Nr. 101 Kreis Steinfurt, 26. März 2026
Kreis Steinfurt/Hörstel. Wie kann die Kulturlandschaft im Kreis Steinfurt künftig aussehen? Und wie können Akteure aus Kommunen und freier Szene enger zusammenrücken? Rund 90 Kulturschaffende aus dem gesamten Kreis Steinfurt kamen im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst zusammen, um unter dem Motto „Starke Netzwerke für eine starke Kulturlandschaft“ Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Das Fazit des Kreiskulturamtes fällt durchweg positiv aus: Die Konferenz bot nicht nur Raum für neue Impulse, sondern legte den Grundstein für mögliche Kooperationen.
Landrat Dr. Martin Sommer betonte in seiner Begrüßung die gesellschaftliche Relevanz des Treffens: „Kultur lebt vom Mitmachen, vom Dialog und von der Offenheit, gemeinsam Ideen zu entwickeln.“ In gesellschaftlich herausfordernden Zeiten sei Kultur mehr denn je ein verbindendes Element, das Begegnungen schafft und den Zusammenhalt stärkt. Durch die Konferenz führten die Moderatorin Judith Strodtkötter und Jan-Christoph Tonigs, Leiter der Stadtkultur Rheine.
Einen ersten fachlichen Input lieferten Cornelia Kupferschmid und Carola von Seckendorff, die das Theater-Netzwerk „Stadt.Land.Bühne“ vorstellten. Mit den anschließenden Speed-Performances aus unterschiedlichen Formaten der freien Szene ging es von der Theorie direkt in die Praxis. In Kurzauftritten gaben Künstler Einblicke in ihre aktuelle Arbeit – von spontaner Poesie über Lesung und Schauspiel bis hin zur interaktiven Koch-Show. Das Besondere: Einige dieser Produktionen werden durch das Land gefördert. Dadurch können die Kommunen die Produktionen günstiger einkaufen. „Wir hoffen, dass die Kommunen die Chance nutzen und viele dieser hochkarätigen Formate künftig im Kreis Steinfurt zu sehen sein werden“, sagt Kristina Dröge, Sachgebietsleitern Kulturförderung und Heimatpflege beim Kreis Steinfurt. Das Speed-Dating zwischen Künstlern und Veranstaltern legte hierfür die ersten persönlichen Kontakte.
Am Nachmittag wandelte sich die Konferenz in ein dynamisches Barcamp, bei dem die Teilnehmenden die Themen selbst setzten. Diskutiert wurde intensiv über die Herausforderung, in der digitalen Informationsflut die richtigen Zielgruppen zu erreichen. Ein Lösungsansatz war die verstärkte Nutzung zentraler Portale wie dem des Münsterland e.V., um die Sichtbarkeit lokaler Angebote zu erhöhen.
In einer ungewöhnlichen Session zum Thema „Nichts“ setzten sich die Akteure mit Fragen zur Zweckgebundenheit von Kunst auseinander. Diskutiert wurde, inwiefern künstlerische Freiheit durch gesellschaftliche Strukturen beeinflusst oder eingeschränkt wird. So wurde kritisch bewertet, dass beispielsweise Förderanträge oft klare Rahmenbedingungen setzten und Kunst in den Dienst bestimmter Ziele (Tourismus, Demokratie, Unterhaltung etc.) stellten.
Die Kulturkonferenz hat gezeigt, dass das Bedürfnis nach Austausch im Kreis Steinfurt groß ist. „Die Teilnehmenden nehmen nicht nur neue Kontakte, sondern auch konkrete Informationen zu buchbaren Produktionen mit nach Hause“, resümierte Kulturamtsleiterin Kirsten Weßling. Das Ziel, die Kulturszene enger zu verknüpfen, und die Vielfalt der freien Szene in die Fläche des Kreises zu tragen, wurde an diesem Tag ein großes Stück greifbarer.
Freuen sich über die große Resonanz auf die Kulturkonferenz (hinten v. l.): Kulturdezernentin Roswitha Reckels, Landrat Martin Sommer, Cornelia Kupferschmid (Stadt.Land.Bühne), Moderator Jan-Christoph Tonigs, Kulturamtsleiterin Kirsten Weßling, Moderatorin Judith Strodtkötter, DA-Leiterin Sara Dietrich, Sachgebietsleiterin Kristina Dröge sowie (vorne v. l.) Hilde Cromheecke (Theater Moustache), Carola von Seckendorff und Lisa Bohren-Harjes (Theater Moustache).
Mit "Ich singe, also bin ich" beschäftigt sich Jakob Reinhardt mit der eigenen Migration aus der ehemaligen Sowjetunion.
Ein spannendes Kopfkino bot in ihrer Speed-Performance Christiane Hagedorn mit "Mama, du lügst".
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