Meldungsdatum: 19.03.2026
Münster (SMS) Die „Anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt“ (ASS) in Münster verzeichnet eine steigende Nachfrage. Nach 18 Fällen im Jahr 2024 nutzten 2025 insgesamt 33 Menschen die Möglichkeit, Beweise nach einem sexuellen Übergriff anonym ärztlich sichern zu lassen. So können Betroffene auch zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige erstatten. Um noch mehr Menschen zu erreichen, startet der Arbeitskreis anonyme Spurensicherung Münster eine Kampagne in Kooperation mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Plakate in Apotheken in Münster weisen künftig auf das seit September 2023 bestehende Angebot hin.
„Viele Betroffene sind nach einem sexuellen Übergriff zunächst nicht in der Lage, Anzeige zu erstatten. Die anonyme Spurensicherung ermöglicht es, Beweise trotzdem zu sichern und später über mögliche weitere Schritte nachzudenken und zu entscheiden“, sagt Christine Boldt, Fachärztin im Gesundheitsamt der Stadt Münster. „Ebenso ist vielen nicht bekannt, dass Spuren gesichert werden können, ohne unmittelbar Anzeige zu erstatten.“
Apothekerin Angelika Plassmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft und Inhaberin der Hohenzollern Apotheke ergänzt: „Wir unterstützen das Angebot, weil es wichtig ist, dass Betroffene nach einem Übergriff über die Möglichkeit der anonymen Spurensicherung informiert werden. Mit den Plakaten in den Apotheken erreichen wir viele Menschen auf direkte und niedrigschwellige Weise.“
Bis zu fünf Jahre Aufbewahrung
Ärztinnen und Ärzte führen die Untersuchung mit einem standardisierten Spurensicherungs-Set durch. Die gesicherten Spuren werden anonym im Institut für Rechtsmedizin Münster bis zu fünf Jahre gerichtsfest aufbewahrt. In dieser Zeit können die Spuren gerichtsfest verwertet werden. Bei den Betroffenen werden Verletzungen medizinisch versorgt, Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten durchgeführt, zum möglichen Risiko einer Schwangerschaft beraten sowie auf Wunsch zu Beratungsstellen vermittelt.
Die anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt wird in Münster in Kooperation der Ärztekammer mit den gynäkologischen Kliniken der Stadt angeboten – darunter das St.-Franziskus-Hospital, das Clemenshospital, das Herz-Jesu-Krankenhaus und das Universitätsklinikum. Beteiligt sind außerdem die medizinischen Kinderschutzambulanzen, das Institut für Rechtsmedizin, Beratungsstellen (Frauen-Notruf, Frauenhaus und Beratung, Zartbitter und Sozialdienst katholischer Frauen) sowie Jugendamt, Gesundheitsamt und Gleichstellungsstelle der Stadt.
Weitere Informationen und Telefonnummern finden sich unter https://www.stadt-muenster.de/gesundheit.
Bild: Die anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt wird in Münster in verschiedenen gynäkologischen Kliniken der Stadt angeboten – darunter das St.-Franziskus-Hospital. Foto: Stadt Münster / Britta Roski. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.
Bild Gruppe: Machen auf das Angebot der „Anonymen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt“ aufmerksam (v.l.): Christine Boldt vom Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster, Michael Böswald, ehemaliger Chefarzt der Pädiatrie am St.-Franziskus-Hospital, Angelika Plassmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft und Inhaberin der Hohenzollern Apotheke, Gerlinde Gröger von der Beratungsstelle Frauennotruf e.V. und Stefanie Schlepper vom Institut für Rechtsmedizin am UKM. Foto: Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.
Die anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt wird in Münster in verschiedenen gynäkologischen Kliniken der Stadt angeboten – darunter das St.-Franziskus-Hospital.
Machen auf das Angebot der „Anonymen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt“ aufmerksam (v.l.): Christine Boldt vom Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster, Michael Böswald, ehemaliger Chefarzt der Pädiatrie am St.-Franziskus-Hospital, Angelika Plassmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft und Inhaberin der Hohenzollern Apotheke, sowie Gerlinde Gröger von der Beratungsstelle Frauennotruf e.V. und Stefanie Schlepper vom Institut für Rechtsmedizin am UKM.
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