Prioritätsstufen eingeteilt, um den Einsatz von Personal und Finanzen gezielt zu steuern. Den Schwerpunkt bilden dabei Projekte der Innenentwicklung sowie die Schaffung von neuem Wohnraum. In der Prioritätsstufe 1 befinden sich Vorhaben von gesamtstädtischer Bedeutung, darunter der Energie- und Umweltcampus WASAG sowie größere Wohngebiete wie die Südliche Annabergstraße-Ost mit 157 Wohneinheiten und die Buttstraße in Hullern. Die Prioritätsstufe 2 umfasst wichtige Projekte im frühen Entwurfsstadium, wie etwa die Planung am Wehr/ Bahnhof Sythen (mit 70 Wohneinheiten) und den Bereich Pastors Kamp mit 90 Wohneinheiten. In den Stufen 3 und 4 werden langfristige Vorhaben oder Projekte in frühen Prüfungsphasen geführt, beispielsweise der Gewerbepark Musendille, die Sixtus-Gärten oder geplante PV-Freiflächenanlagen auf dem Hassel.

Einzelhandels-Monitoring 2019 bis 2025

Nach Abschluss eines fünfjährigen Monitorings zieht die Stadt Haltern am See eine Bilanz zur Entwicklung des Einzelhandels seit Beginn der Corona-Pandemie. Zwar verringerte sich die Anzahl der Betriebe im gesamten Stadtgebiet bis Ende 2025 um rund 13 % und die Leerstände erreichten einen vorläufigen Höchststand. Gutachter stufen diese Entwicklung im interkommunalen Vergleich als moderat und akzeptabel ein. Während vor allem in Randbereichen der Stadt dauerhafte Leerstände zunehmen, bleiben die Nahversorgungszentren wie Sythen sowie die ergänzenden gastronomischen und kulturellen Angebote weitgehend stabil.

Die Stadtverwaltung nutzt diese Daten nun, um im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) gezielte Nachnutzungskonzepte zu entwickeln und die Attraktivität der Zentren langfristig zu sichern. Ein besonderer Fokus liegt dabei künftig auf der Neugestaltung des Bereichs Grabenstiege/Nordwall, um Leerstände proaktiv zu vermeiden und die Angebotsvielfalt zu erhalten.