Nr. 084 Kreis Steinfurt, 16. März 2026

Neue Besucherlenkung im Naturschutzgebiet „Steinbruch im Kleefeld“ in Lengerich

Kreis Steinfurt investiert in den Schutz von Mensch und Natur

Kreis Steinfurt/Lengerich. Das Naturschutzgebiet „Steinbruch im Kleefeld“ in Lengerich mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten zieht seit Jahren viele Besucherinnen und Besucher an. Um den Schutz von Flora und Fauna dauerhaft zu sichern und gleichzeitig ein hochwertiges Naturerlebnis zu ermöglichen, hat der Kreis Steinfurt seit Herbst 2024 die Besucherlenkung im als „Lengericher Canyon“ bekannten Ausflugsort umfassend modernisiert. Der Kreis hat sowohl in die Infrastruktur als auch in die Information und die Aufklärung investiert.

 

Warum eine Modernisierung dringend notwendig war, erklärte Landrat Dr. Martin Sommer bei der offiziellen Einweihung der neuen Besucherlenkung: „Nicht jeder hat in der Vergangenheit realisiert, dass er in einem Naturschutzgebiet ist. Menschen haben Wege verlassen und Absperrungen durchbrochen und haben das gefährdet, was wir schützen wollen.“ Teilweise seien Bußgelder bei Uneinsichtigen verhängt worden. Aber der Kreis will nicht mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs sein, sondern präventiv Besucherströme lenken, sagt Sommer: „Wir wollen sensibilisieren und den Menschen klare Hinweise geben, wo man sich bewegen darf. Alle sollen sich an die Regeln halten können. Ich bin zuversichtlich, dass die umgesetzten Maßnahmen dazu beitragen, dass Menschen diese schützenswerte Natur erleben können, ohne diese zu gefährden.“

 

Oder auch sich selbst zu gefährden, wie Lengerichs Bürgermeister Björn Schilling berichtete: „Es ist ein Steinbruch, man kann sich verletzen. Und das haben wir immer wieder gehabt, dass die Feuerwehr Personen aus dem Steinbruch retten musste.“ Er hoffe, dass das nun weniger werde. Sichtlich erfreut über dieses „Juwel in Lengerich“, wie er das Naturschutzgebiet bezeichnete, unterstrich Schilling auch stolz die Aussicht von der Plattform „Kleeberg“, „weil einen so tollen Blick hat man nirgendwo“. Die Aussichtsplattform war Treffpunkt für die Einweihung, von der die Weite des Münsterlandes und die Hügel des Tecklenburger Landes sichtbar sind.

 

Dass dieses Naturschutzgebiet landschaftlich und auch als Lebensraum von besonderer Qualität ist, erläuterte Stefan Bendick von der unteren Naturschutzbehörde: „Die raren, offenen Bodenflächen mit dem Kalkmagerrasen und diese engen Räume machen es möglich, dass viele Arten hier einen Lebensraum finden.“ Er sei dankbar, mit der Firma Dyckerhoff, der Stadt Lengerich und dem Tourismus ganz tolle Kooperationspartner zu haben, mit denen man für die verbesserte Besucherlenkung an einem Strang gezogen habe. Kern der Maßnahmen sind Beschilderungen, Absperrungen und Instandsetzung von Zäunen, um das verbotene Betreten der Flächen und Steilhänge sowie das Baden im See zu verhindern. Die drei Aussichtsplattformen "Canyon Blick", "Ziegenhütte" und "Kleeberg" haben neue Absturzsicherungen, Verweilmöglichkeiten und Informationstafeln erhalten. Besucherinnen und Besucher erfahren Wissenswertes über die besondere Flora und Fauna sowie über die Industriegeschichte – und das neuerdings auch über eine QR-Code gelenkte Audiotour. Außerdem stehen beispielsweise mehr Mülleimer an den Parkplätzen zum Wanderweg zur Verfügung. „Mit der Aufwertung des Gebietes und den unterschiedlichen Maßnahmen erhoffen wir uns eine gewisse Sozialkontrolle“, appelliert Bendick an hoffentlich einsichtige Ausflüglerinnen und Ausflügler.

 

Die verbesserte Besucherlenkung möglich gemacht hat eine finanzielle Unterstützung der Bezirksregierung Münster. Die Behörde hat etwa 70 Prozent der Kosten in Höhe von insgesamt 27.300 Euro für umgesetzte Lenkungsmaßnahmen übernommen. „Wir wollen dieses Gebiet dauerhaft sichern, die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, aber auch die Schönheit der Natur für nachfolgende Generationen“, begründet Dr. Sebastian Schmidt, Dezernent bei der Bezirksregierung Münster, die Förderung. 70.000 Euro fielen außerdem dafür an, die Absturzsicherung anzupassen.

 

Auch wenn alles etwas gedauert habe, sei es letztlich ein tolles Projekt geworden, sagt Steffi Fischer von der Firma Dyckerhoff: „Wir als Eigentümer des Kerngebiets freuen uns über das Ergebnis. Und das ist schon schön geworden. Es ist ein toller Weg, der sich zu gehen lohnt.“ Und zwar immer mit festen Schuhen, wie die Projektpartner betonen. Sie laden ein, das Naturschutzgebiet auf den neu ausgewiesenen Pfaden zu entdecken.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Neue Besucherlenkung im Naturschutzgebiet „Steinbruch im Kleefeld“ in Lengerich

©  Kreis Steinfurt, Dorothea Böing
Neue Besucherlenkung im Naturschutzgebiet „Steinbruch im Kleefeld“ in Lengerich

Zur Einweihung der neuen Besucherlenkung im Naturschutzgebiet "Steinbruch im Kleefeld" mit Landrat Dr. Martin Sommer (3. v. r.) kamen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Lengerich, der Bezirksregierung Münster und der Firma Dyckerhoff.