Meldungsdatum: 16.03.2026

Partner in Sachen Sicherheit: Stadt und Polizei intensivieren Zusammenarbeit

- Kräfte des Zentralen Ordnungsdienstes werden aufgestockt – Ausbau der Videoüberwachung

Die Polizei Braunschweig und die Stadt Braunschweig intensivieren ihre Zusammenarbeit, um die Stadt noch sicherer zu machen und das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen weiter zu verbessern. Dazu haben sie eine „Lokale Sicherheitspartnerschaft“ geschlossen. Sie sieht unter anderem einen stärkeren gemeinsamen Personaleinsatz von Polizei und Zentralem Ordnungsdienst (ZOD) vor. Hinzu kommt die Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen wie Ausweitung der Videoüberwachung, die Schaffung heller Orte durch zusätzliche Beleuchtung und mehr. Flankierend wird das Vorgehen gegen illegale Graffiti und Wildkraut ausgeweitet. Hier unterstützt die Richard Borek Stiftung.

 

Anlässlich der Unterzeichnung der Sicherheitspartnerschaft durch Polizei und Stadt haben die niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum und Thomas Bodendiek, Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig, am Montag, 16. März, einen abendlichen „Sicherheitsrundgang“ durch die Innenstadt unternommen. 

 

Innenministerin Daniela Behrens: „Mit ihrem Maßnahmenmix treibt die Stadt Braunschweig in vorbildlicher Weise das Thema Sicherheit voran. Den stärkeren gemeinsamen Personaleinsatz von Polizei und Zentralem Ordnungsdienst begrüße ich sehr. Bei dem gemeinsamen Rundgang konnte ich mir unter anderem ein umfangreiches Bild von der stärkeren Beleuchtung dunkler Ecken und der eingeführten Waffenverbotszone im Bereich des Rotlicht- und des angrenzenden Partyviertels machen. Ergänzt durch die geplante Ausweitung der Videoüberwachung führt dieser Maßnahmenmix zu einer Verbesserung der gefühlten- und tatsächlichen Sicherheitslage. Das reduziert potenzielle Angsträume, wovon besonders Frauen profitieren, die sich in den Abend- und Nachtstunden deutlich häufiger als Männer unsicher fühlen.“

 

Polizeipräsident Thomas Ring betont: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt Braunschweig ist ein wichtiger Baustein für die Sicherheit in der Stadt Braunschweig. Durch den engen Austausch zwischen Polizei, Stadtverwaltung und Zentralem Ordnungsdienst sowie abgestimmte Maßnahmen können wir sicherheitsrelevante Entwicklungen im öffentlichen Raum frühzeitig erkennen und gemeinsam darauf reagieren. Entscheidend für die tatsächliche Sicherheit, aber auch für die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger, ist ein Zusammenspiel aus sichtbarer Präsenz der Polizei und der Sicherheits- und Ordnungskräfte sowie gezielten Maßnahmen an Orten, an denen sich Menschen unsicher fühlen oder es häufiger zu Konflikten kommt. Gerade in den Abend- und Nachtstunden ist dieses abgestimmte Vorgehen besonders wichtig, damit sich die Menschen auch dann sicher im öffentlichen Raum bewegen können.“

 

„Die Sicherheit der Braunschweigerinnen und Braunschweiger liegt mir besonders am Herzen, denn sie ist eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität und ein starkes demokratisches Miteinander“, betont Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Polizei und Stadtverwaltung arbeiten in Fragen der öffentlichen Sicherheit seit langem eng, vertrauensvoll und ergebnisorientiert zusammen. Mit der lokalen Sicherheitspartnerschaft, basierend auf der gemeinsamen Sicherheitskooperation zwischen der Polizeidirektion Braunschweig und den Städten Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg, wird diese Zusammenarbeit noch einmal intensiviert und ausgebaut. Der Richard Borek Stiftung danke ich für ihre Unterstützung. Gemeinsam wollen wir Braunschweig noch sicherer und lebenswerter machen.“

 

Schon seit längerer Zeit nehmen Polizei und Stadt Braunschweig gemeinsam neuralgische Punkte in den Blick. Die Einführung eines Alkoholkonsumverbots am Bohlweg in Höhe der Bohlweg-Arkaden, verbunden mit verstärkten Kontrollen und der Einrichtung der Stadtwache, hat zu einem erheblichen Rückgang alkoholbedingter Straftaten geführt. Im Dialog mit dem Innenministerium wurde in der Friedrich-Wilhelm-Straße eine Waffenverbotszone eingerichtet. Sie erweitert in der Umgebung des Braunschweiger Rotlichtviertels mit Übergang zur Partymeile und zum „Kultviertel“ die Kontrollbefugnisse der Polizei und ermöglicht es, verbotenerweise mitgeführte Gegenstände zu beschlagnahmen.

 

Im nächsten Jahr sollen zehn zusätzliche Stellen beim ZOD geschaffen werden. In der warmen Jahreszeit soll die Streifenzeit bis 22 Uhr verlängert werden. Es ist weiter vorgesehen, Sonder- oder Schwerpunktaktionen wie nächtliche Jugendschutzkontrollen, Überprüfungen in Grün-anlagen oder Fahrradaktionen in der Innenstadt in stärkerem Umfange auch an den Wochenenden durchzuführen. Zudem soll durch gemeinsame Streifengänge die Präsenz von ZOD und Polizei auf dem Bohlweg erhöht werden. So soll dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach stärkerer Präsenz uniformierter Ordnungskräfte Rechnung getragen werden. Weiter sollen die Präsenzzeiten in der Stadtwache angepasst werden, so dass diese bis 20 Uhr besetzt ist.

 

Derzeit wird die Videoüberwachung an neuralgischen Punkten der Innenstadt ertüchtigt und angepasst. Dies gilt zum Beispiel für den Bereich der Bohlweg-Arkaden und den Friedrich-Wilhelm-Platz, in dessen nördlichem Abschnitt zudem die Ausleuchtung verbessert werden soll. Die Stadt finanziert die Anschaffung der Videotechnik und deren Betrieb. Die Überwachung selbst obliegt weiterhin der Polizei.

 

Dass auch ein offener, gut ausgeleuchteter Platz für Unbehagen bei den Passanten sorgen kann, zeigt der Herzogin-Anna-Amalia-Platz hinter dem Schloss. Er wurde durch Bänke, bepflanzte Baumscheiben und Hochbeete aufgewertet, ist zugleich aber bisweilen Austragungsort für Gruppenkonflikte unter Jugendlichen. Hier wird ebenfalls die Videoüberwachung ausgeweitet.

 

Wieder anders stellt sich die Situation auf dem Großen Hof dar, dem als Parkplatz genutzten Standort der ehemaligen Markthalle. Seine Enge und Unübersichtlichkeit werden besonders bei Dunkelheit zum Problem. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, wird derzeit der Einsatz von weiteren Lichtquellen geprüft. Zugleich ist der Bereich Teil des städteplanerischen Wettbewerbs „Wohn- und KreativQuartier Großer Hof“ mit dem Ziel, ein neues Quartier als urbanes Zentrum zu etablieren. Mittelfristig soll der Große Hof also ganz neugestaltet werden.

 

Ein unsauberer Gesamteindruck und illegale Graffiti können ein Unsicherheitsgefühl verstärken. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim ZOD, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Sauberkeit im Stadtgebiet befassen, soll daher von bislang drei auf künftig sechs verdoppelt werden. Damit soll Verunreinigungen durch unerlaubte Müllablagerungen, Schrottfahrräder, Plakate und Graffiti, aber auch Verunreinigungen durch Hundekot und Zigarettenkippen aktiv entgegengewirkt werden.

 

Für das städtische Wildkrautprojekt finanziert die Richard Borek Stiftung zwei zusätzliche Saisonkräfte für acht Monate. Sie sollen vorrangig in der Innenstadt sowie im westlichen und östlichen Ringgebiet eingesetzt werden und neben der Wildkrautentfernung auf befestigten Flächen wie Mittelstreifen oder Verkehrsinseln auch bei der Pflege von Baumscheiben und Grünflächen an Straßen die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Die stadtweit eingesetzten Teams des Fachbereiches Stadtgrün zur Entfernung von Wildkraut auf verschiedenen städtischen Flächen werden um bis zu 15 zusätzliche saisonale Mitarbeitende ergänzt.

 

Auch das Vorgehen gegen illegale Graffiti im öffentlichen Raum wollen die Richard Borek Stiftung und die Stadtverwaltung deutlich ausweiten. Hierzu wird derzeit eine Vereinbarung vorbereitet und dem Rat zum Beschluss vorgelegt.

 


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

168_Sicherheitspartnerschaft_Anlage

©  Stadt BS/PI BS
168_Sicherheitspartnerschaft_Anlage