Meldungsdatum: 25.03.2026

Verwaltung bereitet Baurecht für Weiterentwicklung und Aufwertung des Bebelhofs vor

- Neue Schefflerstraße soll für bessere Erschließung von „Bahnstadt“-Gebieten sorgen/Einige Kleingärten und Zirkus Dobbelino ziehen um

Der Bereich Bebelhof steht vor umfassenden städtebaulichen Veränderungen. So soll der Bebelhof insbesondere in seinen Randbereichen in den kommenden Jahren eine Aufwertung erfahren – hin zu einem moderneren, lebenswerteren und besser vernetzten Stadtquartier. Davon sollen alle Anwohnerinnen und Anwohner profitieren. Geprägt durch die traditionsreichen Siedlungen Bebelhof und Lämmchenteich, deren Entwicklung eng mit der regionalen Bahngeschichte verknüpft ist, rückt das Quartier als Teil der Planungen für das große Stadtentwicklungsprojekt „Bahnstadt“ in den kommenden Jahren verstärkt in den Fokus der aktuellen Stadtentwicklung.

 

Ein zentrales Projekt, gleichzeitig die wichtigste Voraussetzung für die Erschließung künftiger neuer Nutzungen im südöstlichen Bebelhof entlang der Autobahn A39, ist die geplante Entlastungsstraße, die künftig das ehemalige Ausbesserungswerk sowie den Lokpark besser anbinden soll. Die rechtliche Grundlage für die künftigen Veränderungen in diesem Bereich wird der Bebauungsplan „Schefflerstraße-Süd“ bilden, den die Verwaltung im Sommer den Ratsgremien zum Beschluss vorlegen wird.

 

Neben neuen Straßenflächen und Kleingartenanlagen sind auch Bauflächen für gemischte Nutzungen vorgesehen. Geplant sind unter anderem Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen. Für die Maßnahmen sollen Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ eingesetzt werden.  

 

„Mit der Verbesserung der Erschließung der Bahnstadt-Teilbereiche Bebelhof und Eisenbahnausbesserungswerk sowie den baurechtlichen Voraussetzungen für eine Erweiterung und Attraktivierung des Quartiers kommen wir dieses Jahr ein großes Stück voran“, betont Stadtbaurat Gerold Leppa.

 

Mit der geplanten Verlängerung der Schefflerstraße in östlicher Richtung soll das Wohngebiet spürbar vom derzeit hohen Verkehrsaufkommen entlastet werden. Insbesondere der bislang über die Borsigstraße geführte Gewerbeverkehr soll künftig über die neue Schefflerstraße umgeleitet werden. Für die Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet dies vor allem weniger Lärm und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Mit dem Bau der Straße könnte nach derzeitigem Stand ab 2028 begonnen werden.

 

Auch südlich der Schefflerstraße sind Veränderungen vorgesehen: Das bisherige Sportplatzareal wird städtebaulich und von den Nutzungen her vollständig neu konzipiert. Gleichzeitig wird versucht, die Kleingartenanlage „Sonnenschein“ zu erhalten. Dennoch lassen sich Eingriffe nicht vermeiden – einige Parzellen werden wegfallen. Darüber ist die Stadtverwaltung mit den betroffenen Kleingartenbesitzerinnen und -besitzern seit längerer Zeit in Kontakt. Ein Großteil der betroffenen Gärten soll im Zuge einer Neuordnung an anderer Stelle wieder entstehen. Erste Vorbereitungen laufen bereits, unter anderem wurden Garagenflächen südlich des Stadtgartens freigeräumt, um dort Ersatzgärten einzurichten.

 

Zudem wird der Zirkus Dobbelino im Zuge der Bauvorbereitungen seinen temporären Standort aufgeben.  Er wird noch in 2026 dauerhaft an einen neuen, eigens ertüchtigten Standort auf dem Harz und Heide-Gelände umziehen.

 

Die Bahnstadt

 

Das Projekt Bahnstadt umfasst ein 82 Hektar großes Gebiet insbesondere südlich des Hauptbahnhofs. Große Teile davon sind aufgegebene Bahnflächen, für die neue, zeitgemäße Nutzungen gesucht werden. Es dürfte deutschlandweit eine der größten innerstädtischen Potentialflächen sein. Dazu gehören insbesondere die Teilbereiche Bebelhof, Hauptgüterbahnhof, Hauptbahnhof-Süd, das Gelände des früheren Eisenbahnausbesserungswerkes sowie das Bahnhofsquartier. Die Herausforderung für die Planerinnen und Planer der Stadtverwaltung besteht darin, die entsprechenden Flächen sowie Städtebaufördermittel zu akquirieren, Planungsrecht zu schaffen und schließlich Investoren und Partner für künftige Nutzungen zu gewinnen. 

 

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf nachhaltiger Stadtentwicklung: Die Planungen berücksichtigen das sogenannte Schwammstadtkonzept, große Mengen Wasser schnell aufzunehmen und anschließend langsam wieder abzugeben – ein Zusammenspiel aus Versickerung, Speicherung und Verdunstung und angesichts zunehmender Starkregenereignisse bei der Klimaanpassung unverzichtbar sind. Hier arbeitet die Verwaltung mit Partnern aus der Wissenschaft zusammen.